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Neglected Fields: Splenetic

Exotenbonus ist nicht alles
Wertung: 3.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 34:48
Release: 22.05.2006
Label: Aghast Recordings

Drittes Album, drittes Label. Neglected Fields scheinen nicht zur Ruhe zu kommen, was den Partner der Veröffentlichungen betrifft. Der neue Frickelbrocken „Splenethic“ erscheint jetzt beim mir vollkommen unbekannten Label Aghast Recordings. Mal sehen, ob die Neglected Fields ein paar Schritte nach vorne bringen können. 

Wer jetzt aber denkt, dass es sich bei Neglected Fields um eine relativ neue Band handelt, der ist auf dem Holzweg. Bereits seit 1995 holzt sich die im Baltikum beheimatete Band durch den heimischen und europäischen Underground und konnte mit den ersten beiden Scheiben zwei Achtungserfolge erzielen. 

Die Folge davon waren Gigs mit namhaften Bands wie Behemoth, Vader, Cannibal Corpse usw. Sicherlich haftet Neglected Fields ein gewisser Exotenbonus an, da nicht gerade viele Bands dem Baltikum entsteigen und international von sich reden machen. Und schon gar nicht mit einer relativ schwer verdaulichen Darbietung, wie sie Neglected Fields auf den Speiseplan schieben. Cynic, Atheist, Death…um nur drei Namen zu nennen. Und diese schwere Verdaulichkeit ist vielleicht der Grund, dass sich Neglected Fields nach jeder Scheibe eine neue Plattenfirma suchen müssen. 

Klar nehmen Musiker oder Journalisten Frickelscheiben immer mit einer gewissen Form von Respekt auf, die man ja auch anhand der gebotenen Technik unweigerlich haben muss, jedoch bleiben die Verkäufe fast immer hinter den Erwartungen der sehr guten Reviews zurück. Und passiert kein Wunder, wovon ich nicht ausgehe, wird auch „Splenethic“ nichts an der eisernen Regel ändern.

Soundtechnisch haben die Balten nichts anbrennen lassen. Eine massive und trockene Produktion lassen jedes Instrument aus dem Gesamtsound herausstrahlen. Einzig die Keys sind mir an der einen oder anderen Stelle etwas schwammig. Aber vielleicht soll das auch so sein. Schließlich können der Produzent und die Band zusammen nicht alle taub sein.

Beim Gesang hingegen betreibt man schon so etwas wie „Leichenschändung“. Keine Angst, so schlimm nun auch wieder nicht. Aber das Organ des Sängers haut einem sofort den Namen Carcass ins Gesicht. Na ja, er kann ja nichts dafür, dass er so klingt wie er klingt.

Was mir insgesamt bei dem Silberling fehlt, sind die Aha-Effekte oder - besser formuliert - die herausragenden Momente. Es plätschert so vor sich hin, man staunt nicht schlecht über die dargebotene technische Finesse und erfreut sich an einem guten Song namens „For Those Beneath Me“. Hier gibt es endlich mal halbwegs nachvollziehbare Takt- und Geschwindigkeitswechsel, melodische Momente wechseln sich mit Stakkato-Riffing ab und das Keyboard sorgt für eine insgesamt düstere Atmosphäre. 

Die restlichen sechs Songs (ich zähle das Intro und einen kurzen Instrumentalsong mal nicht mit) sind für mich aneinander gereihte Fragmente aus mal schnelleren und mal langsameren Passagen, die sich vielleicht mal wiederholen oder im Song für immer und ewig alleine stehen bleiben. Dabei können mich „Teufelswerk“ (satter Groove mit vertrackten Breaks und einem Orgelthema im weiteren Verlauf) oder „Of Snake“ (verspielte Keyboardpassagen, die mal thrashig, mal verhaltend interpretiert werden), noch so halbwegs überzeugen. 

Versteht mich nicht falsch. Ich will hier keine technisch agierende Band verteufeln. Death sind für mich z.B. noch immer eine der genialsten Todesblei-Combos. Und das gerade wegen ihres technischen Anspruches. Doch es war bei weitem nicht nur die Technik, die sie von vielen ähnlich gelagerten Bands unterschieden hat. Einzig das Händchen für geniale Songs machte aus dieser Band eine Macht. Und genau das geht Neglected Fields in meinen Augen zum überwiegenden Teil vollkommen ab. Exotenbonus aufgrund der Heimat der Truppe hin oder her…

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