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Myland: No Man's Land

AOR nach Zahlen
Wertung: 6/10
Genre: AOR
Spielzeit: 52:27
Release: 18.04.2008
Label: Valery Records

In Italien scheint man ein Faible für melodische Rockmusik zu haben. Myland zocken urtypischen AOR (Adult-oriented Rock) und klingen dabei genretypisch schwer nach den 80ern. Bands wie Journey, Toto, Survivor etc. standen mehr als offensichtlich Pate beim Songwriting für das zweite Album der einst als AOR Coverband gestarteten Band. Dazu passt es natürlich wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, dass sich mehr oder wenige namenhafte Genregrößen im Studio die Klinke in die Hand gegeben haben. Kee Marcello schwang schon bei Europe die Axt, der omnipräsente Tommy Denante spielt ohnehin überall (wie bspw. bei Chicago, Toto und Paul Stanley), Del Vecchio war einst bei Glen Hughes aktiv und Steve Angarthal spielt hauptberuflich bei den Fire Trails, deren Album ich an anderer Stelle besprochen habe.

Und los gehts: Synthies galore! „Anytime“ könnte auch schon im Set von Myland gewesen sein, als diese noch ausschließlich mit dem Covern von Songs beschäftigt waren. Dennoch ist der Opener gut arrangiert und punktet durch das gefühlvolle Gitarrenspiel. Probleme habe ich aber ein wenig mit dem monotonen und etwas nasalen Gesang, der zudem einen hörbaren italienischen Akzent hat (der letzte Punkt ist lediglich eine Feststellung, keine Kritik). Variabler wird beim nachfolgen „The Wind Of Late September“ gesungen, was eines der besten Stücke auf „No Man's Land“ ist. Teilweise wird hier härtemäßig sogar die Grenze zum Melodic Metal gestreift, was der Musik sehr gut tut. Das der Chorus extrem eingängig und ein wenig kitschig ist, muss nicht extra erwähnt werden, denn diese Tatsache trifft auf die ganze Platte zu.

„Heat Of Emotion“ haut in eine ähnliche Kerbe und wirkt stark wie ein alter Song von Europe. Vor allem das Solo könnte direkt aus alten Sessions der Band übernommen worden sein. Deutlich wird aber auch etwas anderes: Myland sind nicht gerade kreativ, was ihre Texte angeht. „Heat Of Emotion“, „How Much Love“, „Prisoner Of Love“ und auch die anderen Tracks drehen sich immer um das Thema Liebe und alles, was damit zusammenhängt. Im Zusammenhang mit der Musik und dem Gesang, welche sich immer hart an der Kitschgrenze bewegen und diese auch manchmal deutlich übertreten, wirkt das teilweise unfreiwillig komisch.

Ganz bitter wird das bei der Quotenballade „How Much Love“, welche inklusive dem beliebten „Fire – Desire“ Reim daherkommt. Toll finde ich den Gesang im Übrigen immer noch nicht, aber man kann dem Sänger eine eindeutige Steigerung im Gegensatz zum Opener „Anytime“ attestieren. Das zeigt er auch beim abwechslungsreichen Abschluss „Prisoner Of Love“, der angenehm flott daherkommt und zum Fuß wippen einlädt. Einen wirklich schlechten Song gibt es auf dem Album abgesehen von der Ballade übrigens nicht, die Musik ist einfach nur sehr speziell.

Fazit: Essentiell ist diese Platte keinesfalls! Auch wenn die Musiker allesamt sehr fit an ihren Instrumenten sind, der Sänger gewöhnungsbedürftig, aber passend ist und auch die Produktion über jeden Zweifel erhaben ist, muss eine Frage gestattet sein: Wozu braucht man die Songs einer ehemaligen Coverband, die ihre Vorbilder auf kleinste Detail kopiert? „One Step Closer“ tönt stark nach Journeys „Smalltown Girl“, um nur ein konkretes Beispiel zu nennen. Aber da es in dieser Musikrichtung bekanntermaßen nicht viel Nachschub gibt, sollten Interessierte mal reinhören, denn bereuen tun sie es sicher nicht.

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