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Nachtgeschrei: Aus Schwärzester Nacht

Nachtgeschrei überzeugt mit gutem Mittelalterrock
Wertung: 9 von 10/10
Genre: Mittelalterrock
Spielzeit: 77:33
Release: 22.03.2013
Label: Massacre (Soulfood)

„Aus Schwärzester Nacht“ ist nun das vierte Album der Mittelalter Rocker Nachtgeschrei. In sechs Jahren hat sich die Frankfurter Band einen Namen in der Szene gemacht, Zeit also, dieses im siebten Jahr zu unterstreichen und das klappt am besten mit einem aussagekräftigen, neuen Album. Neu an Bord bei den Mittelalterrockern ist Martin LeMar, der stimmlich, soviel sei vorweg genommen, perfekt in die Band passt.

Bombastisch ist schon einmal die Songanzahl, die mit nicht weniger als 16 daher kommt. Der Titelsong „In Die Schwärze Der Nacht“ ist gleich zweimal vorhanden: einmal als orchestrale Version. Langsam, ganz leise beginnt der Titelsong, Martins Stimme seicht und im Hintergrund rhythmische Klänge. Doch mit dem Fortschreiten der Zeit bekommt der Song Kraft und zieht den Hörer in einen Sog, um ihn mittig wieder auszuspucken, quasi wieder in einen Ruhezustand versetzend. Nachtgeschrei schaffen hier einen Titelsong, der es verdient hat und somit ist die Entscheidung vermutlich eine leichte gewesen, diesen nochmals orchestral aufzunehmen. Dieser schleicht noch um einiges leichter an den Hörer heran. Sanfte Streicher lassen vorerst nicht vermuten, was denn da nun gerade aus der Tiefe der Nacht heraufbeschworen wird. Es kommt aber wie es kommen musste: die Nacht umschlingt einen und lässt einen nach wiederholtem Ausspucken nicht wieder los.

Aber auch der erste Song „Sirene“ macht Laune. Er hat ein geniales Tempo und die Frankfurter machen deutlich, dass E-Gitarren und Schlagzeug definitiv Pflicht sind für einen gescheiten Mittelalterrocksong. So wird der Hörer direkt überflutet, erhält einen Refrain, der fesselt und einen nicht mehr loslässt. Mit diesem Song - kann man sich vorstelle - kann Nachtgeschrei prima Konzerte starten um die Stimmung direkt zu Beginn zum Pulsieren zu bekommen. Ruhiger, aber nicht weniger rockig, ist dann „Die Geister Die Uns Riefen“. Verbindungen zu Schandmaul sind hier am ehesten zu finden, was dem ganzen weder das Stigma des Abklatsches aufdrückt, noch den Song als solchen schmälert. Man wippt im Takt, genießt den Text und ist gespannt, was uns da noch erzählt wird.

Eine schöne Ballade ist dann an fünfter Stelle zu finden. „In Meinen Liedern“ zeigt die texterische Finesse der Band. Es wird ein Resümee einer Liebe gezogen, dazu die Abhängigkeit aufgezeigt und das ganz einfach in nur einem Satz verpackt, der alles aussagt: „Weil du nach Gift schmeckst.“ Interessant ist auch der instrumentale Song „Na Sdorowje“. Langsam mit der Drehleier beginnend, wird er schnell und schneller und vor dem geistigen Auge tauchen die orientalischen Derwische auf und man muss aufpassen, mit dem eigenen wippenden Bein nicht den Bierkrug vom Tisch zu stoßen. Hier macht die Band ganz deutlich, dass sie es absolut drauf haben, im Reigen der vielen Mittelalterbands ihren Platz zu behaupten und dass Mittelalterrock auch wirklich rockig sein kann und auch Metal nicht abwegig ist.

Wirklich überzeugen kann dahingehen „Am Rand Der Welt“ nicht. Der Song plätschert nur so dahin und irgendwie ist man froh, wenn die über vier Minuten vorbei sind. Übel nehmen kann man es der Band aber bei der Anzahl der Songs schon fast nicht, dass auch mal so ein Song dazwischen purzelt. Richtig gut ist demgegenüber dann die Wiederaufnahme des Songs „Herbst“, der schon auf dem letzten Album „Ardeo“ seinen Platz behauptete. Hier auf dem neuen Album finden wir eine Akustikversion des Songs. Es ist immer eine gute Idee, einen alten Song neu mit aufzunehmen, wenn ein neuer Sänger an Bord ist. Martin LeMar überzeugt hier, wie bei allen anderen Songs auf diesem Album.
Nachtgeschrei schaffen es dem verflixten siebten Jahr zu trotzen und bieten ihm die Stirn mit einem wirklich guten Album. Tolle neue Songs und mit über 70 Minuten Spielzeit, findet sich auch hier die heilige Zahl wieder, vielleicht mit ein Grund, dass der eine oder andere Song noch mit aufs Album genommen wurde. Für alle Mittelalterrockfans definitiv ein Must-Have in diesem Sommer.

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