Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Nachtgeschrei: Ardeo

Gleich bleibende Belanglosigkeit
Wertung: 6/10
Genre: Mittelalter Rock
Spielzeit: 50:06
Release: 26.11.2010
Label: Massacre Records

„Ardeo“ ist bereits das dritte Album der Frankfurter Truppe namens Nachtgeschrei, welche sich auch bei diesem Werk wieder tief aus der Kiste des Mittelalter Rocks bedient. Dazu werden vor allem traditionelle Instrumente benötigt, die auf Grundlage moderner Instrumente das passende Flair übermitteln können. Nachtgeschrei wählten dazu neben  Dudelsack und Flöte auch Drehleier und Akkordeon aus.

Der Mittelalter Rock auf diesem Album zeichnet sich durch eine sehr klare Melodieführung aus. Fast schon leichtfertig werden die eingängigen Klänge dem Hörer präsentiert. Die Musik bleibt gleichzeitig aber sehr dezent und unaufdringlich. Die typischen elektronischen Instrumente (E-Gitarre, Bass, Keyboard) bilden zwar den Grundstein für die Musik, werden aber kaum bewusst erlebt. Sie rücken sehr in den Hintergrund und verschmelzen quasi zu einer gemeinsamen Basis. Dafür treten die klassischen Instrumente mehr in den Vordergrund und wirken sehr Lied-führend. Insgesamt ist die Musik auf „Ardeo“ aber recht gelassen und kann auf der ruhigeren Schiene angesiedelt werden. Die Instrumente, wenn auch sehr rhythmisch, streben nie nach echtem Ausbruch oder Demonstration von Stärke.

Das Markanteste an diesem Album ist aber wohl die Stimme von Vokalist Hotti. Diese ist sehr individuell und daher unverkennbar. Die einzigen Vocals, die dieser Stimme in Farbe und Stil ähneln, sind die von Eric Fish, der den Gesang bei Subway To Sally übernimmt. Dass die Band unter anderem auch genau die Mittelalter-Combo Subway To Sally als musikalischen Einfluss angibt, ist generell nicht zu überhören. Die Ähnlichkeit der Stimmen kann aber dabei wohl eher dem Zufall zugerechnet werden. Nichtsdestotrotz haben schon Subway To Sally bewiesen, dass sich solch eine markante Stimme gut mit Mittelalter Rock verbinden lässt. Nachtgeschrei machen sich dies zu Nutze und verknüpfen auch ihre deutschen Texte mit dieser gewissen Note. Es fällt aber auf, dass der Gesang von Hotti noch etwas unausgereift ist. Er bietet auf „Ardeo“ einen sehr zuverlässigen Gesang, mit Emotionen hält er sich aber weitestgehend zurück. Leichte Ausbrüche können an einigen Passagen wie beispielsweise im Lied „Herzschlag“ erlebt werden, im Ganzen bleibt die Stimmlage aber auf ein und demselben Niveau. Dies ist wenig abwechslungsreich und wirkt auf die Dauer monoton. Die Auswahl der eingesetzten Instrumente variiert zwar von Lied zu Lied, aber auch diese wählen, wie bereits angesprochen, einen sehr dezenten Stil. Dies führt dazu, dass dieses Album so schnell wie es anfänglich ins Ohr geht, auch genauso schnell wieder aus dem Gedächtnis verschwindet. Es ist einfach zu leichtfertig und geht nicht richtig an die Materie.

Die Texte bei Nachtgeschrei sind aber dafür wieder ein Pluspunkt. Im Gegensatz zu anderen Bands aus dem Mittelalterbereich behandelt die Band durchgehend ernste Themen. Sie setzen diese aber nicht durch typische, mittelalterliche Geschichten um, sondern beschreiben recht indirekt verschiedene Lebenszustände. Auffällig ist dabei ihre geschickte und konkrete Wortwahl, die die Texte interessant macht.

Dennoch bleibt „Ardeo“ aber ein Album, mit dem man nichts so recht anzufangen weiß, wenn man sich nicht zu absolut überzeugten Anhängern von Bands wie Subway To Sally oder Schandmaul zählt. Es fehlt ihm im Vergleich aber auch dann noch an großartigen Emotionen und echter Atmosphäre. Es ist einfach kein Mut zu Experimenten vorhanden. Somit vergehen auch die eigentlich recht netten Ideen auf diesem Album im Endeffekt in Belanglosigkeit. Schade.

comments powered by Disqus

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands

Spektakulärer Abend, der kaum zu übertreffen ist

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“