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Nazxul: Iconoclast

O du wunderschöne mystische Dunkelheit
Wertung: 10/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 56:08
Release: 27.07.2009
Label: Eisenwald Tonschmiede

Dass auch das Land der Beuteltiere und der Aboriginies in Sachen Black Metal kein unbeschriebenes Blatt ist, belegen Nazxul, die immerhin schon seit Mitte der Neunziger ihr Unwesen treiben und sich einen Namen in der Szene machen. Doch stellt „Iconoclasm“ seit dem 1995´er Debut „Totem“ weiterhin erst die zweite Full-Length-Veröffentlichung der Band dar. Aber nun, im Jahre des Hernn 2009 sind Nazxul zurück, und der Herr sei gepriesen, das ist auch gut so.

Symphonischer Black Metal lässt den ein oder anderen zunächst erstmal abwarten, was akustisch rüberkommt, wenn „symphonisch“ draufsteht. Denn dieses Attribut kann bisweilen auch bedeuten, dass so manche Band ihr Tasteninstrument über Gebühr fordert, sodass das Ergebnis nichts als kitschig oder überladen wirkt. 

Symphonisch sind auch die Arrangements von Nazxul, doch beherrschen die Jungs dieses Metier bestens. Neben erstklassigen Songs streut die Band immer wieder rein akustische Zwischenstücke ein, zu erkennen an den Titeln „III“, „V“, „I“ oder „II“, welche der Atmosphäre, nämlich der kalten, bedrohlichen, äußerst dienlich sind.   

Nicht nur, dass die Stücke tempotechnisch überaus abwechslungsreich gestaltet wurden, was diese knappe Stunde, welche das Album währt, äußerst kurzweilig gestaltet. Die über allem schwebende dunkle Magie der Stücke reißt den Hörer flugs mit hinunter in die tiefen, düsteren Abgründe. Es ist äußerst bemerkenswert, dass es eine Band heutzutage noch schafft, in der überall zur Schau gestellten Reizüberflutung etwas zu erschaffen, das einen so tief ins Herz trifft und so zu begeistern weiß. Es ist schwierig, diese großartigen Kompositionen in starre Wortschachteln zu quetschen, fürwahr. 

Wahnsinn, wie es die Australier schon ab den ersten Tönen des Intros „Apoptosis“ schaffen, dass sich einem vor Gänsehaut alle Härchen aufstellen, solch eine düstere Stimmung verbreiten sie. Bei „Dragon Dispitous" forcieren die Jungs erstmal das Tempo und ziehen den Hörer endgültig mit sich hinab in die kalte Dunkelheit, in die kein Licht der Welt mehr eindringt.

Von der Stimmung her, die hier wie auch bei Dimmu Borgir per Synthies vertieft wird, überzeugen die Australier allerdings weitaus mehr als es die Norweger tun, denn hier kommt das Ganze viel bitter-böser rüber, während sich – man möge mir diesen Vergleich verzeihen – die Kompositionen der Norweger im Vergleich zu diesen Glanztaten, die hier geboten werden, wie Spielmannskram ausmachen.

Das durch ein Grollen zu charakterisierende „III“ leitet das mächtig unheilvoll daherkommende „Black Wings“ ein. Die hier intonierte Angst machende Stimmung kann man problemlos als Lehrstück für alle Nachwuchsbands heranziehen. Sehr stark klingen auch die Kirchenorgel-Einschübe, die dem Ganzen ein weiteres Prädikat verleihen: Majestätisch.

Die sakrale Ruhe, die durch „Oath (Fides Resurrectio)“ zu Beginn und später gegen Songende auch wieder ins Spiel gebracht wird, ist wie Balsam für die Ohren. Im Midtempo-Bereich habe ich kaum jemals etwas so Erhabenes durch meine Lausprecherboxen fegen gehört. An atmosphärischer Dichte ist dieses Stück kaum zu überbieten. 

Etwas weniger sakral, dafür mit etwas mehr Dampf hauen die Australier dem Hörer “Stain Of Harrow” um die Ohren. Eine unheilvolle Stimmung verbreiten nicht nur die Melodien des als mächtigen Midtempo-Stampfers einzukategorisierenden „World Oblivion“; die gesprochenen Vocals tun ihr Übriges.

Zum Schluss dieser grandiosen Vorstellung folgt noch das atmosphärisch einwandfreie Instrumental „Threnody”. So stellt man sich weite, leere Landschaften vor; wenn alle Hoffnung schwindet, das nächste Morgengrauen zu erleben, wenn alles verloren scheint. Doch nein, es ist nicht alles verloren, denn man hat nach dieser knappen Stunde ein neues Lieblingsalbum für sich entdeckt.

Fazit: „Iconoclast“ könnte DAS Black Metal-Album 2009 werden. Auf jeden Fall mein brandheißer Top-Kandidat und ein Referenzwerk für unkitschigen Symphonic Black Metal, wie er majestätischer nicht sein könnte.

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