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Nachtgeschrei: Am Rande Der Welt

Die neuen Subway to Sally?
Wertung: 8/10
Genre: Mittelalter Rock
Spielzeit: 46:38
Release: 20.03.2009
Label: Massacre Records

Schon knapp elf Monate nach dem Debüt-Album „Hoffnungsschimmer“ steht bei der jungen Mittelalter-Kombo Nachtgeschrei der Zweitling in den Startlöchern: „Am Rande Der Welt“ heißt das neue Werk, allerdings wird die Band dank dieses Erfolgs sicherlich bald „Quer Durch Die Welt“ touren können. Oder wenigstens durch Deutschland – verdient wäre es.

Für den Beginn eines Albums einer Mittelalter-Band klingt das komplett instrumental gehaltene „Fiur“ sehr aggressiv und treibend, beginnt es doch erst mit ruhigen Akustik-Passagen, bis dann das extrem klar und stark gemasterte Schlagzeug aus den Boxen schallt und kurz darauf die E-Gitarren folgen: An dieser Stelle spürt man eindeutig die Melodic Death-Wurzeln der Bandmitglieder, die der ehemaligen Melo-Death-Formation Paimon entstammen. Einzigartiges Riffing für Mittelalter Rock – aber ehe man sich verhört, setzt bereits die Sackpfeife ein und man befindet sich im nächsten Song „Muspilli“. Fette Gitarren, jetzt wieder mehr im Mittelalter-Stil dröhnen aus den Boxen und Sänger Hotti – dessen Stimme gerne etwas heiserer beziehungsweise  rauer sein dürfte – trägt die Texte treffsicher vor; allerdings fehlt den Hooklines leider oftmals der letzte Kick, der den Unterschied zu einer Band wie In Extremo ausmacht.

Einen direkten Vergleich braucht die Band allerdings keineswegs zu scheuen, die Gitarrenarbeit ist auch im weiteren Verlauf des Albums nach wie vor solide, wechselt wie z.B. bei „Herz Aus Stein“ gelungen zwischen härteren Passagen und dezentem Begleit-Riffing. „Am Rande Der Welt“ befinden sich ausschließlich gelungene Mittelalter-Songs, garniert mit genretypischen Texten, überraschend starkem Drumming und Dudelsack-Melodien, auf die Subway to Sally neidisch sein könnten – auch beginnt „Lauf“ klassisch mit Trommeln, Akustik-Akkorden und treibendem Gesang, wie man derartige „Trommelsongs“ schon zahlreich von den Genrekollegen kennt.

Die Songs mögen sich zwar nicht durch eine extreme Vielseitigkeit auszeichnen, allerdings verfügen die meisten über ein großes Wiedererkennungspotential. Der Vorteil der relativ einfachen Hooklines, die vermutlich nicht immer sofort ins Ohr gehen und in der Regel eher schlicht gehalten sind, liegt in den Live-Auftritten: Bei Konzerten werden die Tracks dieser Scheibe bei den Fans ordentlich reinhauen, da ein jeder sie – auch nach dem ein oder anderen Bier – noch problemlos mitsingen kann; natürlich nicht so tonsicher wie Hotti, aber dank der recht einfachen Struktur ausreichend gut um Spaß dabei zu haben.

Da die Bald-Mainstream-Rock-Band Subway  to Sally bei ihrem neuen Album nahezu komplett auf Dudelsack und klassische Mittelalter-Elemente verzichtet hat, kann ich allen enttäuschten Fans dieser Kapelle nur ans Herz legen, Nachtgeschrei – einem vom Potential aus betrachtet mehr als würdigem Nachfolger – eine Chance zu geben. Ich bin mir sicher, dass man von dieser Formation noch einiges hören wird, auch wenn das neue Album noch nicht der absolute Hit schlechthin ist. Aber die Brandenburger Mannen Subway to Sally waren schließlich nach dem zweiten Album auch noch nicht die Genre-Ikone, die sie heute sind.

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