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Necro Facility: Wintermute

Fallende Schneeflocken im Sommer
Wertung: 8/10
Genre: Electronic
Spielzeit: 42:21
Release: 15.05.2011
Label: Progress Production

Mitten im Mai ein Album zu veröffentlichen, das den Namen „Wintermute“ trägt, kann nun im kältesten Juli seit zehn Jahren als böses Omen hergenommen werden. Gemeint war das sicher nicht, als die Skandinavier Necro Facility ihr nun drittes Album in den CD-Regalen der Shops einsortierten. Viel eher muss das Ziel sein, sich von ihren Idolen Skinny Puppy zu lösen. Zehn Songs sollen dies nun beweisen.

„You Want It“ ist dann der erste Streich, oder der erste Schritt in die Richtung. Kurzes Intro und schon schallen die harten, nicht verzerrten Vocals Henrik Bäckströms durch den Raum. Der Sound des ersten Stücks kann nur als vollkommen rund beschrieben werden. Zwischen den Refrains wird der Hörer emporgehoben und es scheint, als schwebe man dann über dem Song.

Anders der dann direkt folgende Song „Explode“: Hier beginnen die Vocals den Song und er ist aufgebaut, wie man sich ein Feuerwerk vorstellt - zu Beginn ruhig und vorsichtig, man bewegt sich auf Zehenspitzen, dass nur nichts vorher explodiert, dann bewegt man sich weg vom Corpus Delicti, hält den Atem an und dann knallt es gewaltig. Wenn irgendwer mal jemanden erklären will, wie eine Explosion wirkt, dem sei dieser Song zur Hilfe angeboten. Die beiden Schweden zeigen hier deutlichst, dass sie in der Zwischenzeit immer weiter experimentiert haben und sich noch immer keiner Grenzen bewusst sind. Gut so. „Cuts“ ist dann ein etwas stillerer Vertreter des Albums, lässt den Hörer Atem holen. Das ist aber auch nötig, denn „Do You Feel The Same“ lässt die Muskel dann wieder ordentlich Arbeit verrichten. Auch wenn der Refrain eher ruhig ist, hat der Song es gewaltig in sich. Still stehen kann man hier definitiv nicht.

Hier sind wirklich Künstler am Werk; jedes Mal, wenn man die Songs erneut hört, lassen sich neue Facetten entdecken, neue Seiten sehen. Hier wird absolut nicht gespart, alle Ideen mit einfließen zu lassen, um etwas absolut Rundes zu erschaffen. Klingt zum Beispiel „Fall Apart“ beim ersten Hören wie ein Disco-Klassiker der achtziger Jahre, wird schon beim zweiten Hören auffällig, dass es sich hier um mühsam aneinander genähte Klangkomponenten handelt, die einem bei den ersten Gedanken an einen bloßen Discosong die Schamesröte ins Gesicht steigen lassen. Die Schweden schaffen eine eigene Sparte an Musik, die für diejenigen unter uns ist, die der Meinung sind, dass kunstvolle Musik nicht nur mit Gitarre und Schlagzeug zu machen ist.

„Ignite“ ist ein Song, der einen wirklich epischen Beginn hat und auch als Filmmusik stehen kann, wenn dann die Vocals erklingen, wechselt die Stimmung komplett und die Beine fliegen nur so. Auch hier wird also wieder deutlich, dass Grenzen lediglich dazu da sind, überschritten zu werden. Bei keinem Song ist gesagt, dass, wenn dieser ruhig beginnt, er dies über die gesamte Spielzeit beibehält.

Im Ganzen lässt sich sagen, dass das Album der Skandinavier mehr Spaß macht als die beiden Vorgänger. Hier sind Elektroniker am Werk, die alle ihre Phantasien mit einbringen und vor nichts Halt machen. So wird jeder Song immer wieder zu einer Entdeckungsreise.

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