Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Nachtmahr: Alle Lust Will Ewigkeit

Napalm für die Ohren
Wertung: 8.5/10
Genre: Imperial Austrian Industrial
Spielzeit: 43:53
Release: 07.08.2009
Label: Trisol

Eigentlich sollte das neue Nachtmahr-Album mit der Parole „Weltmacht Oder Niedergang“ betitelt werden, allerdings entschied sich Mastermind Thomas Rainer dann doch noch in letzter Sekunde um und taufte den zweiten Einsatzbefehl Nachtmahrs auf den theatralisch-pathetischen Ausruf Nietzsches „Alle Lust Will Ewigkeit“.

Genauso betitelt ist der Opener des neuen Albums, der eine verblüffende Ähnlichkeit zum ersten Song des Debüt-Albums aufweist. So beginnen beide Songs mit fremdsprachigen Zitaten, bevor ein marschartiger und trommellastiger Beat einsetzt, einige melodische Sequenzen den Groove untermauern und der Oberbefehlshaber Thomas Rainer mit seinem harsch verzerrten Organ episch anmutende Texte von sich gibt. Nicht zu vergessen sind die dezenten aber sehr atmosphärischen Flächensounds, die einen Großteil zu der so epischen Nuance der Songs beitragen.

Wie auch auf dem Debüt-Album folgen auf den Opener einige tanzbare Tracks, die weitestgehend auf Vocals verzichten und sich mehr auf eingespielte Zitate stützen. Was „Katharsis“ 2008 war, ist der „Tanzdiktator“ – oder sollte man besser „Schranzdiktator“ sagen? – im Jahre 2009: Ein Clubhit. In neuere Gefilde bewegte man sich mit dem Song „Klingen“, auch hier verzichtet man auf Vocals und setzt auf sehr gut in den Sound eingefädelte Zitate, die dem recht melodischem Song, der überraschenderweise mehr aus peitschenden melodischen Sequenzen als aus Noise-Elementen besteht, eine passende Stimmung verleihen.

Der Song „Sklave“ stellt scheinbar das Pendant zu dem Track „Mein Name“ vom Debüt-Album dar. Die Intro-Sequenzen ähneln einander stark, beide Songs besitzen sehr gut umgesetzte Vocals die zum Mitkeifen einladen, das Tempo ist nahezu gleich und sogar die Bridges am Ende der Songs klingen ähnlich. Aus den gleichen Elementen bestehend, das heißt auch mit perfekten Vocals versehen, allerdings deutlich frischer klingend ist hingegen der Song „Alpha / Omega“.

„War On The Dancefloor“ ist – auch wenn es aus aktuellem Anlass wahrscheinlich erscheint – keine adaptierte Version von Michael Jacksons „Blood On The Dancefloor“ sondern erinnert viel mehr an „Feuer Frei“ vom schon so oft erwähntem Debüt-Album: Zwar sind auch hier Vocals vorhanden, allerdings zielt dieser Track deutlich stärker in Richtung Clubs. Generell wurde mehr Wert auf Tanzbarkeit gelegt, so sind die Noise-Elemente etwas zurückgeschraubt worden, auch wenn noch an X-RX oder SAM erinnernde Songs wie „Träume“ auf dem neuen Longplayer Platz gefunden haben. Allerdings tut dies der Scheibe keinen Abbruch, man vermisst viel mehr die früher doch so genial umgesetzte apokalyptische „Endzeitstimmung“ wie sie zum Beispiel bei „Deus Ex Machina“ vorhanden war.

Das zweite Full-Length von Nachtmahr schlägt erneut ein wie eine Bombe und hinterlässt Spuren im Gehörgang – dazu wird allerdings ebenfalls ein Nachgeschmack serviert, der den Eindruck erregt, dass die CD bezüglich Songwriting kaum Fortschritte zum Vorgänger aufzuweisen hat und somit weniger originell wirkt als noch das Debüt. Vielleicht resultiert dieser Umstand daraus, dass die letzten beiden Veröffentlichungen erst letztes Jahr erschienen sind und die Songs demnach vermutlich im Highspeed-Tempo geschrieben werden mussten. Für Fans aggressiven Industrials jedoch auf jeden Fall ein Pflichtkauf.

comments powered by Disqus

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging