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Mystigma: Schattenboten

Wenn deine letzte Stunde schlägt
Wertung: 8.5/10
Genre: Rock / Gothic Rock
Spielzeit: 56:38
Release: 08.04.2016
Label: Timezone Records

Die Gothic / Dark Rocker von Mystigma sind wieder da. Sie haben sich Zeit gelassen mit der neuen Scheibe. „Unzerbrechlich“, das Vorgängeralbum erschien bereits 2013. Die Veröffentlichung konnte durchaus überzeugen. Nun steht der neue Wurf mit dem Titel „Schattenboten“ in den Regalen.

Von außen betrachtet kann sich das Werk schon mal sehen lassen. Zu Hören gibt es insgesamt vierzehn Songs mit einer Gesamtspielzeit von fast einer Stunde. Dazu gibt es noch ein schön gestaltetes Cover.

Läuft die Musik dann mit dem Titel „Weltenbrand“ an, dann hat man zuerst noch den Eindruck, dass Mystigma ihre musikalische Ausrichtung seit „Unzerbrechlich“ nicht verändert haben. Schon bald verändert sich diese Ansicht aber. Ziemlich flott wird die Musik nämlich eine Ecke härter und bissiger.

Während „In meinem Schatten“ noch als Brücke zu härteren Riffs fungiert, ist man bei „Tiefer“ schon dort angekommen. Ab jetzt kann man mit der neuen Scheibe recht heftig abrocken. Entgegen aller Befürchtungen verlieren Mystigma dabei aber nicht den Bezug zu sich selbst. Ihrem roten Faden bleibt die Band ständig treu, auch wenn er nicht immer in geraden Spuren verläuft.

Harter Rock und düstere Musik gehen auf der ganzen Platte Hand in Hand. Das ist jetzt auch nichts neues bei den Gothic Rockern. Doch auch in dieser Beziehung hat sich etwas verändert. Mystigma verknüpfen ihre harten Riffs viel geschickter mit düsterer Romantik und lassen opulente Morbidität immer wieder als Mörtel fungieren, den man zwar nur selten offen sieht. Trotzdem hält er alles zusammen.

Wo Licht ist, da ist meist auch Schatten. So ist es auch auf „Schattenboten“. Während die gerade angesprochenen Songs durchaus als sehr gelungen zu bezeichnen wären, hat zum Beispiel „Für diesen Augenblick“ einige Schwächen, die kurz angesprochen gehören. Der wichtigste Punkt ist, dass das Stück im ersten Moment nach einer Mischung aus A.S.P. und den Onkelz oder ähnlichem billigen Krautrock. Das betrifft die Musik und den Text.

Erfreulicherweise bleibt dieser Ausrutscher ein einsamer. Sofort im Anschluss verfallen Mystigma wieder in ihr gewohntes Revier ein und machen das, was sie am Besten können: Intelligenten, harten Gothic Rock, der unter die Haut geht.

So läuft das Album ohne weitere Schwächen durch bis zur letzten Sekunde. Auch nach mehreren Hördurchgängen kann man „Schattenboten“ noch ohne Ermüdungserscheinungen hören. Dabei lassen sich Nummern wie „Legenden“ auch wunderbar mitsingen.

Nicht selten wagt man sich auch kurzzeitig in Balladenähnliche Gefilde. Geschickt steigern Mystigma damit die Dynamik ihrer Musik und geben ihr eine sehr tiefe Wirkung. Besonders beeindruckend ist diese Systematik bei „Deine letzte Stunde“ zu beobachten.

Durch die stilistische Breite ergibt sich ein Album, welches wohl durchdacht und professionell ausgearbeitet wirkt. Harmonisch fügen sich die Titel ineinander und nie hat man als Hörer das Gefühl, das zwei aufeinanderfolgende Stücke nicht zusammen passen.

Was fehlt, ist der große Knaller, der Hit. Mystigma halten durchgehend ein sehr hohes Niveau und liefern tolle Musik, wie im Prinzip immer. Ein oder zwei durchstartende Nummern könnten der Truppe endlich den Erfolg verschaffen, den sie verdient hat.

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