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Nacho Mamba: Sun/Moon

Eine Reise durch die Klangwelten
Wertung: 8/10
Genre: Psychedelic Rock, Instrumental
Spielzeit: 30:11
Release: 24.02.2017
Label: Eigenproduktion

Instrumentalbands haben sich selbst ein schweres Schicksal auferlegt. Nur mit ihren Musikinstrumenten bewaffnet, wagen sie sich in den Kampf, kein Sänger, der womöglich den Auftritt retten kann, kein Geschrei, das über Verspieler gerade auch live hinwegtäuschen kann. Nacho Mamba haben das Gott sei Dank nicht nötig; seit Anfang des Jahres hat die Truppe ihren zweiten Longplayer „Sun/Moon“ auf dem Markt, beziehungsweise schon wieder vom Markt, denn das gute Stück kam nur limitiert auf 150 Exemplare und ist schon weitestgehend vergriffen. Wundern darf das eigentlich niemanden, denn der erdige Psychedelic Rock, den das Trio fabriziert, eignet sich erstaunlich gut für sämtliche Lebenslagen. Dabei stellt man sich natürlich unweigerlich immer mal wieder vor, wie ein Sänger in das Geschwurbel reinpassen würde – eine Stimme vermissen muss man hier aber nicht.

Dem Titel entsprechend hat sich die Platte aufgegliedert in etwas optimistischere Töne auf der einen und teils recht düsteren Psych Rock auf der anderen Seite; da alles ziemlich unterbrechungsfrei ineinander greift, kann es für den unbedarften Hörer schon mal schwierig sein, sich innerhalb der Songs zu orientieren. Den Bruch zwischen Sonne und Mond bekommt man aber durch den cleveren Stimmungswechsel recht deutlich mit, den schon bei „Sun IV“ geht es etwas melancholischer zu als noch bei den Vorgängersongs.

Gerade der Opener „Sun I“ (auch mit der Titelvergabe haben sich Nacho Mamba kein Bein ausgerissen und die Energie lieber in die Musik gesteckt) mutet die Stimmung aber noch recht düster an, fast schon orientalische Klänge schlängeln sich hier durch die Boxen, Bands wie Melechesh würde besagter Track auch gut als Intro zu Gesicht stehen. Schon im darauffolgenden Track werden etwas blumigere Töne angeschlagen, man bewegt sich fast ein bisschen in Santana-Sphären, bleibt aber immer schön verzerrt und ein bisschen räudig klingend.

Auch schnellere Jam-Sessions haben die Jungs drauf, wie „Sun III“ ganz eindeutig beweist. Funkige Sounds schwurbeln hier herum, der Song atmet deutlich benebelte Siebziger-Jahre-Psychedelic-Luft, da dürfen auch kreischende Gitarren vor einem lustig wirbelnden Hintergrund nicht fehlen. Da werden auch mal primitiv klingende Percussion-Elemente eingebaut, ein erdiger Sound entsteht, der deutlich mehr Ruhe in die ganze Sache bringt, bevor am Übergang zur „Moon“-Seite dramatisch verzerrt wird und ein lärmiger Teppich entsteht, der erst bei „Moon I“ durch eine sehr viel ruhigere, gezupfte Gitarre abgelöst wird. Lange währt die Entspannung nicht – getriebene Gitarren lösen die Ruhe vorerst auf, zerschneiden die einsame Gitarre und verbreiten eine deutlich schwarzmetallische Stimmung.

Auch wenn der erste Teil der Platte entgegen des Titels nicht unbedingt als durchgängig sonnig bezeichnet werden kann, herrscht auf der zweiten Hälfte doch eine deutlich verstörendere Stimmung vor. Nacho Mamba haben es geschafft, ohne Einsatz eines Sängers unterschiedlichste Atmosphären zu schaffen und dabei eine Zeitreise vor allem durch die Sechziger und Siebziger zu machen. Auch wenn man sich sonst eher Vocal-affin bezeichnet, sollte man in die Platte unbedingt reinhören – wenn man keine Vinyl mehr erwischt, hat man immer noch die Möglichkeit, die Songs online zu streamen.

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