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Mystic Prophecy: War Brigade

Subtil gelungen und eindringlich noch dazu
Wertung: 9,5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 48:20
Release: 18.03.2016
Label: Massacre Records

Man könnte natürlich immer wieder zahllose Bands anführen und die Behauptung aufstellen, wer denn seit wann doch eigentlich viel zu wenig beachtet wird. Dazu gehören mit Sicherheit auch die Deutsch-Griechen Mystic Prophecy, die zwar immer wieder gute bis sehr gute Alben – für den Vorgänger „Killhammer“ hatte unser Tom sogar volle neun Punkte ausgelobt – veröffentlichen, aber irgendwie beschleicht einen nach bisher acht Alben auch das Gefühl, dass hier der Sprung nach oben einfach nicht gelingen will – ein Beweis dafür, dass Qualität halt nicht wirklich etwas mit Erfolg zu tun hat.

Album Numero neun, „War Brigade“, soll es nun also richten. Mittlerweile läuft der fast 50 Minuten dauernde Rundling schon zum zehnten Male und scheint sich einfach mal mir nichts, dir nichts im Player festzufressen. Wollen die es wirklich noch mal wissen? Legen sie nun zum wiederholten Male alles in die Waagschale und greifen nach der Power-Metal-Krone? So scheint es, wenn man allein schon den verdammt pfiffigen, melodischen und stark nach vorn preschenden Opener „Follow The Blind“ unter die Lupe nimmt, denn der Einstieg zum Rundling wird nicht einfach nur gut hingebrettert, sondern sorgt freilich schlichtweg dafür, dass man sich viel tiefer in „War Brigade“ trotz der martialischen Züge fallen lassen will.

Die Bayern zeigen auch auf dem neuen Album ein sehr schön variables Gesicht. „Pray For Hell“ liefert einen winzigen Hauch von orientalischem Flair, nach dem Growl-artigen Auswurf gleich am Anfang trumpft das verdammt heavy stampfende Werk dann regelrecht auf; bedrohliches Double-Bass-Gewummer und Mitsingrefrain sind druckvoller Mitmachstoff und sorgen für die Powerfaust, wobei das Ganze ohne Probleme auch noch ganz weit weg von platter Hymne meets metallischem Süßstoff ist. Dass sie auch mit ihrer sanfteren Seite wie in „10.000 Miles Away“ ganz gut umgehen können, überrascht bei den wenigen balladesken Stücken in ihrer Historie dann doch ein wenig, aber sie mischen auch eine ordentliche Portion Wucht unter und verquirlen so eine rührige Powerballade zusammen, in der sogar ganz kurz ein paar deutsche Worte eingeflochten werden.

Und genau dieses Feld bestellen Mystic Prophecy die komplette Spielzeit ganz hervorragend. Kaum hat man sich von dem frech drückenden Riff am Anfang von „Burning Out“ mit einem Hauch an moderner Ausrichtung erholt, da geht es schon mit fett thrashigem Unterton besonders aggressiv weiter – die melodischen Seite wird ein bisschen unterdrückt, dafür aber der aggressive Metalstempel ausgepackt. Bei „Metal Brigade“ mag man gar eine gewisse Annäherung an Orden Ogan unterstellen – an „welche Dinge da auch immer denken mag“ –, trotzdem liefern sie eine Schwerriff-lastige Midtempo-Nummer mit schön melodischen Ausflügen ab, bei der die Grundhärte zu jeder Zeit gegeben ist und sich der ruhige Mittelpart mit Akustikklampfen dem flirrenden Gitarrensolo ergeben muss. Neu sind die Spartaner für Mystic Prophecy nicht, doch haben sie wohl seit „300 In Blood“ die Thematik noch nicht wirklich abgearbeitet, auch wenn vorliegender Track wesentlich Midtempo-lastiger daherkommt und auch mit der einen oder anderen orientalischen Note mehr spielt.

Gelungen, fett, packend, faszinierend, wenn, dann sich selbst kopierend und in Roberto Dimitri Liapakis ein absoluter Ausnahmesänger, der ohne sich in den Vordergrund zu singen jedem Lied seinen Stempel aufdrückt – subtil gelungen und eindringlich noch dazu. „War Brigade“ gehört zu den ganz großen Alben, nicht nur bei Mystic Prophecy, sondern allgemein. Power Metaller werden hieran ihre ganz große Freude haben. Und wer dann noch mit dem Tom Jones-Cover „Sex Bomb“ dafür sorgt, dass sogar ein Metalhead in den Swingmodus verfällt, der kann nur ganz oben in der Punkteskala landen.

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