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Musik aus der Welt von Kriegerherzen

Wertung: 7/10
Genre: Mittelalter
Spielzeit: 68:0
Release: 16.06.2006
Label: Curzweyhl

"Hey Lars, ich will 'nen kleinen Film drehen, willst du mit machen?" - "Klar, Rainer...!". So oder so ähnlich soll die Kooperation zwischen Regisseur Rainer "ZIPP" Fränzen und seinem Freund Lars Gatting im Sommer 2000 angefangen haben. Und in 12 (Dreh)Tagen entstand, was sich niemand hätte Träumen lassen - das eigentlich als Bewerbungsgrundlage für eine Filmhochschule gedachte Erstprojekt „Blinde Ehre“. Lorbeeren, auf denen es sich nicht auszuruhen galt: Die beiden Gründer der LaGARAFA Productions wollten den Erstling toppen, in Spielfilmlänge, mit mehr Darstellern, einer größeren Crew und einer ausführlicheren Planung.

Am 21. August vor fünf Jahren fand das erste Treffen der Produktionscrew statt, 3 Jahre später ist der letzte Nachdreh auf Schloss Burg beendet. Weder Stromausfall noch Wetter oder zeitweilig fehlende Schlafmöglichkeiten für die Darsteller konnten die Dreharbeiten ernsthaft unterbrechen oder den freiwilligen Mitwirkenden den Mut rauben.

Damit stand der Film - der Hauptemotionsträger aber, die Musik, wurde anschließend geschrieben und ist nun auf dem passenden Sampler wiederzufinden. Für diesen und den Film haben unter anderem Faun mit mystischen Klängen gemalt, Szenegrößen wie die Musiker von Saltatio Mortis bewiesen, wie man trotz altertümlichem Hintergrund und durchaus aktuellem Text das Tanzbein schwingt und die “Neulinge” der Szene, Transit Poetry, kombinieren den Fantasy-Hintergrund gar mit elektrischen Klängen.

Schon am kürzesten der vertretenden Lieder, "Zombie", merkt man deutlich: Sascha Blach kann Atmosphäre schaffen. Das Stück besteht im Prinzip nur aus Bass und Keyboard. Was diese bedrohliche Stimmung in dem Film an Szenen unterstützen kann, kann sich wohl jeder denken. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Herr Blach auch den Score-Komponisten Roland Kempen unterstütze.

Ganz im Gegensatz zu diesem unheimlichen Lied stehen Qntal, die “Blac” zum Film beisteuerten. Mag es vielleicht die ein oder andere romantisch anmutende Szene gut untermalen, taugt das Lied alleine nicht viel. Sigrid Hausen übertreibt es, wie auch schon bei einigen Konzerten, wieder mit der Höhe des Gesangs und lässt ihre Stimme mehr gewollt sphärisch als voll klingen.

Das können die Kolleginnen und Kollegen von Faun definitiv besser: Auch bei "Satyros" erklingt der helle Gesang von Fiona und Lisa, doch das Lied ist eindeutig archaischer gehalten und wird durch handgemachte Musik auf Fidel, Drehleier und Trommel unterstützt.

Klassiker beim Thema Mittelalter sind natürlich Cultus Ferox (lateinisch für „Wilde Lebensart“), die sich auch nicht lange bitten ließen und "Verlorene Seelen" von ihrem neuen Album Unbeugsam beisteuerten. Hier trifft Metallica-anmutende E-Gitarre auf fast hymnenartigen Gesang über Gemeinschaft. Perfekt kombiniert vom rauen Gesang des heiligen St. Brandanarius ergibt sich schließlich das Lied, das neben "Warriorhearts" den höchsten Wiedererkennungswert hat und dem Zuhörer schließendlich die Tür in die Welt der Helden und Orks aufstößt.

Minotaurus, die inzwischen schon zehn Jahre Szene unsicher machen, kreierten schlussendlich die Titelmusik, die sich merkwürdigerweise ganz am Ende der CD findet. Dieses Lied ist definitiv ein Ohrwurm, schon alleine fasziniert die offensichtliche Brücke, die Minotaurus zwischen Metal, Folk und keltischen Einflüssen geschlagen haben. Eine andere wirklich faszinierende Sache ist, dass es so scheint, als würde das Lied nicht enden wollen. Vielmehr besteht es aus einzelnen Brüchen, in denen jeweils neue Themen aufgenommen werden - immer wieder durch den einprägsamen Refrain zusammengeführt.

Die CD endet schließlich mit einem erneuten kurzen Aufflackern von Sascha Blachs Hintergrundmusik - ein bedrohliches Ende der Platte ist bei dem Titel "Gräberwald" schon vorprogrammiert.

Abschließend lässt sich sagen, dass es den Künstlern wirklich gelungen ist, ein Stück Kriegerherzen-Atmosphäre in die heimische CD-Anlage zu bringen. Ob mystisch anmutend wie Faun, melancholisch wie Albion, balladenartig wie Galahad oder rockig wie Cultus Veroxs - eines ist dieser Sampler gewiss nicht: einseitig!

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