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My Dying Bride: A Line Of Deathless Kings

Referenz in Sachen Doom
Wertung: 7.5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 61:9
Release: 13.10.2006
Label: Peaceville

Mit großer Erwartungshaltung machte ich mich mit Freude daran, das neunte Album DER Doom-Band schlechthin – My Dying Bride - zu entdecken. Die Band hat in ihrem Dasein schon einige kreative Stilwandlungen hinter sich gebracht und so ist auch „A Line Of Deathless Kings“ eine weitere Facette der musikalischen Wandlungsfähigkeit von My Dying Bride. Und so zeichnet sich „A Line Of Deathless Kings“ aus durch die Konzentration der Herren auf das Wesentliche. Will heißen: Die Songs sind minimalistisch instrumentiert und Aarons Stimme sticht besonders hervor in Gesangs- als auch eher erzählerischen Passagen. Von den Songs geht irgendwie trotz dieses eher spärlichen Soundteppichs etwas unheimlich Machtvolles aus.

Dieses Spartanische ist allerdings andererseits auch genau das, was es eventuell den Fans ziemlich schwer machen könnte, die Alben wie „The Angel And The Dark River“ oder auch „Like Gods Of The Sun“ als ihre Lieblingsalben der britischen Doomster anführen. Denn das neue Material will so gar nicht opulent klingen. Das lässt dann den ein oder anderen unter den Fans vielleicht auch die Violine schmerzlich vermissen. Die Stücke „I Cannot Be Loved“, „And I Walk With Them“ und „Thy Raven Wings“ gehen ja auch durchaus in die Richtung der beiden oben genannten Alben, aber dennoch fehlt mir auf diesem Album irgendwie das letzte Quäntchen, das bei meinen Lieblingsalben der Engländer (siehe oben) auf jeden Fall vorhanden war.

Irgendwie schleicht sich bei mir der Gedanke ein, dass sich Meister Spartakus auch auf die Eingängigkeit der Songs niederschlägt: Bei mir will sich selbst nach hartnäckigem, tagelangem Hören kein Song ausmachen, der sich in meinem Hirn festsetzt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Was aber auch hier in allen Songs anzutreffen ist, das ist dieser dunkle Schleier der Traurigkeit, den die Herren nahezu perfekt in ihre Songs, einem roten Faden gleich, einweben. Einen Effekt der besonderen Art gibt es beim letzten Songs des Albums „The Blood, The Wine, The Roses“: Die letzten 15 Sekunden des Songs knüppeln die Herren in irrwitziger Geschwindigkeit und auch Aaron zeigt mit seinem Growl-Einsatz, dass er auch durchaus anders kann. Dieses winzig kleine Stück des Songs hat mich sehr beeindruckt, muss ich sagen. Wer weiß, in welche Richtung dann der Nachfolger zu „A Line Of Deathless Kings“ gehen mag.

Trotz all meiner Kritikpunkte ist zu sagen, dass My Dying Bride in meinen Augen ohne jeden Zweifel eine Band ist, die eigentlich nichts falsch machen kann. Gut, sie haben sich in ihrer Schaffensphase ständig weiterentwickelt – und dies für manch einen auch haarscharf an der Grenze zwischen Gut und Böse, aber was wäre gewesen, wenn sie in ihren 16 Jahren immer haargenau dasselbe gespielt hätten wie auf ihrer ersten Platte?

Meiner Erwartungshaltung wurde das Album nicht gerecht, was aber eher an mir selbst liegt, denn ich hatte eher mit einem Klon von "The Angel And The Dark River" oder auch "Like Gods Of The Sun" gerechnet. Diesen Fehler sollte man aber tunlichst vermeiden, denn My Dying Bride sind viel wandlungsfähiger.  „A Line Of Deathless Kings“ ist ein durchaus gutes Doom-Album geworden, dessen Tiefgang sich dem Hörer zudem nicht gleich offenbart, sondern der sich erst nach einigen Durchläufen erschließen mag. Fazit: Puristischer Doom Metal, der auch noch gut gemacht ist.

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