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My Passion: Inside This Machine

Wie üblich: Don't Believe The Hype!
Wertung: 6/10
Genre: Alternative Rock/Dance Punk
Spielzeit: 49:17
Release: 22.04.2011
Label: Spinefarm Records/Universal

Mit My Passion schippert mal wieder ein „next big thing“ aus England über den Kanal rüber. Nach dem Debütalbum „Corporate Flesh Party“, das 2009 erschien, konnte der Fünfer einen Deal mit Spinefarm/Universal an Land ziehen, wo er sich in Gesellschaft so erlauchter Herrschaften wie Rammstein, Children Of Bodom und Volbeat befindet. Mit „Inside This Machine“ steht jetzt die erste Veröffentlichung unter diesem Banner an. Man darf wohl große Erwartungen an die Platte anlegen. Ob My Passion denen auch gerecht werden?

Die Antwort: ein definitves Naja. Der elektroinfizierte Alternative Rock (oder „Dance Punk“, wie Wikipedia dazu sagt) des Quintetts stampft zwar angemessen durch die Boxen; sonderlich originell klingt er dabei aber meist nicht. Gäbe es ein Rezept für den ersten echten Song „Seven Birds“, so würde dieses wohl ungefähr so lauten: Man reinige einen schartigen Klumpen Industrial vom gröbsten Schmutz, füge einige fiepsende Synthielinien aus dem Arpeggiator hinzu und garniere das Ganze mit mehrkehligem Gesang und Gebrüll im Wechsel. Zugegeben: dafür rockt das Teil gar nicht mal so schlecht – mal abgesehen davon, dass das affektiert-aufgekratzte Geschrei mit dem anscheinend immer noch hippen Emo-Unterton ziemlich schnell ziemlich nervt. Das pumpende Fußballsirenenriff zu Beginn könnte auch aus einem Deichkind-Song stammen; die spacige Bridge erinnert dann wieder eher an Muse. Kein so schlechter Einstieg also; immerhin geben sich die Jungs Mühe.

„The Mess We Made Of Our Lives“ macht da weiter, wo der Vorgänger aufhörte und legt noch eine Schüppe Drama oben drauf. Überhaupt mögen My Passion die großen Gesten; das gelebte akustische Seelenleiden, das sie entweder hinausschreien oder, wie in „Come Back To Me“ in melancholische, balladeske Klänge mit massigen Streicherwänden umwandeln. Zusammen mit den allgegenwärtigen elektronischen Sounds erinnert das gelegentlich an neuere Linkin Park-Songs – das kann man mögen oder nicht. Grundsätzlich lässt sich für „Inside This Machine“ aber sagen: Achtung, hier wird's theatralisch!

Ob man der Platte insgesamt etwas abgewinnen kann, steht und fällt wohl vor allem mit der persönlichen Einstellung zu Synth-Sounds und dem mehrstimmigen, leidenden Gesang nach Hardcore-Manier. Mal abgesehen von solchen Punkten, die klar Geschmackssache sind, hat „Inside This Machine“ aber ein viel größeres Problem: Die Songs wollen einfach nicht so recht hängen bleiben. Dabei bemühen sich My Passion durchaus um Abwechslungsreichtum und interessante Facetten: So kann „Dance Of Life“ mit einer Akustikgitarre aufwarten, während „Lily White Lies“ gekonnt mit Filmmusik-Anklängen und so etwas wie Stammesgesängen spielt. Selbst wenn manche Tracks ganz gut grooven, so gehen sie doch zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus. Melodien haben My Passion zwar – Eingängigkeit geht aber anders.

Was also anstellen mit „Inside This Machine“? Wer auf den Sound und den Gesangsstil steht, kann das Album mal antesten; tanzbar ist die Scheibe auf jeden Fall. Wer sich jedoch vom Hype-Geschrei hat blenden lassen, dem ist zur Vorsicht geraten: Das hier ist nicht unhörbar; von einem Über-Album jenseits des Mittelmaßes aber auch weit entfernt.

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