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Murder Therapy: Symmetry Of Delirium

Backe backe Kuchen, mehr Zutaten müssen wir suchen
Wertung: 5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 32:22
Release: 15.01.2010
Label: Deity Down Records

Generell herrscht die Vorstellung, dass vor allem härterer Metal vermehrt aus den kälteren Regionen kommt und in den wärmeren Gefilden qualitativ wie quantitativ deutliche Abstriche gemacht werden müssen – was die Quantität angeht ist dies vermutlich nicht zu leugnen, doch begabte Bands gibt es durchaus, wie beispielsweise Rise To Fall aus Spanien, die Griechen Tardive Dyskinesia oder das in Italien beheimatete Duo Disarmonia Mundi. Murder Therapy stammen ebenfalls aus dem schönen Italien und haben sich dem Death Metal verschrieben.

„Symmetry Of Delirium“ heißt das jüngste Album der 2007 gegründeten Band und bringt neun Songs mit sich, die vor Blasts und Zorn geradezu zu platzen scheinen – vor Kreativität oder Abwechslungsreichtum doch leider nicht. Genau hier liegt das Problem, in vielen Songs gibt es zwar groovende Passagen, doch 90 Prozent des Drummings machen Blasts aus. Egal, ob nun auf der Snare geblastet wird oder der Drummer die Bassdrum malträtiert, immer so schnell wie möglich, so direkt wie möglich und so viel wie möglich wird an Energie und Brutalität verbraten. Besonders ärgerlich ist dabei, dass bei der eigentlich ordentlichen Produktion ausgerechnet die Bassdrum zu mager ausgefallen ist. Hätte man hier mehr Wert auf Druck und einen satteren Sound gelegt wäre wenigstens ein gewisses Maß an Energie spürbar geworden, doch so vernimmt man die Bassdrum leider viel zu oft nur als nerviges Knattern im Hintergrund oder eben als seichte Begleitung.

Zwar vermag man einen guten Willen zu erkennen - so wird deutlich gezeigt, dass sich wenigstens der Frontmann Mühe gibt, sich variabel zu verkaufen -, doch Growls und Screams klingen leider zu oft wie aus ein- und derselben Mühle gemahlen und in ein- und demselben Ofen gebacken. Das heißt, es gibt fast durchweg schwere Kost: Um bei der Bildersprache zu bleiben, es gibt immer wieder einen schweren Brotlaib ohne neue Rezeptur. Sonntags und bei jedem vierten Stück gibt es ausnahmsweise mal etwas Quäke-, Verzeihung, Knäckebrot, also mal was Leichteres. Etwas völlig anderes als Brötchen, Toast, oder gar gänzlich andere Backwaren vermisst man in dieser italienischen Mühle jedoch. Auch die Gitarrenriffs symbolisieren die Monotonie des Müller- und Bäckerwesens, denn es lohnt nicht, einen Song hervorzuheben, die Riffs klingen immer gleich, bieten keinerlei Abwechslung und auch wenn sie immer zur Stelle sind: Ändern tut sich hier nie etwas.

Köstlichkeiten sind die Produkte dieser Formation demnach nicht, da man zu selten, wie beispielsweise mit dem vergleichsweise starken Song „Tales Of The Bizarre“, auf einen Leckerbissen – etwa eine süße Rosine im sonst so staubtrockenen Laib – stößt. Leider sind die hier recht clever organisierten Riffs lange nicht so einprägsam wie das Müllerhandwerk.

Auch wenn die Kost dieser Mannen nicht besonders facettenreich ist, heißt dies nicht, dass sie schlecht ist. Das Problem liegt viel mehr darin: Hat man von einer Scheibe gekostet, kennt man sie alle. Egal ob nun Brotscheiben oder Tracks. Unter anderem aufgrund des Tempos der Songs kann man den Fünf ein gewisses Talent nicht ansprechen – vielleicht gelingt es den Müllersburschen mit genügend Fleiß doch noch, eine eigene Konditorei aufzubauen, der Grundstein ist zumindest gelegt. Aber Pizza und Pasta können die Italiener eben doch besser.

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