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Negură Bunget: Tău

Zumindest eine leichte Enttäuschung
Wertung: 7/10
Genre: Folk/Black Metal
Spielzeit: 50:31
Release: 27.02.2015
Label: Prophecy Productions

Dafür, dass Negură Bunget vor ein paar Jahren eigentlich schon Geschichte waren, haben sie sich mittlerweile an ein doch ziemlich ambitioniertes Vorhaben herangewagt: Das vorliegende Album „Tău“, das zweite seit dem großen Umbruch bzw. der Fast-Auflösung, bei dem die beiden Alphatiere Hupogrammos (Gitarren, Gesang, Keyboards) und Negru (Schlagzeug) auseinandergingen und fortan ihre eigenen Süppchen kochten, bildet den Auftakt einer geplanten Plattentrilogie über Transsylvanien, die Heimat der bei Negură Bunget agierenden Musiker. „Tău“ soll die Landschaft thematisieren, die zweite Scheibe Tradition und Leute und die letzte schließlich die spirituelle Ebene.

Mit dem starken Vorgänger „Vîrstele Pamîntului“ bewiesen die Rumänen, dass sie auch ohne Hupogrammos und Gitarrist Sol Faur, die inzwischen mit Dordeduh eine eigene Combo gegründet haben, welche mit dem ebenfalls sehr guten Debüt „Dardeduh“ einen Traumstart hinlegte, eine hervorragende Platte abliefern konnten, die tatsächlich an das Niveau des Meisterwerks „OM“ anzuknüpfen in der Lage war, was ihnen viele Kritiker wohl nicht zugetraut hätten.

Nach diesem nicht unbedingt zu erwartenden Erfolg nun also gleich so ein Mammutunternehmen – „Das kann ja nur schief gehen!“, werden da einige Stimmen aus den hinteren Reihen laut? Nicht unverständlich, aber man sollte mit vorschnellen Urteilen ja stets vorsichtig sein, zumal die Truppe immerhin gewillt ist, auf der neuen Platte auch Neues auszuprobieren. So hat man die Bläsersektion erweitert, indem diesmal auch eine Trompete und weitere Blechbläser auftauchen. Allerdings hat Bandchef Negru das Line-Up ohnehin mal wieder ordentlich durcheinandergewirbelt – außer ihm sind praktisch alle Posten neu besetzt worden. Dies wiederum spricht natürlich nicht gerade für eine entspannte Arbeitsatmosphäre; ob dem Drummer seine vorigen Mitmusiker nicht gut genug für sein gewaltiges Vorhaben mit der „Transsylvanian Trilogy“ waren, bleibt indes reine Spekulation.

Man kann es sich nicht unbedingt vorstellen, denn gerade die Bläserelemente, die den schon immer stark präsenten folkigen Touch noch intensivieren sollen, hören sich zu einem nicht unerheblichen Teil ziemlich schief und gniedelig an. Dass bei einer solchen Band, bei der es vorrangig auf Emotionen, Atmosphäre und Authentizität ankommt, nicht immer alles hundert Prozent in time und supersauber klingen muss, steht außer Frage, aber hier wirkt so manche Bläsersequenz doch sehr beliebig und krumm (beispielsweise das Horn in „Curgerea Muntelui“ oder die Piccoloflöten in „Picur Viu Foc“), was sich hin und wieder beinahe unfreiwillig komisch anhört, im Endeffekt aber doch manchmal ganz schön stört. Zwar kann man sich reinhören, aber so ganz will das dicke Fragezeichen auf der Stirn nicht verschwinden.

Auch sonst muss man leider konstatieren, dass „Tău“ nie wirklich an die zugegebenermaßen überragenden Vorgänger heranreichen kann. Songschreiberisch ist das Ganze keineswegs schlecht, wie man nach mehreren Durchläufen feststellen darf, und dennoch mangelt es am gewissen Etwas, das die Longplayer zuvor ausmachte, ebenso drängt sich der Eindruck auf, dass es nicht zuletzt am letzten Quäntchen Leidenschaft fehlt.

Der Opener „Nămetenie“ (mit zehn Minuten Dauer auch der längste Song des Albums) lässt sich recht gut an, bietet im Prinzip die gesamte Negură-Palette mit geheimnisvoll anmutendem, atmosphärischem Beginn, Black-Metal-Anleihen sowie den typischen folkigen Passagen. Auch das folgende, sich durchgängig auf einem aggressiveren Level befindliche „Izbucul Galbenei“ hat seine Momente; „La Hotaru Cu Cinci Culmi“, durchweg folkig gehalten und damit quasi dessen Gegenpart bildend, punktet durch fluffige Leichtigkeit. Relativ stark ist auch „Tărîm Vîlhovnicesc“, das mit seinem rohen Charakter an längst vergangene Tage zu „’N Crugu Bradului“-Zeiten erinnert.

„Împodobeala Timpului “ hingegen fällt mit seinem sehr tanzbaren Naturell schon wesentlich aus dem Rahmen und wird nicht jeden ansprechen, zumal die piepsigen und schrägen Bläseranteile schon nerven können, während „Curgerea Muntelui“ zwar atmosphärisch sein soll, was durch das (wie zuvor angedeutet) ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftige Horn allerdings eher marginal gelingt.

Insgesamt kann man sich in „Tău“ zwar reinhören (jeder, der Negură Bunget kennt, weiß schließlich, dass man deren Alben nicht nach einem Durchgang komplett begriffen hat), und dann ist die Scheibe auch irgendwo ganz gut, aber mehr eben auch nicht. Auch wenn man angesichts des Line-Up-Chaos skeptisch sein durfte – bei den grandiosen Vorgängern und der langen Zeit seit „Vîrstele Pamîntului“ (2010) hatte man mehr erwartet und ist zumindest leicht enttäuscht.

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