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My Defense: Delorean

Es fehlt die Abwechslung
Wertung: 6/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 12:29
Release: 18.05.2012
Label: World's Appreciated Kitsch/Major Threat

Der Name "Delorean" mag direkt ganze Generationen von Filmfans in Verzückung versetzen, handelt es sich hier doch um das Auto, das Michael J. Fox in "Zurück in die Zukunft" durch Zeit und Raum befördert. Passend ist der Titel für die mittlerweile fünfte Veröffentlichung von My Defense allemal, denn die Herren um Fronter Perry schwanken schon mal zwischen Old School Hardcore Punk und modernen Anleihen, ohne dabei allerdings in metallische Gefilde abzurutschen - hier herrscht Hardcore, keine Frage. Nichts anderes.

Das zweite, was einem beim Recherchieren auffällt, ist die Do-It-Yourself-Mentalität der Truppe. Ganze drei seiner fünf Releases hat der Kölner Fünfer in Eigenregie herausgebracht, ganz nach dem Hardcore-Motto "Wir machen's lieber selbst, bevor irgendwer reinpfuscht". Ganz blöd ist das nicht, wobei man sich mittlerweile beim griechischen Label World's Appreciated Kitsch eingefunden hat - zumindest für "Delorean". Vielleicht bringen My Defense die nächste Scheibe ja schon wieder alleine raus.

Apropos Griechenland: Neben Englisch und Deutsch hat Shouter Perry auf "Delorean" auch Texte auf Griechisch in petto. Klingt zwar im ersten Moment für deutsche Ohren wie verbaler Durchfall, passt aber irgendwie auch zu der rotzig-schnellen Musik der Truppe. Bierernst nimmt sich das Quintett allerdings nicht - kann man ja auch gar nicht, wenn man aus der nachweislich lustigsten Stadt Deutschlands kommt. Titel wie "Blätterteig" haben da schon einen ganz eigenen Charme, zumal der "Song" nur 22 Sekunden misst und wie eine Mischung aus pubertierendem Landschulheim und besoffener Abschlussfahrt daherkommt.

Natürlich startet die Platte wesentlich ernsthafter mit "Skata", einem Stück, das das Tempo für den Rest des Scheibchens ganz gut vorlegt und mit rasanten Drums, Gangshouts und angepisstem Geschrei daherkommt, unterbrochen von einer richtig coolen, warmen Leadgitarre. So ein schönes Ding gleich zu Beginn, da müssen sich My Defense anstrengen, um den Standard zu halten.

"Üb mehr im Kopp" ist dann schon so Old School, dass My Defense die gute alte Ausrede von Ex-US-Präsi Bill Clinton mit eingespielt haben, in der er wenig glaubwürdig beteuert, nie Sex mit seiner Praktikantin gehabt zu haben. Bei dem Sample muss man unweigerlich ein wenig grinsen, wenn man sich zurück erinnert, wie lange und beständig ein solcher Blödsinn damals durch die internationale Presse geisterte. Abgesehen von dieser kurzen Reise durch die Medienvergangenheit hat der Song aber leider wenig zu bieten.

Ganz anders sieht es da bei "Telos" aus, das zwar etwas rumpelig startet, aber mit unter zwei Minuten Laufzeit trotzdem ordentlich an Fahrt aufnimmt. Auch hier herrschen wieder vermehrt Gangshouts vor, aber allmählich kennt man das Rezept nun doch schon, auch wenn es sich hier nur um eine EP mit knapp 13 Minuten Laufzeit handelt. Bei gut sechs Punkten kann man die "Delorean"-Scheiblette einordnen - guter Old School Hardcore mit stellenweise ordentlich Wumms, dem aber noch die ein oder andere abwechslungsreichere Stelle fehlt, um wirklich länger im Gedächtnis und dem CD-Laufwerk zu bleiben.

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