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Mystic Prophecy: Metal Division

Zurück zur eigenen Soundwand
Wertung: 8,5/10
Genre: Heavy Metal/ Power Metal
Spielzeit: 43:24
Release: 10.01.2020
Label: Rock of Angel Records

14 Jahre haben die bayrischen Mystic Prophecy ihrem Label Massacre Records die Stange gehalten, für das neue und mittlerweile elfte Studioalbum wechselten sie zu Rock of Angel Records... wer da vorher schon mal im Szeneblätterwald die Ohren spitzte, dürfte da vielleicht nicht ganz so überrascht sein, ist doch Frontmann Lia auch für das griechische Label aktiv und mit seinem „Sidestep“ Steel Prophet (dort seit 2019 als Frontmann dabei und für die Vocals auf dem aktuellen „The God Machine“-Album verantwortlich) ebenfalls dort vertreten.

Was sich aber eben nicht verändert hat, ist, dass das Quinett auch früh im Jahre 2020 die obere Qualitätslevelebene nicht abreißen lässt und mit „Metal Division“ erneut ein pralles Metalalbum irgendwo zwischen wuchtig modernem Heavy Metal und Power Metal ins Veröffentlichungslicht zerrt. Und was einmal wieder sehr deutlich wird, ist nicht nur eben immer wieder der hohe Wiedererkennungswert Lias Stimme, sondern eben auch die wuchtig pralle Produktion – eine wahre Soundwand türmt sich da auf, was sie auch so live reproduzieren können. Das muss man schon anerkennen, da gibt es kein Wenn und Aber.

Klar, über plakative Titel wie „Hail To The King“, „Dracula“ oder „Metal Division“ (2016 war es noch die „Metal Brigade“ auf dem „War Brigade“-Longplayer) kann man sich natürlich trefflich streiten ganz nach dem Motto „Tut das Not?“, wenn aber der Inhalt so stimmig wie hier stets nach vorne pumpt, dann darf man sicher simpel über ausbaufähige Songtitel hinwegsehen. „Hail To The King“ - Alexander dem Großen gewidmet, was man bei Lias griechischen Wurzeln dann doppelt nachvollziehen kann – ist eingängig mit einer geschickt gesetzten Leadgitarrenmelodie versehen und drückt schon vom ersten Takt an, wenn auch rockiger als eben der Start des Albums. „Metal Division“ groovt dagegen höllisch und auch die Drumschläge zu Beginn hämmern nur noch ein „Wir greifen an“ in die Hirnschalen. Insgesamt hymnisch, extrem mitgrölbar, dafür haben Mystic Prophecy ohrensichtlich ein ganz besonderes Händchen entwickelt. „Dracula“ dagegen ist nicht nur genauso heftig, sondern hat auch eine leichte sleazig-bluesige Note untergemischt bekommen, die dem Blutsauger einfach nur dicke Eier verpasst.

Richtig klasse aber liefern die Bajuwaren mit „Die With The Hammer“ ab. Denkt man bei den Akustikklampfen zu Beginn noch an eine leidliche Ballade, so ballern sie im nächsten Moment mit voller Thrashkante los und verlassen sich auch mal nicht auf einen voll durchgestylten Refrain, denn hier haben sie eher den klassischen Mitshouter eingebaut. Und auch „Eye To Eye“ ist ein ganz gutes Beispiel dafür, wie man geschickt Härte und Eingängigkeit verbinden kann: Doublebassfeuer mit nahezu Thrash-nahen Gitarren und dann der Killerrefrain, woran Powerfaust-Amor glatt seine Freude dran hätte.

Mittendrin ein sachter Hauch von orientalischer Exotik in „Curse Of The Slayer“ und einer guten Mischung aus Härte, Melodie und Groove, dann aber auch eher eine Standardnummer wie „Here Comes The Winter“ - leicht balladeske Ausrichtung durch die Akustikklampfen – oder auch „Together We Fall“ - nicht schlecht, aber eben auch nicht so mitreißend – und zum Schluss wieder die harte Granate in Form von „Victory Is Mine“ mit der Verquickung von Power und Thrash Metal, fertig ist die „Metal Division“-Abrissbirne – zumindest sorgt der letzte Song dann auch dafür, dass man sich die Platte gleich wieder von vorne anhören möchte.

Schuster, bleib bei deinen Leisten. Das mag man auch in Zukunft den Herren (und der Dame am Bass) immer wieder zurufen, denn spätestens bei der Soundwand sammeln sie den Fan eh ein. Und wenn die Refrains in Zukunft weiterhin solch gute Grundgerüste zieren, dann wird auch die Zukunft „rosig“ bleiben. Acheinhalb Metaldivisionspunkte sind es somit für das elfte Album.

Und ach ja: Das letzte „Album“ „Monuments Uncovered“ findet hier mal keine wirklich große Erwähnung, weil „nachspielen“ dann doch jeder kann... musste jetzt sein, denn Mystic Prophecy sind mit „Metal Divison“ wieder da angekommen, wo sie hingehören: weiter oben.

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