Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Mudvayne: Mudvayne

Die Amerikaner überzeugen mit Chaos und Melodie
Wertung: 8/10
Genre: Nu Metal, Alternative Metal
Spielzeit: 48:21
Release: 18.12.2009
Label: Sony Music

Eine Zeit lang waren Mudvayne "the next big thing", spielten sich den Arsch auf großen amerikanischen Festivals wie Tattoo The Earth oder dem legendären Ozzfest ab und beehrten sogar Rock Im Park/Rock Am Ring. Durch die Verwendung von Make-Up und/oder Masken wurden sie als die nächsten Slipknot abgestempelt, also musste die bunte Gesichtsbemalung weichen. Nach einer längeren Pause meldeten sie sich 2005 mit dem Album "Lost And Found" zurück, hinterließen überwiegend begeisterte Kritiker und eher skeptische Fans. Die 2008er Platte "The New Game" ging mehr oder weniger völlig unter, von größeren Konzerten keine Spur und auch die Präsenz der Band in den Medien hat extrem abgenommen.

Doch was einen nicht umbringt, macht einen stärker, und so versuchen Mudvayne den nächsten Schritt mit ihrem aktuellen selbstbetitelten Album, elf neuen Songs und einem gänzlich weißen CD-Cover und Booklet. Raffiniert, wie die Jungs sind, haben sie sich dafür natürlich was Spezielles einfallen lassen: Der Tätowierer Paul Booth, bekannt für seine doch recht psychopathischen Anwandlungen auf Papier und Haut, hat eigens für das Quartett ein Artwork designt, das ausschließlich unter Schwarzlicht zu sehen ist. Coole Sache und ein schöner Einstieg in die Platte, denn es ist doch so: Seit den letzten beiden Alben braucht es tatsächlich mehr als nur einen Durchlauf, um alles erfassen zu können, was die Herren Chad Gray, Greg Tribbett, Ryan Martinie und Matt McDonough da fabrizieren.

Die erste Überraschung lässt nicht lange auf sich warten: Nach einem verstörenden Intro ballern die Herren in „Beautiful And Strange“ gleich ungewohnt heftig los, Chads leicht verzerrte Stimme klingt kraftvoll wie schon lange nicht mehr und wir befinden uns mitten in einem recht typischen Mudvayne-Stück im Stil des letzten Albums. „1000 Mile Journey“ zeigt genau das, was der Songtitel vermuten lässt: Deutlich hörbar ist vor allem die enorme Weiterentwicklung in Chads Stimme, die Shouts überzeugen mit mehr Power, als zum Beispiel noch auf „The End Of All Things To Come“.

Leider waren Mudvayne bisher nie eine Band, deren Alben komplett überzeugen konnten, und so lässt der erste kleinere Durchhänger auch hier nicht lange auf sich warten: „Heard It All Before“ besticht zwar durch ein drohendes Intro mit apokalyptisch angehauchten Gitarren und einem sehr dynamischen Refrain, der berühmte Funke verpasst das Überspringen aber leider gänzlich und auch „Beyond The Pale“ ist zwar ein durchaus guter Song und liefert uns die Band, wie wir sie kennen und lieben – mit leicht verzerrtem Gesang in den Strophen und fiesen Shouts im Refrain – doch irgendwas fehlt hier immernoch.

Die Frage nach dem fehlenden Puzzleteil wird bei „All Talk“ endgültig hinweggefegt: Der Song startet zwar recht ruhig, steigert sich dann aber in die leicht psychotische Aggression hinein, die Chad mit seiner Stimme so wunderbar zu vermitteln imstande ist. Wieder lassen sich Parallelen zu früheren Alben ziehen, denn das Stück hat eine gewisse, wenn auch nicht offensichtliche Ähnlichkeit zu dem Stück „Not Falling“, das sogar auf MTV auf Heavy Rotation lief – nur wird hier die Melodie ein wenig mehr in den Vordergrund gestellt. Auch „Out To Pasture“ schlägt, Gott sei Dank, wieder in die leicht freakige Richtung, die Mudvayne so wunderbar beherrschen; das Stück hat eine sehr coole Dynamik, was nicht zuletzt der interessanten Gitarrenarbeit zu verdanken ist. Ein nahezu perfekter Mudvayne-Song!

Man hatte es beinahe erwartet: Den Abschluss bildet mit „Dead Inside“ eine Ballade der Extraklasse. Alle Befürchtungen, die leicht nasale Stimme des Sängers würde hier allzu nervig klingen, werden wiederlegt, wenn Greg Tribbett die Akustik-Gitarre auspackt und das Ende der Platte mit Chads rauem und verzweifelten Gesang eingeleitet wird.

Fazit: Die einstigen Nu Metal-Wunderkinder haben sich endgültig von ihrem früheren Genre gelöst, auch wenn noch leichte Anleihen an diese doch recht hartnäckigen Wurzeln zu erkennen sind. Mudvayne als Band sind hörbar gereift, allen voran Sänger Chad Gray – gewann man bei früheren Alben noch den Eindruck, ein trotziges Kind hätte sich des Mikrophones bemächtigt, kommt der Gesang nun größtenteils sehr konzentriert und kraftvoll daher. Bei einigen Songs ist das Quartett zwar zu durchschaubar, zu klischeehaft vorgegangen, dennoch gehört die Band definitiv zu den Speerspitzen der (ehemaligen) US-Nu Metal-Szene.

comments powered by Disqus

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging