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Murderdolls: Women And Children Last

Nach acht Jahren lassen es die Murderdolls dieses Mal etwas eingängiger krachen
Wertung: 7.5/10
Genre: Horror Glam Metal
Spielzeit: 45:18
Release: 27.08.2010
Label: Roadrunner Records

Da kommen die Murderdolls tatsächlich noch einmal wieder. Slipknot haben Pause und damit hat Joey Jordison Zeit, Wednesday 13 zu unterstützen. Acht Jahre mussten die Fans warten, bis das zweite Album erscheint. Konnte das Debüt hauptsächlich in den Vereinigten Staaten von Amerika und in England punkten, so soll dies nun anders werden. Falls die Recherche stimmt, gibt es dieses Mal auch wirklich frisches Material und kein aufgewärmtes von Frankenstein Drag Queens From Planet 13, der Band um Wednesday 13. Man darf gespannt sein, was die Horror Glam Rocker anno 2010 erschaffen haben.

„The World According To Revenge“ ist lediglich ein gekonntes Intro, welches die Spannung aber geschickt in die Höhe treibt. Langsam entwickelt sich der Rhythmus erst mit fast geflüsterten Vocals, bis dann ein großes Gelächter beginnt und die medizinischen Instrumente den Herzstillstand dokumentieren.

„Chapel Of Blood“ demonstriert anschließend sehr deutlich, dass es härter zugeht als bisher gewohnt. Es ist eigentlich schon Glam Metal, bei dem punkig raue Vocals herausgepresst werden. Das Ganze wird mit kräftigem Riffing garniert, der den Schädel vor- und zurückfliegen lässt. Zu hören ist ein bärenharter Start, den man so sicher nicht erwartet hätte.

„Bored ’Till Death“ drückt nun etwas mehr auf das Tempo. Von sehr starkem Drumming  getrieben, donnert der Song unaufhaltsam durch die Lautsprecher. Da kommt Stimmung auf. Es folgt ein tolles Ende, das fast einem Moshpart gleicht. Schade ist, dass alle Songs recht kurz geraten sind. Dafür sind diese aber auch äußerst knackig ausgefallen.

„Drug Me To Hell“ erklingt hart und könnte eine Anspielung auf den Film „Drag Me To Hell“ sein. Hier rocken die Amerikaner. Man hat den Eindruck, als ob Alice Cooper in deutlich härterer Form mitmischen würde. Erwähnenswert ist, dass bei diesem Song Mick Mars (Mötley Crüe) am Sechssaiter zockt.

„Nowhere“ ist bis hierhin der beste und melodischste Song. Die tolle Melodie setzt sich trotz aller rotzigen Frechheit ins Gedächtnis und sorgt für seltsames Mitsummen beim Headbangen. Ob es ein Hit werden könnte, ist dennoch fraglich, da trotz aller Melodie der Härtegrad doch hoch angesiedelt wurde.

Mit „Summertime Suicide“ legt die Band draufhin noch einen drauf. Eer beinhaltet einen coolen Mitsingrefrain, der sich tief ins Gedächtnis brennt. Hierzu könnte bei einer Party ein wenig des häuslichen Inventares zerlegt werden. Da fließt das Blut der 80er Rockgeneration. Dieser Song ist der beste des Album und könnte eine echte Livehymne werden.

„Death Valley Superstars“ kann hier nicht mithalten, auch wenn der Chorus ein wenig versucht, in die Richtung des Vorgängers zu driften, welches jedoch bei Weitem nicht gelingt.

Böse stakkatohaft wird es im Folgendem mit „My Dark Place Alone“. Hier wird mehr auf Härte als auf Melodie geachtet. Schade ist, dass dieser Energieausbruch eher wie ein kleiner Lückenfüller wirkt.

„Blood Stained Valentine“ wird wieder von Mr. Mars unterstützt. Es ist weder eine schlechte Nummer, noch der große Wurf. Der Chorus wirkt gut, aber in den recht kurz gehaltenen Stücken entwickelt sich öfters einfach zu wenig.

Mit aufrüttelnden Versen wird dann „Pieces Of You“ präsentiert - eine coole harte Nummer mit klarem 80er Flair. Da werden die Vocals recht punkig herausgeschrien. Dies passt sehr gut zu diesem Song wirklich gut und ist auf jeden Fall noch mal ein Ausrufezeichen.

„Homicide Drive“ wirkt leider inzwischen ein wenig abgenutzt, denn die Murderdolls bewegen sich zu sehr im gleichen Fahrwasser. Die Songs sind in der Regel zu kompakt, um, wie auf dem Debüt vor acht Jahren, auch einmal etwas sperriger wirken zu können. Die Abwechslung hält sich in den einzelnen Songs eher in Grenzen. Genau das wird wahrscheinlich das Manko sein, weshalb die Murderdolls vermutlich auch dieses Mal nicht die großen Stars in Good Old Germany werden.

„Rock’n’Roll Is All I Got“ wirkt wie eine Gardinenpredigt eines wütenden Musikers: Es klingt nicht schlecht, weiß aber nicht, wie man sich im Gedächtnis festsetzt. Natürlich wird hier dem „Sex, Drugs and Rock`n`Roll“- Image gehuldigt. Leider wird das auch mit „Nothing`s Gonna Be Alright“ nur bedingt besser. Der Song wirkt etwas austauschbar, da er keine eigenen Vibes versprühst.

„Hello, Goodbye, Die“ soll der grandiose Abschluss werden. Hauptsächlich von den Drums angetrieben, donnert der Song auch deutlich besser durch die Lautsprechermembranen. Das Tempo wurde angezogen und ein letztes Mal wird nach Leibeslust geheadbangt. Das stimmt den Hörer dann doch deutlich milder.

Fazit: Es ist sicher ein gutes Album, welches aber leider nur wenig Ohrwurmpotential besitzt. Genau das ist aber bei dieser Musik extrem wichtig. Spaß macht die Scheibe, wenn sie im Player liegt. Ob sie allerdings noch mal hervorgekramt wird, wenn sie erstmal zwei Wochen im Jewel Case gelegen hat, ist eher fraglich. Live dürfte die Band extrem abgehen und für Stimmung sorgen, deshalb solltet ihr Euch die entsprechenden Konzerte im September schon im Kalender anstreichen.

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