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Nastrandir: Prayer To Earth

Auf dem Weg zum Erwachsenwerden
Wertung: 8/10
Genre: Viking Metal / Pagan Metal
Spielzeit: 64:33
Release: 31.07.2009
Label: Twilight Vertrieb

In Lübeck beheimatet sind die Viking / Pagan Metaller von Nastrandir. Die sieben Musiker, die sich allesamt Künstlernamen, mitunter aus der nordischen Mythologie, zugelegt haben, hatten für das Vorgänger-Album "Zwischen Horizonten" recht viel Kritik einstecken müssen und haben diese in der Zwischenzeit wohl konstruktiv aufgefasst. Fakt ist, dass „Prayer To Earth“ sich in einigen Attributen von dessen Vorgänger unterscheidet: So findet man nicht mehr diesen oberflächlichen folkigen Touch und das Ganze wirkt um Ecken ernster und gleichzeitig erwachsener.  

„When I´ll Die" stellt ein würdevolles Stück dar, dessen Refrain schnell im Ohrwurmordner des Hirns hinterlegt sein wird. 
„Fäuste aus Stein“ klingt, wie auch „Frei“, ein bisschen nach einem Rudiment vergangener Band-Tage, denn auf dem aktuellen Werk sind diese zwei die beiden einzigen Songs, die in deutscher Sprache vorgetragen werden. In erstgenanntem wirkt das Drumming ein wenig blechern, wohingegen die Clean-Vocals in „Frei“ nicht jedermanns Sache sein werden.  

Mit ruhigen Klängen wird „Bloodred Horizons“ eingeläutet. Nach ungefähr zwei Minuten feuern die Jungs dann wieder aus allen Rohren, wobei trotzdem die Variabilität groß geschrieben wird. Dieses „Hail to…“ wird live sicherlich gut funktionieren. Was nicht so gut umgesetzt wurde, sind hier die Clean-Vocals, denn diese wissen nicht so recht zu gefallen. Trotzdem ist dieser Song ein Anspieltipp geworden, denn der Rest (der ja zum Glück den weitaus überwiegenderen Anteil innehat) ist einfach nur gut. 

Eine ernste Melodie, die so auch gut zu einem reinrassigen Doom-Stück passen würde, markiert den Einstieg in den Song „Evernight“. Hier passen auch die Clean-Vocals wieder sehr gut ins Konzept. Die verschiedenen Parts wirken fast schon ein wenig zu krass in ihrer Gegensätzlichkeit, obwohl klargestellt werden muss, dass sie einzeln genommen wirklich Klasse haben.  

Wird es jetzt zum Ende hin doch noch episch? Zumindest das mächtige Intro des Songs „Rise Of Runes” lässt genau dies vermuten. Auch hier zeigen die Jungs, dass sie es doch drauf haben, gute Clean Vocals in ihren Songs unterzubringen. Auch die Lead-Melodie ist einfach klasse und wird gegen Songende nochmals erstklassig von einer Flöte und Streichern aufgegriffen. Besonders ergreifend finde ich die Stelle, wo die Streicher die Melodie in höhere Tonlagen ausweiten. Dieses grandiose Ende verleiht dem Ganzen einen weiteren epischen Touch – sehr schön gemacht. 

Das Bathory-Cover “Gods Of Thunder Of Wind And Of Rain”, das im Übrigen nur auf dem limitierten Digipak enthalten sein wird, haben die Lübecker sehr gut umgesetzt. Natürlich sind die Götter höchstpersönlich besser, aber schlecht ist diese Version des Songs weiß Gott nicht. Seltsamerweise klingt der Sound hier nicht ganz so verbesserungswürdig, aber vielleicht täusche ich mich.

Der Klang der Scheibe wirkt leider etwas zu dünn und gerade die Drums geraten stellenweise doch recht blechern. Vor allem die Blastbeats hätten etwas mehr Druck vertragen können. 

Fazit: Guter Viking Metal, der schönerweise nicht in Saufgelagen-unterstützendem Schunkelstil versumpft. Man könnte sagen, die Lübecker Nastrandir sind dabei, erwachsen zu werden.

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