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Nachtblut: Chimonas

Die Platte sorgt für viele Stunden guter Unterhaltung
Wertung: 9/10
Genre: Dark Metal
Spielzeit: 49:51
Release: 03.10.2014
Label: Napalm Records

Es geht in die vierte Runde für die Osnabrücker Nachtblut. Seit 2005 hält die Formation nun schon die schwarze Fahne hoch, hat eine ziemlich steile Karriere hinter sich und auch die wichtigsten Festivals hat man praktisch alle schon bespielt. Wie geht es weiter? Na klar, zuerst mal mit einer neuen Scheibe.

Nachtblut waren schon immer relativ progressiv eingestellt und haben den Genrebegriff Dark Metal schon immer eher als grobe Richtungsangabe verstanden. Darum ist es auch gar kein Wunder, dass auch „Chimonas“ sehr vielseitig und konturiert wirkt. Vom Motörhead-Riff bis hin zu Cradle Of Filth–Anleihen gibt es alles auf der neuen Scheibe zu entdecken. Auch textlich fischt man in unterschiedlichen Gewässern. „Wie Gott sein“ dürfte den Unmut der christlichen Gemeinde erwecken und ist somit ziemlich typisch für eine schwarz gefärbte Band wie Nachtblut. Allerdings ist die Sache keineswegs so plump, wie man meinen möchte, denn die Band unternimmt einen Ausflug in eine andere Perspektive und erzählt von schrecklichen Dingen, die Gott zulässt. Daher wirkt die Textzeile „Wir dürfen nicht wie Gott sein“ gleich ganz anders und fast schon, na ja, christlich wenn man dazufügt, dass es auch darum geht, nicht wegzusehen und nicht untätig zu sein. Ein ziemlich cooler Ansatz der Osnabrücker.

Auch historische Begebenheiten wurden aufgearbeitet. „Wien 1683“ handelt von der zweiten Belagerung Wiens durch das osmanische Reich im Jahr 1683. Die Wiener haben damals der Belagerung standgehalten und die Osmanen mit Hilfe mehrerer Verbündeter zurückgeschlagen.

Es gibt aber auch ganz „typische“ Dark-Metal-Texte. „Dort wo die Krähen im Kreise fliegen“ oder „Töte mich“ sind morbide Huldigungen an den Tod, wie man sie erwartet. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass das Album einen großen Facettenreichtum und viel Abwechslung bietet. Damit reiht sich „Chimonas“ nahtlos in den Reigen der Veröffentlichungen von Nachtblut ein. Für Fans wird das eine gute Nachricht sein. Man kann aber auch eine Weiterentwicklung erkennen. Textlich und musikalisch arbeitet die Gruppe feinfühliger und mit mehr Liebe zum Detail als bisher. Daraus resultiert eine deutlich längere Zeit bis zu den ersten Abnutzungserscheinungen. „Chimonas“ kann schon gut und gerne mal einen ganzen Tag nonstop im Schacht rotieren, bis man das erste Mal nach der Fernbedienung sucht.

Produziert ist das Ganze auch noch sehr ordentlich. Man kämpft ja ständig mit der Schwelle zur Überproduktion. Das ist auch dieses Mal so. „Chimonas“ kann man gerade noch so eine Metalproduktion nennen. Viel fehlt nicht bis zum Popsound. Das ist man aber ja gewohnt und genau dieser Sound scheint auch ein Teil des Erfolges der Band zu sein (das war übrigens früher bei Cradle Of Filth genauso).

Freunde der Combo können völlig beruhigt und ohne Antesten zuschlagen. Interessierte Schwarzkittel sollten die Hörprobe machen, ob die Musik vielleicht nicht doch zu weit dem Mainstream zugewandt ist. 

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