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Nachtgeschrei: Promo 2006

Ein Vergnügen an Frische und Innovation
Wertung: 7.5/10
Genre: Mittelalter-Rock
Spielzeit: 21:40
Release: 06.06.2006
Label: Eigenproduktion

Vieles von dem, was heute als „Mittelalter“ angeboten wird, ist ein innovationsloser Einheitsbrei, der durch das rasant wachsende Interesse an Rittern, Burgen und Spielleuten entstanden ist. Auf einmal gab es ein wahnsinniges Verlangen nach „rauen, mittelalterlichen Melodien“, auf welches mit nur wenigen Stücken reagiert wurde, und so konnte man bald überall Lieder aus den Carmina Burana und Cantigas de Santa Maria hören. Verständlich, da die Stücke durch ihre geniale Simplizität bestechen. Der Rhythmus ist gut tanzbar, die Melodien eingängig; also alles, was gute Musik ausmacht. Leider wird auch das beste Lied langweilig, wenn man zum 120sten Mal damit erfreut werden soll.

Dennoch gelang es vielen Gruppen auch, ihre eigenen Ideen auszugestalten und ihrem überraschten Publikum eine Musik zu kredenzen die sowohl alt und mystisch wirkt, als auch immer wieder Staunen über die Vielfalt hervorruft.

Einer der bedeutendsten Schritte ist diesbezüglich die Einbindung von elektronischem Instrumentarium in die mittelalterliche Musik. Und wenn auch hier beizeiten eine unangenehme Parallelität zwischen vielen Bands auszumachen ist, so lohnt es doch, diesen Sektor aufmerksam zu beobachten.

Denn auch die recht junge Band Nachtgeschrei bewegt sich in diesen Gewässern. Ihr Vorteil ist definitiv, dass sie ihre Wurzeln in der Folk-Musik hat, und somit nicht das martialisch-primitive Mittelalter heraufbeschwören, sondern sich auf eine eher ungezwungene Art mit den Elementen der mittelalterlichen Musik beschäftigen können, die sie für passend empfinden. Dies sind eigentlich nur einige Instrumente (Dudelsack und Akkordeon) sowie ein paar Phrasierungen, die man dem Mittelalter entlehnt hat.

Was jedoch die Inhalte der Musik angeht, so wird hier durch die teilweise sozialironischen Texte mehr vom Hörer gefordert als bei einigen Kollegen. Und so kann man bei den fünf Stücken sich auf die melodisch leichtgängigen, inhaltlich jedoch schwerwiegenden Texte konzentrieren, oder einfach nur den guten Musikern beim Spielen zuhören.

Denn dies beherrschen sie tadellos, vor allem der Gesang ist grandios. Wenn also beizeiten die Lyrik als zu schwere Kost erscheint, so kann man die Musik auch als Ganzes hören, ohne sich zu sehr in die teilweise recht aufreibenden Texte hineinzuleben.

Man darf also auf einen Longplayer gespannt sein, der hoffentlich eine Weiterentwicklung dieser Promo-CD im Positiven wird. Denn obwohl die Struktur der Songs toll ausgearbeitet war, ist die Gefahr groß, dass sich die Band schnell auf der Rockschiene festfährt, und vergisst, dass es mehr als handfesten Rock mit Folk- und Mittelalterelementen bedarf, um das Publikum länger zu fesseln. Ein paar ausgedehnte Gitarrenriffs oder Instrumentalpassagen etwa. Aber das Potential ist auf alle Fälle vorhanden, und schon das Hören dieser fünf Tracks war ein Vergnügen an Frische und Innovation, dem man ruhig öfter begegnen könnte.

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