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Narziss: Solang das Herz schlägt

Herzschmerz und andere Sorgen
Wertung: 6.5/10
Genre: Emo - Metalcore
Spielzeit: 32:45
Release: 25.08.2006
Label: Alveran Records

Schon das Alben-Cover sagt, worum es bei dem neuen Output von Narziss geht, und zwar geht es genau wie in den Songtexten um Schmerz, Verzweiflung und große Emotionen.

Narziss spielen Metalcore. Gut, werdet ihr denken, macht ja so manch andere Band auch. Aber dann werde ich entgegnen, dass Narziss ihre Texte auf „Solang Das Herz Schlägt“ komplett in deutsch präsentieren. Und spätestens ab dem Punkt kommen dann keine Widerworte mehr, denn dies ist absolut einzigartig und hebt die Jungs eindeutig aus der Masse der Metalcorebands heraus. Gerade, weil die deutsche Sprache für ihren harten Klang bekannt ist, passt dies nämlich quasi wie der bestens bekannte „Arsch auf Eimer“, zu deutsch: Passt bestens in das Gesamtkonzept von Narziss.

Dabei haben die Jungs durchaus ein cleveres Händchen, wenn es darum geht, Variabilität in die Scheibe zu bringen. Durch das Instrumental „Laxamentum“ sowie „Der Puppenspieler Classic Fade“ bekommt der Hörer Gelegenheit, sich etwas von den Metalcoresalven zu erholen. Und gerade durch diese Zwischenspiele kommen Narziss wunderbar aus der Ecke des Metalcore-Einheitsbreis heraus. Diese Instrumentalstücke werten die Scheibe daher extrem auf, weil sie eben ganz anders sind als das restliche Material. Nur schade, dass diese Variabilität nicht bis zum Ende der Scheibe anhält …

Direkt zu Beginn von „Und Du Verblaßt“ zeigen Narziss, was hier Sache ist: Metalcore mit metaltauglichen Gitarren, geiler Melodieführung und sowohl gescreamten wie auch clean präsentierten Vocals. Bereits dieser Opener haut voll auf die Beißerleiste. Songs wie z.B. „Verloren“ und „Erlösung“ lassen sich auch ohne Weiteres in der Metalecke ansiedeln. Und gerade bei „Laxamentum“ erkennt man, dass in den Musikern eine ganze Menge Potenzial steckt. Dieses Stück ist ein zuckersüßes Instrumental … zum Wegträumen … Aber mit Nichten sollte man vergessen, dass es gleich im Anschluss mit „Meine Kleine Seele“ wieder tüchtig einen auf die Lauscherchen gibt. "Der Puppenspieler" legt so richtig schön die melodische Seite von Narziss offen, einfach ein klasse Song!

Leider hat sich nach dem Stück „Der Puppenspieler Classic Fade“ irgendwie dann doch der Plätscherfaktor eingeschlichen: Die Songs „Nur Leben“ bis „Das Tier“ ziehen größtenteils so an mir vorbei … oder ist das so, weil mich die Stücke über Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Konsorten schon so völlig eingenommen haben? Ich meine dies nicht von der Songqualität an sich … nein, die wird von der ersten bis zur letzten Minute konstant gehalten, ich meine viel mehr die Songideen, die bewirken, dass man leicht den Eindruck bekommt, es mit einem einzigen Song zu tun zu haben. Ausnahme dessen bildet das prägnante Outro von „Das Tier“. Aber vielleicht ist es deshalb dann doch gar nicht so verkehrt, dass die Scheibe nur knapp über 30 min. Spielzeit hat.

Da die Produktion in die Hände von keinem Geringeren als Mr. Tue Madsen gelegt wurde, war erstklassige Arbeit so gut wie vorprogrammiert. Nur noch mal zur Erinnerung: Das ist der klasse Produzent, der u.a. auch schon für Kataklysm, Cataract oder auch Heaven Shall Burn gearbeitet hat. Und so ist es auch gekommen: Die Mucke ist derbe druckvoll. So muss das sein… Narziss sollten nur ein wenig aufpassen, da die Gefahr des Abdriftens in sich wiederholende Songstrukturen wie eine Phalanx über ihren Köpfen schwebt.

Fazit: Im Großen und Ganzen ist dies guter, deutscher Metalcore. Fans von Heaven Shall Burn, As I Lay Dying oder auch Atreyu sollten unbedingt ein Ohr … oder vielleicht auch zwei … riskieren.

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