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My Own Grave: Necrology

Glasklarer Sound, suboptimale Umsetzung
Wertung: 6.5/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 35:43
Release: 02.10.2009
Label: Pulverised Records

Am Beispiel der Schweden My Own Grave zeigt sich einmal mehr, wie inzestuös die Metalszene an sich eigentlich ist. Nicht nur, dass die Band aus ehemaligen Mitgliedern von Depraved und Cavevomit zusammengewürfelt ist, als Produzent wurde außerdem der in der Death-Szene äußerst umtriebige Dan Swanö verpflichtet, der die inzwischen auf Eis gelegten Edge Of Sanity gründete und unter anderem schon Alben von Dark Funeral und Dissection veredelte. Als wäre das alles nicht schon verwirrend genug, hat Drummer John Henriksson auch noch ein Gothic-Metal-Projekt mit Kollegen von Cradle Of Filth, Evergrey und Anathema am Laufen.

My Own Grave selbst gehören zu den fleißigeren Bands des Genres: 2001 gegründet, brachten sie bis einschließlich 2004 jährlich ein Demoalbum heraus. 2005 folgte der Erstling "Unleash", ein Jahr später eine EP. Nun liegt mit "Necrology" das zweite Studiowerk der schwedischen Death-Thrasher vor, das es zu bestaunen gilt. Elf bitterböse Songs, die uns das Fürchten lehren sollen.

Dank Herrn Swanö ist der Sound von der ersten Sekunde an kristallklar. Nach dem Intro gibt es den Titelsong gleich auf die Ohren; Front-Schreihals Mikael Aronsson legt richtig los, die überirdische Doublebass raubt einem fast den Atem. Bei "Hail The Blind" wird es nicht weniger anstrengend, die Instrumentals erschlagen einen beinahe, was leider relativ bald etwas eintönig klingt.

"Disciples Of War" gibt einem die Chance, sich einen Moment von den Doublebass-Attacken zu erholen, was auch bitter nötig ist. Das Schlagzeug fällt hier etwas weniger dominant aus, dafür treten in den folgenden Songs die Gitarren stärker in den Vordergrund. Zum Glück, muss man sagen: Die Saitenmänner Stefan und Anders schaffen beim Refrain von "Cerecloth" eine einzigartige Atmosphäre, die zunehmend leichte Beklemmungen auslöst. Grandiose Arbeit leisten die beiden auch bei "Bloodline Broken" und dem endzeitlichen "Age Of Torment", bei dem Mikael sich völlig in den Gesang reinsteigert und seine vorherige Bestleistung noch überbietet.

Obwohl My Own Grave mit sehr coolen und etwas bizarren Gitarrenparts aufwarten können, außerdem eine lebende Drum-Machine und einen erstklassigen Sänger besitzen, fehlt der sprichwörtliche Funke, der noch nicht so recht überspringen will. Möglicherweise sind es die US-Metal-Einflüsse, die vollmundig angepriesen werden, die Platte jedoch etwas eintönig erscheinen lassen. Falls dem so sein sollte, bleibt nur zu hoffen, dass die Band sich möglichst bald wieder auf ihre nordischen Wurzeln besinnt, den amerikanischen Trend hinter sich lässt und ihr sicherlich vorhandenes Potential voll ausschöpft.

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