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Nargathrond: Inevetability

Bitte einmal Gothic Metal, mit Frau, ohne Kitsch
Wertung: 7.5/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 47:39
Release: 02.02.2009
Label: Vic Records

Die einst als Duo-Projekt gestartete Black Metal/Dark Ambient-Band Nargathrond überrascht auf dem aktuellen Output mit einem überraschenden Stilwechsel: Masha "Scream" Arhipova, die Frontfrau der russischen Pagan Metaller Arkona wurde an Bord geholt und verhilft der Band nun zu einem neuen Stil, den man am besten als keyboardlastigen Gothic Metal einordnen kann. Das vorliegende Album ist allerdings bereits im Jahre 2004 veröffentlicht worden und wurde nun zusammen mit einem Live-Album von Arkona neu releast – angestaubt klingt das ganze allerdings zu keiner Zeit.

Als erstes fällt beim Hören die extrem prägnante Stimme Mashas auf, die hier im Gegensatz zu Arkona komplett klar singt. Da die Texte in der Landessprache russisch gehalten sind, wirkt der Gesang zunächst sehr ungewohnt, da die Worte sehr hart intoniert werden. Umso beeindruckender ist es, wie es der Sängerin gelingt, zahlreiche Emotionen zu transportieren, denn auch sanfter und leiser Gesang wie auf „Sily Vetra“ ist des Öfteren zu hören. Durch diese vollkommen unkitschige und starke Stimmleistung wird jede aufkeimende Assoziation zu Trällerelfchen der Marke Within Temptation und Konsorten im Keim erstickt, denn Mashas Stimmlage ist meistens recht tief und klingt zudem gelegentlich sehr aggressiv.

Auch der Rest der Band lässt sich nicht lumpen und fährt eine gute Instrumentalleistung auf. Es werden beispielsweise einige gute melodische Gitarrensoli geboten. Des Weiteren fallen die häufig eingesetzten Keyboards auf, die der CD einen hohen Grad an Eingängigkeit beschehren und den größten Teil der Zeit ohne Klischees daherkommen. Lobend hervorzuheben sind zudem die Bass-Linien, die schön prägnant abgemischt wurden und dem Album zusätzliche Dynamik verleihen. Die bereits erwähnte Eingängigkeit zeigt sich insbesondere in den Ohrwurm-Refrains wie bei „Teni Nochi“ oder „Neizbezhnost“, die jedoch nicht ausschließen, dass das Songwriting gelungen ist – im Gegenteil, hier wird sehr viel Abwechslung geboten und das ganze wirkt zudem äußerst professionell. Auf einigen Tracks lässt sich außerdem eine leichte Pagan-Schlagseite feststellen, die wohl auf die Mitarbeit von Masha zurückzuführen ist. Diese reichert die Platte beispielsweise mit ungewöhnlich anmutenden Melodieführungen und häufigem Einsatz der Akustik-Gitarre an, die der Platte ein weiteres Gesicht verleihen und für Abwechslung sorgen.

Treibende Uptempo-Rocker wie „Plenja Zabludshie Ogni“ wechseln sich mit langsameren Stücken wie dem mit einigen Akustik-Passagen versehenen „Volki“, verträumt-melancholischen Ohrwürmern wie „Oblaka“ und riff-orientierteren Tracks wie „Rasterebil Tvoj Den'“ ab. Gegen Ende ermüdet die CD ein wenig, doch mit dem abschließenden, sehr Pagan-lastigen Song „Oblik Tvoj“ wird noch ein guter Abschluss für das Album geboten.

Nargathrond überraschen mit einem gelungenen Gothic Metal-Album, das insbesondere dank dem charismatischen Gesang aus der Masse hervorsticht. Die eingängigen Keyboard-Melodien und Refrains geben der CD zwar ein gewisses Pop-Appeal, was aber nicht unbedingt negativ anzurechnen ist, denn Spaß macht das Ganze trotzdem. Wenn man sich erst einmal an den russischen Gesang gewöhnt hat, ist „Inevitability“ eine interessante Angelegenheit für all jene, die endlich wieder mal Gothic Metal mit weiblichem Gesang, aber ohne Kitsch hören möchten. Trotz des leicht belanglosen Endes ist die Qualität durchgängig über dem Durchschnitt anzusiedeln, denn auch die Produktion ist ordentlich.

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