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My Dying Bride: Macabre Cabaret

Stärker als das Gros des letzten Albums
Wertung: 8/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 21:56
Release: 20.11.2020
Label: Nuclear Blast

Im Hause My Dying Bride ist es nicht unüblich, auf ein neues Studioalbum wenige Zeit später eine EP mit Outtakes oder alternativen Versionen zu veröffentlichen. Meist wird der Terminus „Outtakes“ dem Material dabei nicht gerecht, da dieser stets den Eindruck des Verhökerns minderwertiger Überreste impliziert, bei den Bräuten jedoch war diese vermeintliche Ausschussware schon immer ebenfalls qualitativ hochwertig. „The Ghost Of Orion“, der letzte Output, stieß allerdings nicht überall auf Begeisterung; auch beim Autor, grundsätzlich großer Fan des Sextetts, machte sich eher ein wenig Enttäuschung breit. Zu wenig Abwechslung, zu wenig zündende Einfälle, zu viel Monotonie – da haben die Engländer schon Besseres abgeliefert.

Die brandneue EP, sehr schön zur Band passend „Macabre Cabaret“ betitelt, folgt logischerweise der Ausrichtung des Albums, dennoch sind die drei Stücke eine ganze Ecke stärker als das Gros dessen, was sich auf dem vorangegangenen Longplayer befindet. Der eröffnende, genau zehn Minuten lange Titeltrack ist zwar wiederum ohne Tempovariationen gehalten, sorgt aber mit seinen atmosphärischen, geisterhaften Zwischensequenzen für Abwechslung, und die Riffs sind zweifellos stark, besonders das für die Band so typische doppelharmonische in der zweiten Hälfte des Stückes. Die Orgel verleiht dem Song ein sakrales Feeling, das sehr viel zusätzliches Ambiente hineinbringt, zumal gerade Keyboards auf „The Ghost Of Orion“ schmerzlich vermisst wurden.

Dafür fehlt auf „Macabre Cabaret“ die Violine komplett, dies jedoch macht sich nicht negativ bemerkbar, denn auch „A Secret Kiss“ ist eine gelungene Komposition (trotz erneut nicht vorhandener Tempovariationen), bei der der Einsatz der Geige schlicht nicht nötig ist. Hier spielen die Gitarren wiederum die Hauptrolle, auffällig stark im Vordergrund mit abermals sehr bandtypischen Pinch Harmonics, zu denen Aaron Stainthorpe säuselnd singend im Hintergrund agiert. Mit Growls hält er sich insgesamt sehr zurück, beim dritten Track „A Purse Of Gold And Stars“ (diese Titel sind immer wieder ein Phänomen!) betreibt er eher eine Art Sprechgesang. Allerdings fällt diese Nummer auch ziemlich aus dem Rahmen, da hier ansonsten lediglich Klavier und symphonische Elemente zu hören sind. Eine wunderschöne, zerbrechliche Komposition, die doch sehr an die „Evinta“-Arrangements oder beispielsweise „For My Fallen Angel“ denken lässt.

Alles in allem eine gute EP, damit war nach dem leicht enttäuschenden Album nicht unbedingt zu rechnen, sehr ansehnlich auch einmal mehr das Coverartwork. Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn My Dying Bride beim nächsten Album wieder mit mehr Abwechslung (vor allem hinsichtlich des Tempos) aufwarten würden.

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