Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Native Window: Native Window

Gutes Debüt im Stil des Achtziger-Jahre-Materials von Kansas
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Rock
Spielzeit: 41:20
Release: 13.11.2009
Label: Inside Out / EMI

Manche Bands gründen sich schon unter merkwürdigen Verhältnissen. So beispielsweise im Falle von Native Window, die deshalb entstanden, da Steve Walsh und Kerry Livgren, die beiden Hauptsongwriter der weltweit bekannten Band Kansas, bereits vor einigen Jahren erklärten, sie wollten kein Material mehr für die Gruppe schreiben – zumindest nicht mehr für ein komplettes Album.

Aus diesem Grund beschlossen die vier restlichen Mitglieder – Bassist Billy Greer, Violinist David Ragsdale, Gitarrist Richard Williams und Schlagzeuger Phil Ehart – kurzerhand, ihre eigene Band zu eröffnen, was allerdings keineswegs gegen den Willen von Steve Walsh geschah, sondern im Gegenteil mit dessen Segen. Den Gesang hierbei übernahm Billy Greer selbst, der auch bei Kansas bereits Backing Vocals beisteuerte – und auch als Leadsänger macht er seine Sache mehr als ordentlich, wie sich sogleich konstatieren lässt.

Natürlich muss man kein Genie sein, um ahnen zu können, dass Native Window dementsprechend musikalisch starke Parallelen zu Kansas aufweisen. Man orientiert sich weitestgehend eher am Mainstream-kompatibleren Achtziger-Material der eigenen Band (also an der Zeit, in der gleich mehrere Mitglieder zu wiedergeborenen Christen mutierten), als an der progressiveren Ausrichtung der Siebziger, was angesichts der Herangehensweise ans Songwriting wenig verwunderlich ist; man sagte sich nämlich, die Songs müssten zunächst einmal im akustischen Gewand funktionieren – also Singer/Songwriter-mäßig, lediglich mit Gitarre und Gesang –, danach könnte man das Ganze immer noch weiter entwickeln.

Auch im Endresultat ist diese bodenständige Herangehensweise noch deutlich erkennbar: Die Songs sind alle eher kurz und im Strophe/Refrain-Schema gehalten, die Akustikgitarre wird sehr häufig als unterstützendes Instrument im Hintergrund verwendet und auf ausuferndes Solieren wird verzichtet. Zwar werden die Solopassagen für Gitarre und Geige nicht komplett weggelassen, jedoch sind diese eher kurz gehalten. Besonders die Geige spielt dennoch eine nicht unerhebliche Rolle und David Ragsdale weiß ein ums andere Mal mit sehr hübschen, die Songs verzierenden Melodien zu glänzen. Neben der Violine bedient er außerdem die Mandoline und die Verwendung dieser beiden im Rockkontext ja nicht wirklich standardmäßigen Instrumente verleiht den Songs ein locker-flockiges, folkiges Country-Flair, was besonders bei Tracks wie „Still (We Will Go On)“, „Surrender“, „The Way You Haunt Me“ oder dem finalen „The Moment“ deutlich wird. Etwas härter gerockt wird beim Opener „Money“ (einem der besten Songs des Albums), während man bei „Blood In The Water“ etwas mehr in die Blues-Richtung tendiert.

Dem gegenüber steht mit „The Light Of Day“ eine lupenreine Akustikballade, die natürlich sofort Reminiszenzen an den Kansas-Klassiker „Dust In The Wind“ hervorruft, ohne allerdings gleich dieses Niveau zu erreichen – was man aber wohl auch nicht verlangen kann.

Songschreiberisch ist Native Window insgesamt ein gutklassiges Album mit etlichen starken Momenten, eingängigen Refrains und einigen sehr schönen Melodien geglückt, das zeigt, dass es auch ohne Walsh und Livgren geht. Im Übrigen eröffnete die Band live bereits für Kansas (ein weiteres Kuriosum, da so zweimal hintereinander fast dieselbe Gruppe auf der Bühne stand), was zeigt, dass das Quartett es absolut ernst meint. Warum auch nicht, ist man bei so einem hörenswerten Debüt doch durchaus gewillt zu glauben, dass hier weitere gute Platten folgen können.

comments powered by Disqus

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging