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Neil Leyton: The Betrayal Of The Self

Ein wunderschönes, intimes Machwerk
Wertung: 8/10
Genre: Singer Songwriter
Spielzeit: 33:9
Release: 01.01.2008
Label: Fadin Ways Records

Mit „A Reckoning“ präsentiert uns der gebürtige Kanadier Neil Leyton ein gänzlich akustisches Album. Und auch wenn das bis dato letzte Werk des Wahl-Londoners sehr puritanisch instrumentiert daherkommt, so erwartet uns dennoch etwas, was sich auf angenehme Art und Weise aus dem üblichen sanft-säuselnden Singer/Songwriter Einerlei abhebt.

Neben klassischen Balladen gibt es einige Nummern, welche das Rock´n´Roll Herz durchaus höher schlagen lassen werden und welche trotz des spärlichen Arrangements ein gewisses Maß an Aggression mit sich bringen.

Nur mit akustischer Gitarre und einem zart-zerbrechlichen zuweilen ins Falsett abdriftende Stimmchen bewaffnet, wirkt Neil Leyton in jeder Hinsicht feinfühlig und schutzbedürftig, gleichzeitig aber auch überaus passioniert und intensiv.

Doch unter der äußerlich scheinbar äußerst fragilen Fassade steckt ein kämpferischer, hoffnungsvoller Geist, welcher in all seiner Melancholie doch ein Augenzwinkern für den geneigten Zuhörer übrig hat.

Inmitten von Punkrock, Indie, Britpop und leichten Glam Rock Einflüssen bildet sich Leyton so einen eigenen Mikrokosmos - für sich allein zugänglich. Ich wage sogar ansatzweise Parallelen zu Musikern wie Patti Smith oder frühem John Frusciante (exklusive Drogenkonsum) zu erkennen.

Dies zeigt sich vor allem in Songs wie „Euthanasia“, welches mit wundervoll harmonischen Melodien bestückt ist, sich zugleich jedoch einem gewissen dreckigem Charme nicht entziehen kann.

Auch „The Heart Of The Kingsnake“ zeichnet sich durch eben jene schmutzige Rock´n´Roll Attitüde aus und weist gar eine kleine Prise „Rolling Stones“ auf. Hervorragend !

„3000 Down“ hingegen wirkt leicht surrealistisch und verstörend - wie ein rund 3-minütiger LSD-Rausch. Sehr konzeptlos und unharmonisch, aber durchaus interessant.

Weniger gut hingegen erscheint mir „One Day At Time“. Im Gegensatz zu „3000 Down“ will mir dieser Song nicht so recht ins Ohr da er ZU experimentell geraten ist und deshalb sehr unzugänglich erscheint.

„Slow In The Dark“ ist dann wieder sehr eingängig und eignet sich hervorragend zum Relaxen. „A Reckoning“ ist ein wunderbares Album.

In 5 Tagen hat Neil Leyton ein wunderschönes, intimes Machwerk erschaffen, welches sich inmitten des Indie/Britpop/Singer-Songwriter Chaos ein ruhiges Plätzchen gepachtet hat.

Zugleich beweist der kanadische Musiker, dass man für gute Musik kein schweres Technik-Aufgebot benötigt und mit geringen Mitteln ein hübsches Resultat erzielen kann (Die Scheibe wurde im Homerecording-Verfahren hergestellt).

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