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Mustasch: Lowlife Highlights

Oder doch Lowlights Highlife?
Wertung: 6/10
Genre: Hard & Heavy Rock
Spielzeit: 72:35
Release: 16.05.2008
Label: Regain Records

Schwedens größte Hardrockband des Jahres 2007, so steht`s in der Presseinfo, wartet mit einem Best Of Album auf. Das allein sollte schon für Interesse sorgen. Aber wenn ich mich mal an das letzte Output der Band „Latest Version Of The Truth“ erinnere, dann muss das allerdings auch nicht gerade für Luftsprünge sorgen. Bei dieser Best Of hat man sich jedoch nur der Zeit beim Plattenlabel EMI gewidmet. Da ich die Band damals eigentlich noch nicht so wirklich kannte, bin ich schonmal gespannt.

„Unsafe At Any Speed“ beginnt recht interessant. Die Gitarre, das recht spärlich klingende Schlagzeug und der fordernde Gesang sorgen erstmal für Spannung, bevor man dann in das normale Fahrwasser überwechselt. Nicht schlecht, irgendwie hat das was aus alten Hardrocktagen. „Down In Black“ gerät da deutlich zügiger und erinnert irgendwie an alte Black Sabbath, wenn der Bass noch mehr Tiefton einbringen würde und der Gesang eine andere Farbe hätte. Aber so ist es ein 70er Jahre Hardrock angehauchter Song mit ein wenig Heavy Metal Flair.Wundert mich nicht, dass dieser Song als Single-Hit angepriesen wird. Fraglich ist nur, ob das im 21 Jahrhundert so wirklich funktioniert. Denn die erste VÖ der Band war erst 2001.

Besser gefällt mir da „Accident Blackspot“, denn irgendwie klingt der Song vom 2005er „Powerhouse“ Album richtig süchtigmachend. Wie eigentlich bei allen Songs wird kräftig mit heavy Riffs gearbeitet, dazu dann diese mehr als gelungene Gesangslinie, sehr schön.

„The Deadringer“ fällt da schon eher wieder ab. Und irgendwie fällt schon an dieser Stelle auf, welches Problem ich mit der CD habe. Egal, wie groß die Zeitsprünge sind, es hört sich vom Grundsatz her alles recht monoton an. Von einer wirklich erwähnenswerten Weiterentwicklung oder Stilwandel ist nichts, aber auch gar nichts zu merken. Dies wäre sicher nicht schlimm, wenn man jetzt AC/DC oder so heißen würde, denn wenn man ehrlich ist, schafft es diese Band immer wieder, einzelne Highlights zu kreieren. Aber hier sind die Highlights nicht so herausragend, dass man vor Freude das Schluchzen anfängt.

„I Lied“ beginnt etwas ungewöhnlich, verfällt dann aber schnell ins gewohnte Riffing, erntete aber dank der gelungenen, eher gegenläufigen Gesangsparts doch erhöhte Aufmerksamkeit und somit Pluspunkte. Fast schon ein wenig psychedelisch klingen im Mittelteil die Stromgitarren. „Homophobic/Alcoholic” geht danach dann schon regelrecht unter. Man versucht zwar, es ordentlich krachen zu lassen und kriegt es nicht gebacken, `nen tüchtigen Popotritt hinzulegen. Einige Ideen sind zwar richtig gut, aber das geht dann insgesamt ziemlich unter.

„Fredrika“ hätte dann auch durchaus auf dem ein oder anderen Black Sabbath Album stehen können. Fette Bass- und Gitarrenbeats sorgen für eine gute Portion Stimmung. Auch die Art der Vocalintonierung verstärkt das Klassikergefühl. Nur das recht nervende Quietsche-Gitarrenspiel beim, nun, ob man es Solo nennen kann oder besser und eher treffend beim Mittelteil, hätte nicht sein müssen. Generell stört die hohe Gitarre, die dann auch noch ein richtiges Solo spielen darf. Schade eigentlich.

„6:36“ beginnt dann doch etwas außergewöhnlich für Mustasch. Man meint fast schon, Bands wie Rush als Einfluss rauszuhören, bevor das fette Riffing beginnt. Trotzdem wird der hier angenehme, abweichende Gesang wohlwollend aufgenommen. Dazu die langsam treibenden, mächtigen Gitarren. Warum klingen die Songs nicht öfter so erhaben? Live dürfte da einiges im Publikum abgehen. Da sei auch ausnahmsweise das Ausblenden am Ende verziehen. „Haunted By Myself“ beherbergt ein schön stimmiges Drumming von Mats Hansson. Leider weiß mich der Rest nicht zu überzeugen. Ein im Titel schon erwähntes Lowlight, ach nee, da steht ja „Lowlife“.

„Black City“ ist ein guter Song, aber viel mehr eigentlich auch nicht, obwohl er wohl zu den Hits der Band zählen soll. Schön zu hören, wie die Band es schafft, schleppend treibende Musikstrukturen einzubauen, aber trotz aller Härte beim Zocken fehlt da doch das gewisse Etwas.

„White Magic“ lebt dann wieder von schweren Riffs, welche schön von Ralf Gyllenhammar und Hannes Hansson in Kombination mit Bassist Mats Johansson intoniert werden. Der etwas zu hohe Gesang, obgleich er nicht wirklich hoch ist, erweist sich hier als ein kleiner Störfaktor. Verzerrt presst sich der Gitarrensound langsam fließend durch die Lautsprecher. Bei „The Wave“ geht`s dann mal zügiger von der Hand, kann aber trotzdem nicht wirklich punkten, zu sehr hat man sich schon an den Sound gewöhnt. Richtig schwach.

Dann wird’s Zeit, den Hund zu waschen, nee im Ernst, dann kommt „Dogwash“. Ist wohl auch eine Hitsingle gewesen. Mmh, Asterix würde wohl sagen „die spinnen, die Schweden“. Aber Scherz beiseite, ich weiß wirklich nicht, warum Mustasch der größte Schwedenexport in Sachen Hard and Heavy sein soll. Nicht schlecht, aber sonst? „Monday Warrior“ dämmert ebenso an mir vorbei wie auch das folgende „Into The Arena“. Und das, obwohl mal ein Piano zu Beginn erklingt, welches aber eher unspektakulär vor sich hin klimpert und dann von heulenden Gitarren verscheucht wird.

„Ratsafari“ zeigt dann wieder größte Seelenverwandschaft mit Tony Iommi`s Mannen. Ein starkes Stück schwarzen Metalls, wobei das Solo respektive der Übergang zu den letzten Strophen etwas gewöhnungsbedürftig ist. Der Song hätte durchaus auch auf einem Album der Heavy Metal Legende stehen können. „I Hunt Alone“ dürfte einigen Lesern bekannt sein, wobei mich der Song auch früher nicht wirklich begeistern konnte.

„Ocean Song“ bildet dann den Abschluss unter der sehr langen Best Of Scheibe. Ein wirklich guter Abschluss mit viel schwarzem Flair, etwas offener gestaltet und so richtig in den 70ern verwurzelt, hat man das Gefühl,

Fazit: Suchen die Schweden im 21. Jahrhundert eine etwas zahmere und weniger dunkle Black Sabbath Kopie oder warum gehört Mustasch zu den angesagtesten Bands im Lande? Es ist mir nicht ganz begreiflich, aber das muss es ja auch nicht, ich für meinen Fall denke, dass es eher für einen guten Platz im Mittelfeld der Veröffentlichungen reicht, obwohl man mit 72:35 Minuten schon ein dickes fettes Paket Riffs mit einigem Groove bekommt. Ich denke, die Band wird es außerhalb von Schweden eher schwer haben. Seit die Band bei Regain Records ist, scheint sowas wie eine stilistische Weiterentwicklung stattgefunden zu haben. Das steht den Schweden gut, diese Scheibe ist mir insgesamt zu eintönig.

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