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Necrotted: Kingdom Of Hades

Dazu würde der Tod höchstpersönlich bangen
Wertung: 8/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 12:57
Release: 15.12.2010
Label: Eigenproduktion

„Kingdom Of Hades“ – Königreich der Unterwelt heißt die Debüt-EP von Necrotted. Die fünf Schwaben verzaubern seit 2008 die Metal-Landschaft mit Deathcore der feinen Sorte. Trotz dieser eher geringen Zeit lässt „Kingdom Of Hades“ vermuten, dass hier einiges an Know-How vorhanden ist, das dem ein oder anderen in künftigen Zeiten wohl noch mehrfach um die Ohren geballert wird.

Die EP ist mit fünf heißen Tracks gefüttert worden. Die Idee, Metalcore mit Deathmetal zu verbinden, ist sicher nicht neu, aber die Verbindung hinzukriegen, ohne dass es langweilig wird, ist auch nicht immer ganz einfach. Viele Bands widmen sich der Musik scheinbar allein wegen der charakteristischen Breakdowns und einige versteifen sich so darauf, dass Eintönigkeit vorprogrammiert ist. Necrotted lieben die langsamen, brutalen Schläge ebenso, aber sie verstehen es, diese nicht langweilig wirken zu lassen - nicht zuletzt wegen der vielfältigen Ideen, die hier und da für Überraschungen sorgen. So schwanken die Tempi nicht nur zwischen zwei Extremen, sondern finden auch einige Stufen dazwischen und das manchmal innerhalb eines einzigen Songs. Auch cleane Gitarrenklänge sind hier kein Fremdwort. Daher erinnert der Sound von der Struktur und den Einspielereien her hin und wieder an Post-Hardcore.

Höchst gelungen ist die wirklich gute Unterscheidbarkeit der einzelnen Songs der EP. Der Einstieg wird durch den Track „Enter The Hades“ gemacht, der gut vorwärts geht und eher an neuen Metalcore erinnert. Ebenso flink kommt „Charon“ zu Beginn daher, ehe ein träger Breakdown mit einigen Blast-Zwischenstopps das Ruder übernimmt. An dieser Stelle ein Lob an den Drummer Markus Braun, der gerade bei den schnellen Blasts hohe Sauberkeit präsentiert. Die Gitarrenfraktion unterstützt das Geknüppel gekonnt mit einschneidenden Akkorden, Disharmonien und kleinen Läufen. Als Sahnehäubchen kommt der gutturale Gesang von Michael Heim auf den Todeskuchen. Leider ist der Bass, wie so häufig in dieser Stilrichtung, nur schwer zu erkennen. Umso schöner ist das kurze Duett, das sich Vocals und Bass in "Inhale The Wrath Of Peleus' Son" liefern. Der Song an sich erinnert vom Klang her zuerst ein wenig an Slipknot oder Stone Sour, ehe es wieder in den Deathcore-Bereich geht, der mit den zwei genannten Bands herzlich wenig zu tun hat.

Als kleine, nette Innovation sei noch der letzte Track „The Reason Why A Super Sweet Emo Boy Is Cuter Than Your Dwarf Rabbit“ genannt. Gemeint ist hier nicht der Titel, der dieses Prädikat aber wohl genauso verdient hätte, sondern der gewohnt harte Einstieg, der einige Sekunden später mit einem Hauch Jazz durchbrochen wird, in dem Basser Fabian Fink seine Daseinsberechtigung unter Beweis stellen kann. Als wäre das nicht genug, kommt noch ein kleines Sample von einem jammernden Emo („Life is so disgusting. I don’t want to live anymore“) zum Einsatz, der prompt von der Truppe im Chor („Shut up, evil!“) zum Schweigen gebracht wird.

Nach fünf recht kurzen Liedern endet "Kingdom Of Hades" auch schon. Man kann nur hoffen, dass mit einem vollständigen Album bald ordentlich Brennholz für den Seelenofen nachkommt, denn diese Scheibe macht Lust auf mehr. Und diese Lust ist mit einer Spielzeit von knapp 13 Minuten einfach nicht gestillt.

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