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Mustasch: Latest Version Of The Truth

Immer noch auf der Suche
Wertung: 7/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 49:2
Release: 18.05.2007
Label: Regain Records

Nachdem Mustasch ihren Vertrag bei der EMI erfüllt hatten, zog die Band weiter zu Regain Records. Nun liegt uns das erste Produkt in Form von „Latest Version Of The Truth“ vor. Wie man es vom Cover her erwarten durfte, fliegt erstmal ein Flugzeug durch die Speaker, bis die Band mit ihrem modernen Hardrock beginnt. Wobei es die Formulierung moderner Hardrock auch nicht so 100 % trifft. Irgendwie sind zeitweise die Gitarren zu dreckig und der Sound fast schon zu klar. Egal, „In The Night“ entpuppt sich als netter Opener mit leichtem Losgeh Charakter.

„Double Nature“ beginnt wie eine 70er Jahre Tanzdisconummer, bevor kräftige Gitarren für die nötige Power sorgen. Das klingt schon richtig gut und wird dann auch noch mit einer tollen Gesangslinie veredelt. Der Song brennt sich schon nach wenigen Durchläufen in den Kopf und demonstriert somit seine Highlightqualitäten. Die Streicher wurden perfekt in dem Song implementiert.

„Falling Down“ weiß den eben erst erstiegenen Level leider nicht zu halten. Mats Johansson`s Bass hämmert zwar wie eh und je kraftvoll durch den Lautsprecher, aber trotzdem verbreitet der Song ein wenig Langeweile. Daran kann dann auch leider Ralf Gyllenhamma´s Stimme nichts ändern.

„The Heckler“ beginnt mit viel Stereoeffekt und vielen schon oft gehörten Arrangements. Ja stimmt, irgendwie fällt mir immer mehr auf, dass ich eigentlich sehr, sehr viele Ideen von Mustasch schon irgendwo anders gehört habe. Allerdings greifen Mustasch die Inspirationen in der Regel nur sehr kurz auf, so dass man aus diesem ganzen Sammelsurium eigentlich auch nicht wirklich eine andere Band raushört. Geschickt gemacht, aber häufig auch etwas problematisch, denn hier fehlt mir irgendwie die Identität. Außerdem wäre es sicherlich interessanter, eine gute Idee zu übernehmen und dann gut umzusetzen, als die Idee in schneller Reihenfolge mit anderen Inspirationen auszutauschen, und damit eine große permanente Schwankung in der Qualität zu kreieren.

„I Wanna Be Loved“ plätschert zum Beispiel an mir vorbei, bis zum Mittelteil, der ist richtig gut geraten und überrascht. Dann geht es aber wieder etwas zu unspektakulär weiter. Also, trotz guter Passagen wird der Song ins Mittelmaß runter gezogen. Das Ende erinnert etwas an Warrior Soul´s Glanzphase, kann dann aber leider auch nicht mehr viel retten. Schade, denn da wäre mehr drin gewesen.

„Scyphozoa“ beginnt mit Streichern und akustischer Gitarre. Eine wirklich schöne träumerische Melodie. Schade nur, dass die Band da nicht noch einen abschließenden Höhepunkt in der Melodie, quasi ein großes Finale hingezaubert hat. So fehlt irgendwie etwas bei einem guten Song.

„Spreading The Worst“ weiß es dann aber, das Niveau hoch zu halten. Diesen Song hätte ich mir auch gut von den Überfliegern der Neunziger, Extreme vorstellen können. Schön, wie die Band den Song dann auch langsam ausklingen lässt.

„Bring Me Everyone“ besitzt wieder mehr langsame Losgeh-Mentalität. Nett, aber ein wenig zu durchschnittlich, wenngleich der Refrain ganz gut knallt.

„Forever Begins Today“ ist ein durch Mats Hansson`s Drums am Leben erhaltener Song mit einem gewissen Ozzy Osbourne Charme. Der Refrain könnte definitiv aus Ozzy`s musikalischem Background stammen. Cool, aber diese Version mit dem alten Black Sabbath Sänger würde mich echt interessieren.

„I Am Not Aggressive“ verfehlt bei mir absolut die Geschmacksnerven, da es mir irgendwie zu gewöhnlich klingt. Diese Gesangslinie gab es schon zu oft und das Markenzeichen der Band, die dominierenden Drums nutzen sich auch langsam ab. An Hannes Hansson`s Rhytmusgitarre liegt es sicherlich nicht, vielmehr wäre es sicher nicht schlecht gewesen, wenn Ralf etwas häufiger dominant mit seiner Streitaxt zu Werke gehen würde.

Richtig episch wird es dann mit der über 9-minütigen Nummer „The End“. Zwar erinnern mich auch hier wieder einige Parts an alte Rockheros, aber da sich der Song hier nun mal die nötige Zeit nimmt und die Ideen nicht einfach nur abarbeitet, ist hier eine echt tolle Nummer entstanden. Im Mittelteil gibt es zwar einiges an gewolltem Soundbrei mit eingestreuten Songfragmenten dieser Mustasch CD, aber interessant klingt es allemal. Ein Part beinhaltet ein Klavier und Meeresrauschen und durch die gefühlvollen Vocals wird hier eine sehr melodische schöne Seite der Band gezeigt. Schade, dass es keinen einzelnen ganzen Song dieser Schattierung gibt. Chöre und Streicher bestreiten dann das Finale.

Fazit: Eine CD mit teilweise sehr gelungenen Passagen, welche aber oftmals zu kurz sind und von deutlich schlechteren Parts abgelöst werden. Schade, irgendwie hab ich den Eindruck als ob die Band ihren Stil noch nicht so wirklich gefunden hätte. Dies kann aber eigentlich nicht sein, denn der Backkatalog der vier Schweden weist schon 5 Alben auf.

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