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Nazxul: Totem

Zu roh, zu eintönig
Wertung: 5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 40:48
Release: 07.01.2010
Label: Eisenwald

Sie zieren sich mit okkulten Symbolen und sprechen von Satan. Sie hüllen sich in Schwärze. Niemand kennt ihr Gesicht. Ihr Name ist mystisch und dessen Schrift ein schnörkeliges Palindrom. Ihre Heimat ist der Untergrund und kriechen sie dennoch hervor, lehnen sich christliche Gemeinschaften gegen ihre Konzerte auf…

Ja, Nazxul sind Black Metal und erfüllen wahrhaftig alle nur denkbaren Klischees. So manche schwarze Band würde dies mit zweifelhaftem, aber inbrünstigem Stolz erfüllen.  Doch neben den oben genannten stereotypischen Eigenheiten bedient die Musik von Nazxul ein weiteres Vorurteil des Black Metals: Ihre Musik ist hart, kompromisslos und Krach – zumindest für das ungeübte Ohr. Aber auch der ein oder andere Fan des Genres dürfte bei diesem Album zweimal hinhören müssen.

Bei „Totem“ handelt es sich um Nazxuls Debütalbum von 1995, was nun in „re-releaseter“ Version vorliegt. Die Musik auf „Totem“ ist rücksichtslos und geladen. Sie wird von schnellen Riffs beherrscht, die alles niedermähen, was ihnen unter die Saiten kommt. Aber genau darin liegt das Problem. Die Musik von Nazxul wirkt führungslos, wenig kreativ und ballert seelenlos ein Stück nach dem anderen durch. Die wenigen Akzente, die nur anfangs gesetzt werden, reichen nicht aus, um die Lieder deutlich genug voneinander abzugrenzen. Zisch-Laute und ein leicht stampfender Klang lassen eben nicht jedes Metalherz höher schlagen.

Zum Glück verbessern sich Nazxul im Laufe der CD, so dass  Lieder wie „Endless Reign Of Power“ oder „Distance Begins“ schon wesentlich mehr drauf haben. Kraft und deutliche Rhythmik wie auch Breaks geben besonders „Distance Begins“ Struktur. Die Vocals sind wie auf dem Rest des Albums sehr tief und stark dämonisch verzerrt.  Bei „Distance Begins“ haben sie aber endlich auch eine eigene Rhythmik und wirken dadurch ansprechend und auffordernd.   

Die meisten Lieder dieses Albums weisen aber leider nicht diese Qualität auf. Wenn ein Rhythmus herausgearbeitet ist, wird dieser häufig von starren Gitarren überdeckt und verliert sich so irgendwo zwischen fiesen Riffs und einheitlichem Krach. „Unearthed“ und „Vermis Mysteriis“ fallen beispielsweise dieser Marotte zum Opfer. Die, wie sie sich nennen, „gesichtslosen Aktivisten des inneren Pantheons“, haben auf dem Re-Release aber auch eine Veränderung vorgenommen. Das rund dreißigminütige Stück „Eternum“, das aus einer Sturm-Kulisse besteht, fehlt auf dieser bearbeiteten Version. Dafür gibt es das „nur“ dreiminütige Outro „End“. Ihrer Idee bleiben Nazxul aber treu: Auch dieses Outro besteht aus Geräuschen.

Alles in allem ist „Totem“ ein sehr typisches Black-Metal-Album aus dem Untergrund. Trotz wirklich schön schrecklicher Vocals machen die wenigen Ideen dieses Album zu einem eintönigen Geballer ohne Sinn und Verstand. Außer den genannten Punkten gibt es kaum etwas Auffallendes zu hören. Auch wenn das Album nicht schon 16 Jahre alt wäre, würde es wohl auch heute noch in der namenlosen Masse des Untergrundes untergehen. Dennoch, wer auf „knallige“ Musik à la Marduk steht, könnte auch dem einen oder anderen Lied von Nazxul etwas abgewinnen.

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