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Mystic Prophecy: Fireangel

Frisches Blut sorgt für das vorläufige Meisterwerk der Band
Wertung: 9/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 46:10
Release: 22.05.2009
Label: Massacre Records

Die Zeichen standen nicht gerade auf Sieg, als plötzlich der Bassist, Gitarrist und Drummer das Handtuch warfen und sich dem Album-Tour-Album-Tour Stress nicht mehr unterwerfen wollten. Aber hinwerfen kam für Mystic Prophecy nicht in Frage, man fand neue Leute und geht nun mit „Fireangel“ an den Start.

„Across The Gates Of Hell“ eröffnet den Reigen mit gewohnt knackigen Vocallines und harten Gitarren, die teilweise sogar ein wenig Thrash-Gene inhaliert zu haben scheinen. Mit der bandeigenen Bestimmtheit lässt man keinerlei Sorge aufkommen, dass die Band auf Grund ihrer drastischen Besetzungswechsel erstmal auf Selbstfindungskurs sei. Der Refrain lädt gekonnt zum Mitsingen ein und der allgegenwärtige Groove sorgt für kräftige Kopfbewegungen.

„Demons Blood“ beginnt recht dominant, bevor erstmal die Powerregler runter gezogen werden und Sänger R.D. Liapakis brillieren darf. Cool, wie man dann recht einfach, aber stimmig wieder die Regler nach oben reißt. Die Gitarren brillieren auf hohem Niveau. Die mehrstimmigen „Hey“-Rufe sorgen für eine sehr kräftige Stimmung, die einfach mitreißt. Irgendwie wie in einem Actionfilm beim Aufstand der unter der Erde zur Sklavenarbeit gezwungenen Menschen. 

„We Kill, You Die“ ist dann eine regelrechte Abgehnummer, welche aber an sich nur beim Chorus zu punkten weiß. Insgesamt ist dies zu wenig, um bei den beiden ersten Songs mitzuhalten, allerdings ist dieser Song aber auch kein reiner Lückenfüller. Live könnte sich da richtig was tun im Pit.
Deutlich rauer hämmert sich dann „Father Save Me“ durch die Gehörgänge. Der Refrain ist zwar nicht in den Vordergrund produziert worden, obwohl er das sicherlich verdient hätte, aber auch so zieht er den Hörer einfach in den Bann. Irgendwie verbindet die Band geschickt melodische mit vor Power strotzenden Elementen. Das Ganze mit einem fetten Groove garniert, entstehen Songs, die beim Hörer für Bewegung sorgen.

„To The Devil I Pray“ hämmert mit einem geilen Rhythmus durch die Lautsprecher. Schön, was Drummer Steve Dittrich und Bassist Connie Andreszka da gezaubert haben. Die Magie der Kompositionen ziehen auch hier den Hörer in ihren Bann. Eine kleine Hymne, die aber weitaus mehr ist als ein einfacher geradliniger 08/15-Song, der dafür ausgelegt ist, in großen Konzerthallen auch die Hände der Leute in der 127. Reihe in die Höhe zu treiben.

Der Titeltrack „Fireangel“ fällt danach irgendwie deutlich ab. Ich kann es nicht wirklich erklären, aber irgendwie klingt mir das zu sehr vertraut und der Refrain kann sich auch nicht ganz so gut im Gedächtniszentrum einnisten. Da helfen auch die starken Gitarren von Constantine und Markus Pohl nicht wirklich weiter.
„Fight Back The Light“ beginnt fast wie ein moderner Hardrock-Song. Und zum ersten Mal wünsche ich mir, das man den Gesang etwas lauter abgemischt hätte, da er sich hier stellenweise etwas schwer tut, aus dem Gesamtsound stark genug heraus zu stechen. Trotz der Wechsel zwischen hymnischen Parts, treibenden Power Metal-Parts und eher melodiösen Fragmenten speziell im Gesang will der Track nicht so recht im Ohr hängen bleiben.

„Death Under Control“ gelingt da schon wieder besser: Starke passende Doublebass-Action, sehr guter Gesang und jede Menge Energie geraten hier zu einem weiteren kleinen Höhepunkt des Albums. Das Gitarrensolo sorgt für Freude. 
„Revolution Evil“ beginnt verspielt und sehr melodisch trotz der typischen Bestimmtheit, welche einfach der unumstößliche Charakter von Mystic Prophecy ist. Ein Trademark, das der Band wirklich gut steht. Hart und kräftig stampft der Song im weiteren Verlauf alles ein, was sich ihm in den Weg zu stellen versucht. Eine sehr starke Nummer.

„Gods Of War“ frönt dann wie gehabt dem Power Metal der oberen Qualitätsklasse. Starke Instrumentierung, die keine Wünsche offen lässt, mit einem Sänger, der genau weiß, wie er seine Stimme am gewinnbringendsten einsetzen muss. Das ist aber noch nicht im Vergleich zum Rausschmeißer-Song „Forever Betrayed“: Eine wahre Hymne mit Killerrefrain, der seines ebenbürtigen suchen muss. Ein Hammerabschluss, der sich wie ein Tattoo im Schädel auf immer und ewig festsetzt. 

Fazit: Der König ist tot, es lebe der König, trifft hier eigentlich nicht wirklich zu. Mystic Prophecy waren eigentlich nie wirklich tot. Die Besetzungswechsel waren zwar vielleicht wie eine Operationen am offenen Herzen, aber die Band erstrahlt anno 2009 n. Chr. in einer Qualität, die sie zuvor nicht erreicht haben. Die Band hat es geschafft, trotz größerer personeller Wechsel das Ruder fest in der Hand zu behalten und nochmal eine Schippe drauf zu legen. Hätte man so nicht unbedingt erwarten können, haben sie aber. 


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