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Narsilion: Namarie

So hart wie frisches Toastbrot
Wertung: 2.5/10
Genre: Soft Music
Spielzeit: 55:42
Release: 04.01.2008
Label: Ars Musica Diffundere

Mit Narsilion präsentiert sich eine spanische Band, die zuvor wohl schon drei Alben herausgebracht hat. Mmh, das verheißt nichts Gutes, da mir der Name absolut nicht geläufig ist. Das Cover wirkt irgendwie wie eine Mischung aus Verträumtheit und bedrückender Tristesse. Also rein die Silberscheibe in den Player und ab dafür.

„El Retorn A La Infantesa” beginnt mit dem Aufziehen einer Spieluhr, welche auch dann alsbald ihre Musik zum Besten gibt. Nette Melodie, die durch das Kindergeschrei im Hintergrund auch gut als Soundtrack für Horrorfilme geeignet sein dürfte. Ich denke da an Filme wie „Nightmare on Elmstreet“ und Konsorten. Leider übernehmen dann die Keyboards die Vorherrschaft. In einem dicht gewobenen Teppich aus Synthesizern und allerlei Flöten, Violinen und klassischen Gitarren entwickelt sich dann ein recht seichtes Klangkonstrukt. Lady Nott`s Stimme erhebt sich zaghaft und verdeutlicht die grenzenlose Softigkeit des Sounds. Oder liegt es vielleicht doch eher daran, dass es sich um ein eher dünnes Stimmchen handelt? Nachdem die Spieluhr eigentlich schon die härtesten Momente des Songs ausgemacht hat, darf sie auch zum Ende des Songs nochmal ans Mikro.

Nun ja, vielleicht ist der Song ja auch eher als Intro gedacht gewesen, hoffe ich zumindest. „Desperta Ferro” weist dann auch Drums auf, welche aber irgendwie auch recht synthetisch klingen. Aber so kommt wenigstens etwas Bewegung in die Musik. Irgendwie wirkt das Ganze wie eine Geschichte, die über irgendeiner Hintergrundmusik erzählt wird. Saft- und kraftlos. Wie ein menschlicher Körper ohne Knochen. Nun ja, wie die Recherche ergibt, bezeichnet man die Musik wohl als Neo Klassik / Dark Folk / Heavenly Voices. Nun ja, wenn die Stimmen im Himmel sich derart anhören, werde ich wohl noch einige Bosheiten in meinem Leben tun müssen, um dem zu entgehen. Nur um auf Nummer sicher zu gehen.

„Las Puertas Del Mar” weist zwar stellenweise sehr schöne Melodiebögen auf, aber der Gesang zieht es leider in die Bedeutungslosigkeit. Ich mag ja Frauengesang, aber das hier ist irgendwie viel zu unbestimmt, zu weich, zu dünn, zu wenig. Die Flöten und Zupfinstrumente schaffen es dennoch, teilweise eine angenehme Stimmung zu erzeugen, wenngleich das Ganze schon beim dritten Song wie eine Schlaftablette zu wirken beginnt.

„Enmig Del Silenci” beginnt mit hellen Tönen und ein wenig extrem unecht wirkendem Wassergeplätscher. Also, nee wirklich, weit über eine Minute diese Ambientemusik als Einstieg in einen doch zugegebenermaßen nicht schlechten Song, das ist wirklich zu viel. Während Sathorys mit seinen Instrumenten noch so etwas wie gelungene Entspannungsmusik zu zaubern vermag, werden die „Heavenly Voices“ langsam echt zum kleinen Ärgernis. Gerade auch die gekonnt eingesetzten Streichereinlagen hieven die Songs auf ertragbare Qualität.

„Angmar” ist dann der erste Song, der nicht in Katalanisch oder Spanisch gehalten ist. Mit für Narsilion-Verhältnisse recht dunklen bedrohlichen Tönen beginnt der Song schon fast mit so etwas wie Energie, bevor dann die Flöte ertönt und Lady Nott ihre Verse raus haucht. Okay, es waren die leicht militärisch anmutenden Drums, die mir das trügerische Gefühl gaben. Nun ja, für ihre Verhältnisse singt auch Lady Nott recht energisch. Trotzdem bleibt auch dies ein recht weiches, zartes Etwas. Leider merkt man sehr stark, dass man wohl nicht so auf gutem Fuße mit der englischen Sprache steht, denn dass hier Englisch gesungen wird, fällt einem erst wirklich auf, wenn man ins Booklet schaut. Dann stellt sich auch heraus, dass es sich bei den Bandmitgliedern um Fans der Herr der Ringe Saga zu handeln scheint, denn es geht um Mittelerde und so. Nun ja, liegt aber vielleicht auch an mir, da meine Spanisch/Katalanisch Kenntnisse gen Null tendieren.

„Namri: El Llnato de Galadriel” schleicht sich dann ebenso wie die bisherigen Lieder an mir vorbei, ohne jegliches Erinnerungszentrum zu berühren. Die Melodien sind nett, aber das Gesamtpaket stimmt hier nicht. Meeresrauschen und Möwen eröffnen dann „O Soar Das Augas“, welches dann auch seine vier Textzeilen geflüstert bekommt. Jawohl, gerade auch wegen der fehlenden Vocals stellt sich der verträumte Song dank seiner schönen Melodieverläufe als Highlight dieser CD heraus.

Im zweistimmigen Gesang kann dann auch „En Caure La Nit“ ein paar kleine Pluspunkte sammeln, wenngleich es besser gewesen wäre, wenn Sathorys zurückhaltende Stimme über die des Frontmädchens gelegt worden wäre und nicht, wie hier geschehen, andersherum.

„Who Can Dream Forever” versucht sich dann noch ein zweites Mal an der englischen Sprache. Sorry, aber hier nutzt dann auch schon der zweistimmige Gesang nichts mehr, einfach zu langweilig klingt dieses locker, flockig geratene Werk.

Fazit: Wer frisches weißes Toastbrot erst noch in ein Getränk tunken muss, damit es nicht zu hart ist, ist mit dieser Scheibe sicherlich gut bedient. Für mich ist das absolut nichts. Auch als Einschlafmusik nicht wirklich geeignet, denn ich powere mich lieber aus und falle dann erschöpft in den Tiefschlaf, als dass ich mich langsam und allmählich in den Schlaf einlullen lasse.

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