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Nefarium: Ad Discipulum

Hey, die neue Dark Funeral... Moment, doch nicht.
Wertung: 6/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 35:15
Release: 07.05.2010
Label: Agonia Records

Italien – ein Land, das für vieles bekannt ist. So sehr es mich reizt, jetzt Witze über Fußballer zu machen, auf welche die Schwerkraft besonders stark wirkt, ich lasse es. Fakt ist, dass wohl nur eingefleischte Fans mehrere Black Metal-Bands aus dem Stiefelland aufzählen können. Nefarium sind jedenfalls eine davon. Gegründet haben sie sich in den späten 90ern und seitdem mit „Avernus“, „Praesidium“ und „Hearetichristus“ drei Alben veröffentlicht. „Ad Disciplium“ ist somit logischerweise der vierte Streich, den die Italiener uns vor den Latz knallen. Als Gäste konnten sie dabei 1349-Gitarrist Archaon und Mortuary Drape-Sänger Wildness Perversion (cooles Pseudonym übrigens) im Studio begrüßen. Dort nahm auch Enthroned Drummer Garghuf hinter den Kesseln Platz.

Mit ein wenig „Starpower“ können Nefarium also aufwarten. Anscheinend sind alle Gäste wie die Band selbst große Dark Funeral- und Marduk-Fans, denn deren Einfluss ist wirklich unüberhörbar. Speziell erstere scheinen eine große Faszination auf die Italiener auszuüben, denn Alben wie „Diabolis Interium“ scheinen sie bis ins kleinste Detail seziert zu haben. Leider haben sie dabei vergessen, ihren Drumsound anzupassen. Teilweise scheppert es nämlich wirklich unangenehm, was Garghuf da abliefert. Das mag so gewollt sein, auf Dauer ist es aber einfach anstrengend. Das ist schade, denn ein Song wie „Tongue Of The First Pope (Simon Peter)“ knallt aufgrund toller Riffs mehr als ordentlich.

Leider hat man diese schon oft bei Dark Funeral gehört, was spätestens bei Song Nummer zwei „Hands Bleeding Fear (Pontius Pilate)“ deutlich wird. Bei den Schweden ist die hohe Geschwindigkeit des Hauptmerkmal der Musik, die Italiener machen es genauso. Auch stimmlich und im Songwriting sind offensichtliche Parallelen niemals abzustreiten. Da hilft es auch nicht, dass die Produktion auch abseits des fürchterlichen Drumsounds alles andere als gelungen ist. Ein undefinierbarer Matsch quillt uns da teilweise entgegen, was mich als King Diamond-Fan doch ziemlich entsetzt. Denn niemand anderes als Gitarrist Andy LaRoque ist verantwortlich für die Produktion gewesen. Einen Job, den er bei Alben von beispielsweise Falconer, aber auch von härteren Bands, immer gut erledigt hat.

Andererseits hätte auch er an diesem Album nicht viel verbessern können. Die Ermüdungserscheinungen nehmen nämlich mit jedem weiteren Song zu und langsame Parts wie bei „The Bastard Son Of Satan (Jesus Christ)“ lockern nichts auf, sondern steigern die Langeweile noch. Für sich genommen mag jedes Lied als gute Dark Funeral-Kopie durchgehen, acht Lieder am Stück sind nur schwer zu ertragen. Wenn man aber doch mal den ausgetretenen Pfad verlässt, geht das dann auch noch völlig daneben. „Servus Servorum Satanae (Benedictus XVI)“ zitiert mit seinem Beginn ganz offensichtlich Dissection zu deren Hochzeiten, bevor der Klang einer ganz schlecht abgemischten Geige(!) den Song endgültig ad absurdum führt.

Fazit: Das war wohl nichts. Klar, man darf sich inspirieren lassen. Von mir aus auch sehr offensichtlich, immerhin machen Airbourne damit das große Geld. Was „Ad Discipulum“ außer „Namedropping“ noch zu bieten hat, verschließt sich mir. Schnell gespielten Black Metal gibt es wahrlich in besserer Form zu kaufen. Wer an eben diesem einen akuten Mangel verspürt, kann Nefarium mal ein Ohr schenken. Ihre Instrumente beherrschen sie nämlich, nur am (eigenständigen) Songwriting hapert es eben gewaltig.

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