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Negator: Gates To The Pantheon

Keine Kompromisse
Wertung: 8/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 46:28
Release: 19.04.2013
Label: Viva Hate Records/Cargo Records

Dass nach dem Verständnis vieler Musiker zum traditionellen Black Metal eine Low-Budget-Produktion und lustige Bandfotos gehören, ist sicherlich keine allzu neue Erkenntnis – glücklicherweise demonstrieren jedoch immer wieder einige Truppen, dass Old School durch einen moderneren Sound keineswegs sein Gesicht verlieren muss, wozu fraglos auch Negator gezählt werden können. „Gates To The Pantheon“ trägt das vierte Studioalbum nun als Titel und bedient sich zwar auch gerne des einen oder anderen Klischees, ragt aber in Sachen musikalische Qualität weit über viele ähnlich ausgerichtete Kollegen hinaus.

Erwartungsgemäß bleiben sich die Hamburger stilistisch treu und zelebrieren ihren Highspeed-Black-Metal noch immer mit gnadenloser Härte, lassen aber gleichzeitig auch die Melodie-betonteren Anteile wieder etwas mehr als auf „Panzer Metal“ hervortreten. Vor allem die moderne, kalte, aber nicht leblose Produktion verleiht den neuen Songs dabei noch mehr Durchschlagskraft als zuvor und gibt Negator eine gewisse Seriösität, die den Hörer die Musik ganz anders wahrnehmen lässt. Neben präzisen Blastbeats und sägenden Gitarrenmelodien gibt natürlich auch Sänger und einziges verbliebenes Gründungsmitlied Nachtgarm mit seiner intensiven Gesangsleistung den Ton vor, die technisch nahe der Perfektion präsentiert wird.

Einen eindrucksvolleren Einstieg als „Epiclesis“ hätten Negator kaum wählen können, um das Album einzuleiten: Ein atmosphärisch dichtes Intro lässt die ersten majestätischen Klänge in trügerischer Langsamkeit auf den Hörer eindringen, bevor ohne Vorwarnung der altbewährte Blastbeat einsetzt und sich durch erhabene Melodien und plötzliche Tempowechsel schlängelt, die punktgenau gesetzt wurden. Generell finden die epischen Anklänge auf „Gates To The Pantheon“ viel Raum und werden so beispielsweise in „The Last Sermon“ und dem schwermütigen „Serpents Court“ in sich stetig steigernder Gewalt ausgebaut, wohingegen in „Nergal, The Raging King“ durch die langsam herannahende Instrumentalfront und das stampfende, mit düsteren Growls passend ergänzte Tempo ein beinahe symphonischer Unterton entsteht.

Trotzdem haben Negator ihre Kompromisslosigkeit natürlich nicht eingebüßt und geben sich in den meisten Songs rücksichtslos aggressiv – seien es nun die rasenden Läufe in „Bringer Of War“ oder die Pig Squeals im ebenso finsteren wie chaotischen „Atonement In Blood“, die Hamburger machen der Essenz des Black Metals alle Ehre. Höhepunkt ist dabei fraglos der liebevoll „Necrodaemon Terrorsathan“ getaufte Bonustrack, der auf der Limited Edition das Album effektvoll zu Ende führt. Geschwindigkeit und Wut werden hier auf eine ganz neue Ebene gehoben und erfahren durch die hervorragend passenden Thrash-Riffs einen unwiderstehlichen Drive, in dem auch Nachtgarm einmal mehr eine Meisterleistung auffährt, während die im Song verstreuten Soli die wahnwitzige Stimmung noch steigern.

Ohne sich um Erwartungen zu scheren, haben Negator mit „Gates To The Pantheon“ ein schnörkelloses und schlagkräftiges Black-Metal-Album veröffentlicht – und unterhalten den Hörer damit prächtig, denn die Erfahrung und den an sich selbst gestellten Anspruch hört man der Band zu jeder Zeit an, sodass das neue Werk auch nach vielen Durchläufen noch seine Energie behält. Wer traditionsbewussten Black Metal schätzt, der trotzdem keinen Staub angesetzt hat, kann bei Negators neuer Offensive nicht viel falsch machen und sich auf eine gute Dreiviertelstunde dieser Musik auf höchstem Qualitätsniveau einstellem.

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