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Necronomicon: Pathfinder... Between Heaven And Hell

Altbewährtes mit Herz und Seele
Wertung: 7,5/10
Genre: Thrash/Heavy Metal
Spielzeit: 69:46
Release: 27.11.2015
Label: Trollzorn Records

Hier wird mit altbewährten Methoden geballert – die Musik von Necronomicon ist stürmisch und kompromisslos. Die Formel hat in den Achtzigern funktioniert und das tut sie heute ohne Frage immer noch. Treibende Riffs, typisch rauer Gesang und gradlinige Doublebass-Rythmen machen dem Hörer ordentlich Feuer unterm Hintern und zwingen einen förmlich, zu der Musik abzugehen. Thrashiger Heavy Metal, der heute noch wie damals zündet und die Menge in Bewegung bringt. Musik, die erstmal lautstark nach Bier und Party schreit. Aber „Pathfinder... Between Heaven And Hell“ kann noch etwas mehr.

Auffällig sind beim ersten Durchlauf zunächst die jeweiligen Intros von „We Are The League“ und „Farewell To A Friend“, in denen sich ehemalige Mitglieder der Band zu Wort melden. In ersterem meldet sich Ex-Bassist und Gründungsmitglied Lars Honeck, der sämtliche Fans grüßt, im zweitgenannten spricht Gründungsmitglied und Ex-Gitarrist Jürgen Weltin darüber, dass er wegen eines Tinnitus aussteigen musste und der Band alles Gute wünsche. Ist zwar etwas ungewöhnlich, aber dennoch eine nette Geste der Truppe, die zeigt, dass man die Karriere möglichst ohne böses Blut bestreitet.

Nach einem individuellen Touch oder einer persönlichen Note muss man in der ersten Hälfte vorerst etwas suchen. Hier zeigen sich die Männer aus Hertingen hauptsächlich in den Intros der Songs etwas experimentierfreudiger, während der Rest dann doch eher auf altbewährten Thrash-Riffs basiert. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei erstmal in den Raum gestellt, denn Fakt ist: Die Musik macht Laune, sorgt auf jeder Metalparty für einen Stimmungsauftakt und ist live mit Sicherheit ein Kracher.

Stellenweise werden kurze Samples eingesetzt, wie zum Beispiel der Donner, der die Feuer-Hymne „Inside The Fire“ einleitet, welche übrigens definitiv ein Höhepunkt der Scheibe ist, oder der Gunshot zu Beginn von „Under The Gun“. Auch nicht zu verachten sind die Gitarrensoli, die in den Liedern wie die Faust aufs Auge passen. So bekommt man in „Betrayed“ ein melodisches und mitreißendes Gitarrenspektakel geboten, und auch vor pfiffigen orientalischen Melodien („Monster“) schrecken die Südbadener nicht zurück.

Im abschließenden „Out Of Hell“ hat man sich dann noch mal zusammengerissen und das Album mit einem Song gekrönt, der vor Dramatik nur so glänzt, durchaus die eine oder andere Emotion transportiert und gesanglich wie auch an den Gitarren großes Talent beweist. Wem das zusagt, der wird sich direkt im Anschluss noch über den Bonustrack freuen, der mit zusätzlich düsterem Touch noch mal die gleiche Schiene fährt.

Die Platte hat einen warmen, druckvollen Sound. Die Instrumente sind schön gleichmäßig abgemischt, so dass nichts zu laut oder zu leise ist, oder stellenweise fehlen könnte. Der Klang ist harmonisch und in sich stimmig, womit dieses Album klar punktet.

Abschließend kann man sagen, dass Necronomicon hier ein solides Heavy/Thrash Metal-Album an den Mann bringen und mit relativ modernem Klang die Achtziger aufleben lassen. Immerhin könnte man sagen, dass sie die Szene fast mitbegründet haben. Viel Hervorstechendes gibt es daher bis auf ein paar Ausnahmen zwar nicht, aber es steht außer Frage, dass hier erfahrene Musiker mit Leidenschaft am Werk sind und ihrem Stil seit über 30 Jahren treu bleiben. Hut ab!

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