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Nano Infect: Circuitry Of Blades

Harsh Electro aus Griechenland
Wertung: 8.5/10
Genre: Harsh-Electro
Spielzeit: 53:41
Release: 14.10.2011
Label: Danse Macabre

Aus Griechenland kommt das Ein-Mann-Electro-Projekt Nano Infect und präsentiert mit „Circuitry Of Blades“ sein erstes Album. Ganz unbekannt ist Nano Infect aber nicht, denn es gab auf diversen Alben schon mal ein kleines Stück seines Werks. Nun aber ist die Zeit da, um sich voll und ganz dem Griechen zu widmen. Nano Infect präsentiert mit dem vorliegenden Album ganz klaren Harsh-Electro und nach dem „Intro“, welches handzahm daher kommt, geht es auch direkt krass zur Sache und das nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich. „Abortion“ heißt der erste richtige Song des insgesamt dreizehn Track-lastigen Albums. „Abortion“ besticht durch seine sich wiederholenden Lines und den schlichten Text, worin es um Hass und dem Ende der Liebe geht. Scheinbar ist dann nur noch das möglich. 

Der dritte Track beginnt dann etwas versönlicher, ruhiger, wobei dies absolut in die Irre führend ist, denn der Titel heißt „Terror“ und sobald die Vocals einsetzen, wird der Titel dann auch Programm. An dieser Stelle des Albums kann man schon eines sagen: „Schade, dass wir so lange auf Nano Infect warten mussten!“. Endlich wieder guter Nachwuchs in der Szene. Die Tracks, die wie „Nightmare“ oder auch „Bound To Kill“ folgen, lassen Erinnerungen an andere Größen aus der Harsh-Electro-Szene aufblinken und das zu Recht. 

Gut gemachte Tracks folgen einer nach dem anderen, man kann einfach nur abtanzen, man lässt alles andere stehen und liegen und feiert, tanzt und hasst. Wer jetzt aber große Veränderungen erwartet zu Szene-Größen, der wird an dieser Stelle vermutlich enttäuscht den Kopf einziehen und weggehen. Wer aber diese aggressiven EBM-Töne mag, der kann ohne nachzudenken einfach zuschlagen. Denn keiner der vorhandenen Songs ist nicht hör- oder tanzbar.

Es ist nichts Neues, aber Altbekanntes mit einem ganz anderen Charme, und das ist dann wirklich willkommen im Player. „Shadow Dance“ ist so ein Track, der sich von hinten anschleicht, sich festkrallt am Ohr und sich dann langsam Richtung Trommelfell abseilt und sich dort verkanntet. Ebenso der neunte Track „Fall Asleep“ (Bemerkung: Der Name ist hier nicht Programm). Die Muskeln bewegen sich, der Körper fliegt und kennt kein Halten mehr. Die Melodie ist eingängig und das gläserne Klingen versetzt einen quasi in Hypnose, der nur tanzend beizukommen ist.

Das vorliegende Album „Circuitry Of Blades“ ist prall gefüllt und jeder Song hat sein eigenes kleines „Ich“ und auch wenn Nano Infect schon auf anderen Alben vertreten war und somit nicht ganz neu ist, ist dieses Album dennoch ein Newcomer, der sich gewaschen hat. So gut vorbereitet wünscht man sich manchen Newcomer, dessen Album klingt, als sei es fix zusammen „programmiert“ worden. Auch der elfte Track „The Dead Are Marching“ ist ein Knüller, wenn auch anfangs etwas monoton klingend, skizziert sich dann doch vor dem geistigen Auge den Marsch der Toten. Das ist wirklich gut gemacht und so ist es schade, dass nun schon die letzten beiden Tracks beginnen.

Es ist nichts Neues im Genre Harsh-Elektro, aber dafür durchdacht und gut gemacht. So möchte man das immer wieder hören und erleben dürfen.

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