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Naildown: Dreamcrusher

Herbe Enttäuschung
Wertung: 4.5/10
Genre: Modern Hybrid Metal
Spielzeit: 42:13
Release: 04.05.2007
Label: Spinefarm Records

Selten bin ich von einer Band so enttäuscht worden, wie es nun mit dem neuen, zweiten Album „Dreamcrusher“ der Finnen Naildown passiert ist. Mann, was hat die Jungs bloß geritten, als sie auf die Ideen für die Songs gekommen sind … Diese Keyboards, die zwar beim Debut auch schon mit von der Partie waren, gehen mir hier stellenweise recht arg auf die Nerven, weil sie einfach nur kirmesmäßig und – tschuldigung – kitschig – wirken und das ganze Drumherum total runterziehen. Der Gesang bewegte sich auf dem Debüt nur hier und da mal im cleanen Bereich. Doch hier dominiert der cleane Gesang über weite Strecken, was natürlich die ganze Stimmung in eine andere Richtung lenkt.

Der Beginn des Titeltracks „Dreamcrusher“ ließ mich noch hoffen, doch spätestens im Refrain musste ich das erste Mal meine Stirnmuskeln zusammenziehen. Auch der Beginn des nächsten Stückes „Judgement Ride“ lässt zunächst wieder einen zarten Hoffnungssstreif am Horizont erscheinen, der dann aber jäh zunichte gemacht wird, als diese widerlichen Keyboards einsetzen. Von den Gitarren und von den Drums her würde der Song wirklich gut wummern, wenn nur dieser schreckliche cleane Gesang inklusive dieser Keyboardeinsätze nicht wäre. Ein absolut nichts sagender Song.Bei dem folgenden Stück „Lame“ könnten böse Zungen fast meinen, dass man in Richtung Charts schielt und sonst nichts. Das Tempo wird raus genommen, es folgen daraufhin wieder die anscheinend so beliebten Synthesizer und nicht zuletzt damit versinkt dieses Stück in der Belanglosigkeit.

Der angekündigte Blastpart eingangs des flotten Thrashers „P.I.B.“ ist ganz amtlich – auch hier habe ich wieder Hoffnung, dass ab jetzt alles wieder gut wird … Die Vocals sind auch wieder schön growlend, wenn auch das Keyboard spacig dazwischenfunkt. Schön auch, dass das Keyboard hier verhältnismäßig spärlich mit von der Partie ist. Auch gibt es hier ein cooles Gitarrensolo. Das Keyboard bekommt dann in „Silent Fall“ auch schon wieder mehr Spielraum. Hier donnert das Eingangsriff auch ganz gut um die Ohren. Aber dann kommt der Refrain und wieder werde ich enttäuscht, da das Ganze wieder absolut gesichtslos rüberkommt.

„Like I´d Care“ käme auch ohne diese verdammten Keyboards verdammt gut. Jungs, warum habt Ihr das getan? Die Vocals bewegen sich – richtig geraten – im cleanen Bereich. Teilweise könnte man fast vermuten, man hätte es hier mit einem ganz neuen Song von To/Die/For zu tun. Ein weiterer Song, mit dem die Jungs wohl in die Charts wollen, denn auch dieses Stück wirkt insgesamt ziemlich gefällig, aber dadurch auch wenig eigenständig. Ein reines Instrumental erwartet den Hörer dann im Anschluss bei „Deep Under The Stones“, bei dem – oh Wunder – auch wieder das Keyboard ganz vorne mit dabei ist. Überflüssig.

„Save Your Breath“ könnte ich auch eher wieder bei den Landsmännern T/D/F vermuten, obwohl selbst diese die Dosis des von mir nicht allzu geliebten Tasteninstruments reduziert haben. Aber wenigstens gibt´s hier wieder ein wenig growlende stimmliche Einsätze, wenn auch wenige. Dafür nerven die Cleangesänge im Refrain dann auch wieder umso mehr. Schöne Gitarrenarbeit, hätte ich fast vergessen.

Und jetzt sind wir auch schon am Ende der CD angekommen: „The New Wave“. Und hier bin ich an dem Punkt angelangt, wo ich erstens diese Keys so richtig zum Kotzen finde, mir zweitens diese Cleanvocals bis Oberkante Unterlippe stehen; ich drittens merke, dass mir von dem kompletten Album selbst nach dem 20. Durchlauf nichts im Kopf hängen bleibt und mir das viertens irgendwie total leid tut, da ich mich sehr auf dieses neue Album der Finnen gefreut hatte.

Mann, die Jungs haben es an ihren Instrumenten doch echt drauf … auch stimmlich braucht Daniel Freyberg sich doch nun wirklich nicht verstecken, aber er singt mittlerweile wohl lieber clean … Und in ihren Köpfchen schwirren doch auch gute Ideen für Melodiearrangements … Umso weniger verständlich, warum die Jungs ihre Pluspunkte nicht zielgenau einzusetzen vermögen. Vielmehr driften die Songs in Richtung Belanglosigkeit, denn es bleibt nichts hängen. Mal sehen, was das dritte Album bringen wird … entweder berappeln sich die Jungs wieder oder … ne, das will ich mir gar nicht ausmalen …

Dieses Album hat meiner Ansicht nach nicht mehr viel zu tun mit den Melodic Death Metallern Naildown, die ich vor ca. 16 Monaten kennen lernen durfte. Meine Erwartungen an dieses zweite Werk wurden ganz eindeutig zunichte gemacht. Gut, es heisst: Stillstand ist der Tod, aber dieser Schritt in die Zukunft geht meiner Meinung nach voll in die Hose. Ehrlich gesagt kann ich diesen Entwicklungsschritt dieser jungen Band auch so ganz und gar nicht nachvollziehen.

Dass man aus dem so oft genannten Schatten der Kinder vom Bodom-See treten will, ist eine Sache, aber doch bitte nicht so …Man kann nur hoffen, dass die Finnen es sich mit diesem Werk bei ihren Fans nicht verscherzt haben.

Fazit: Es tut mir in der Seele weh, das Album der Jungs hier so bewerten zu müssen! Traurig, traurig, aber ich kann diese Entwicklung der jungen Band absolut nicht verstehen … Wer das Debütalbum so wie ich total klasse fand, sollte eher die Finger lassen von „Dreamcrusher“.

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