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Nachtmahr: Mädchen In Uniform

Eine Uniform allein macht noch keinen Hit
Wertung: 5.5/10
Genre: Electro
Spielzeit: 50:52
Release: 29.01.2010
Label: Trisol

Allein der Titel der neuen EP von Nachtmahr, „Mädchen in Uniform“, stellt bereits eine Steilvorlage für allerhand anrüchige Witzeleien dar – also ein typischer Titel für dieses Electro-Projekt, das seit jeher mit provokanten Parolen à la „Alle Lust Will Ewigkeit“ oder Arbeitstiteln wie „Weltmacht oder Niedergang“ für Aufruhr sorgt.

Der neue Track ist nicht nur hinsichtlich Uniform stark beeinflusst, sondern auch konform-technisch besonders ausgeprägt; so ist der Song „Mädchen in Uniform“ zwar absolut untypisch für Nachtmahr selbst, klingt allerdings wie hunderte andere Old School-EBM-Songs auch und geht hier total regelkonform. Eine puckernde Bassspur ist das wohl melodiöseste Element, ein simpler Beat bestimmt ein tanzbares Tempo und beim Gesang wird in altbekannter EBM-Manier schlichtweg losgegrölt. Für mich stellt sich hier die Frage: Warum? Mastermind Thomas Rainer hat bereits mit seinen früheren Releases unter Beweis gestellt, dass er durchaus komplexere Songs kreieren kann, sein wahnsinniges Gesangstalent ist bekannt von seinen Leistungen bei L’Âme Immortelle. Warum also grölt dieser Mann nun los, als gäbe es keinen Morgen? Ein Rätsel. Abwechslungsreichtum in allen Ehren, aber da sind anspruchsvolle Dark Electro-Knaller deutlich lieber gesehen – beziehungsweise gehört – als ein mittelmäßiger EBM-Track, der im Faderhead-Remix auch noch erschreckend an die sogenannte Atzenmusik von zum Beispiel Manny Marc erinnert.

Zwei weitere neue Songs haben es auf die EP geschafft – zum einen „Titanic“, ein typischer Dark Electro-Track im Stile von „Alpha / Omega“ und anderen Songs, wie man sie von Nachtmahr kennt und liebt, zum andern der Track „El Chupacabra“, der anfangs mit interessanten orientalischen Saitenklängen aufwartet, sich aber leider zu einem langweiligen Techno-Instrumental entwickelt. Neben den neuen Stücken behaupten sich zudem zahlreiche Remixe der DJ-Waffen „Tanzdiktator“ und „Mörder“ auf der EP - der Song „Tanzdiktator“, den ich bereits in meinem Review zum letzten Nachtmahr-Album „Alle Lust will Ewigkeit“ als „Schranzdiktator“ vorgeführt habe, mausert sich nun in Form von zahlreichen Remixen regelrecht zu einem „Trancediktator“. Jeder Remix hat seine starken und schwachen Stellen, besonders originell geraten ist leider keiner.

„Mädchen in Uniform“ ist Nachtmahrs schwächstes Release geworden – die Remixe sind nur kurz unterhaltsam und erwecken daher den Eindruck von Füllmaterial, die neuen Songs sind zum Großteil zu schwach geworden und selbst das Cover-Artwork kommt nicht an die bisherigen Releases ran, ist es doch viel simpler, schlichter und weniger detailreich ausgefallen als sonst. Lobenswert ist auf jeden Fall der gezeigte Mut zum Experimentieren, denn der größte Kritikpunkt in meinem Review zum letzten Album war die enorme Ähnlichkeit zum Vorgänger. Leider sind diese Experimente jedoch total in die Hose gegangen – völlig egal, ob sie nun zur Uniform gehört oder nicht.

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