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My Fate: Room For Regret

Die Band verspricht, sich nicht zu wiederholen, ist das nun ein Wunsch oder ein Fluch?
Wertung: 5/10
Genre: Heavy Melodic Death Thrash Metalcore
Spielzeit: 40:50
Release: 17.02.2010
Label: Eigenproduktion

Die spinnen, die Finnen, könnte man denken. Da gibt es eine Band wie My Fate schon zehn Jahre und die hat noch keinen Deal, aber nun drei Alben und drei EPs am Start. Soll das heißen, dass hier Dilettanten am Werk sind, die einfach nur zuviel Zeit und Geld haben?  Könnte sein, passt aber nicht. Aber die Presseinfo verrät, dass die Band sich niemals wiederholt. Ein nicht wirklich positiver Umstand für eine Plattenfirma. Wer weiß schon, was da für Mucke kommt beim nächsten Release. So hört man auch einige eher beängstigende Informationen über frühere Releases. Aber zum Glück kann ich unvorbelastet an die Scheibe heran gehen, denn die Band ist mir bisher noch unbekannt.

„Unchained“ beginnt mit einem kurzen, nicht außergewöhnlich guten Schlagzeugintro von Vilho Rajala. Ein nicht zu überhörender Einfluss von Metalcore und Nu Metal dringt daraufhin in die Ohren des Rezensenten. Klingt nicht schlecht, reißt aber auch nicht wirklich vom Hocker; trotz des wirklich guten Sounds für eine Eigenproduktion will der Song nicht wirklich zünden.

„Reptile“ begibt sich dann ins Death Metal-Lager der guten alten schwedischen Schule. Und wenn man der Presseinfo glauben kann, dann singt hier nur Jukka Ruostila. Fast schon unglaublich, zumal er von Growls über Geschreie bis hin zu relativ melodischen Parts alles gemeistert bekommt. Starke Leistung. Zum Moshen geeignet und auch sonst eine deutliche Steigerung zum Opener.

„Fulfilth“ beginnt besser, als es dann verläuft. Der Metalcore hält wieder größeren Einzug. Trotzdem bestimmen die Thrash-Parts den Hauptverlauf. Wirklich nicht schlecht, aber eben auch nichts Bahnbrechendes.

„Forgot The Sun“ stampft da schon besser durch die Lautsprecher. Wirkt richtig heftig der Beginn des Tracks mit einem gewissen Pantera/Machine Head-Style. Hätte man da die melodischen Parts weggelassen, gäbe es einen Freudenmoshpit in der Wohnung. Der Schädel schleudert in den entsprechenden Parts kräftigst vor und zurück. Aber eben nur in diesen kurzen Teilstücken. Schade eigentlich.

„Run Dry, Drop Dead“ ballert dann zügiger voran, kann aber eher nur musikalisch überzeugen, der Gesang kann mir, eher untypisch für mich, nur in den growltechnischen Passagen gefallen. Da gibt es eine gewisse Diskrepanz zwischen tollen Gitarren von Jaakko Järvensivu und Mikko Lehtinen und dem kräftig bösen Gesang und den belanglosen  Melodic-Vocals. Das Ende wird dann auch ein wenig zu sehr gedehnt und zu allem Überfluss auch noch ausgefadet.

„Snap“ lässt erstmal etwas Hammondorgel-ähnliches erklingen, bevor Gitarrengeplänkel hörbar wird und sich dann so langsam der eigentliche Song in den Vordergrund schiebt. Irgendwie erwartet man dann einen kräftigen Paukenschlag, damit losgebrettert werden kann. Bis auf den Paukenschlag läuft es dann auch nach dem Muster ab. Der Sänger schreit sein Inneres nach außen und man wird mal wieder genötigt, einem ruhigen melodischen Part zu lauschen, bevor der Knüppel wieder aus dem Sack geholt wird.

„Giant Collapse“ drückt sich dann schwerfällig und zäh durch die Lautsprechergitter. Fast schon im Downtempo zieht dieser Song zumindest mal seinen Stil von Beginn bis zum Ende durch. Das gefällt und hinterlässt einen guten Eindruck. Ein erstes wirkliches, aber dennoch kleines Highlight.

„Dead Shell“ versinkt dann wieder ein wenig im unbedeutenden Mittelfeld, was die Qualität angeht, ebenso wie das zügigere Ende der Scheibe mit dem Namen „Won`t You Already Die“ - im Ohr bleibt keiner der beiden Songs hängen. Und im direkten Anschluss gibt es dann noch einen „Hidden Track“. Langsames, keuchendes Atmen wird plötzlich von melodischen Gitarrensounds vertrieben. Dummerweise klingt das dann auch noch richtig gut, obwohl es ein reines Instrumental ist. Dumm, weil es, wenn man es genau nimmt, ein kleines verstecktes Highlight ist, welches wiederum nicht wirklich zum Rest der Scheibe passen will.

Fazit: Gute Ansätze sind genügend da, leider kann man nur sehr schwer einen wirklichen roten Faden erkennen. Irgendwie hat man immer wieder den Eindruck, dass die Band sich selbst noch nicht wirklich gefunden hat. Die gute, solide Produktion weiß zu punkten. Die melodischeren Parts stören teilweise ganz enorm. Man ist auf Vielseitigkeit aus, aber genau das wirkt teilweise zu sehr erzwungen.

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