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Mucc: Gokusai

Nicht nur sonderlich ausgereift, sondern...
Wertung: 8.5/10
Genre: Visual Kei
Spielzeit: 64:19
Release: 16.02.2007
Label: Gan Shin Records

Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn mit einer leichten Skepsis an das neuste Werk aus dem Hause MUCC gegangen bin. Der Grund hierfür war einfach derjenige, dass ich mit einigen zuvor gehörten Songs der Visual Kei - Combo aus dem Großraum Tokio nicht sonderlich viel anfangen konnte. Zumeist waren mir die poppigen Klänge einfach zu kitschig oder „zu glatt gebügelt“ in ihrer finalen Endform.

Doch mit dem aktuellen Release “Gokusai“ konnte mich das Quartett um Tatsuro (Gesang), Yukke (Bass), Miya (Gitarre) und Satochi (Schlagzeug) recht schnell von seiner positiven Weiterentwicklung überzeugen. Wer also beispielsweise die letzte MUCC Langrille “Houyoku“ aus dem Jahre 2006 bei sich zu Hause im CD-Regal stehen hat, wird auf “Gokusai“ recht schnell neue und innovative Stilmixe vorfinden können.

So beginnt der neuste Output der jungen Japaner mit einem recht schleppenden Instrumental-Intro namens “Rave Circus“. Jenes ergießt sich aber nach gerade mal 1 ½ Minuten Spielzeit in den mit herrlich aggressiven Metalcore Anleihen versehenen Titelsong “Gokusai“. Selten hat man MUCC so brodelnd und kernig-direkt erlebt. Der Song besitzt eine gesunde Härte und eine perfekte Melodik im stilistischen Mittelstück.

Noch eine Prise deftiger geht es beim nachfolgenden “Nageki no kane“ zu. Zwar ist der Kontrast zwischen modernem New Metal und traditionellem 70er Jahre Japan-Rock anfangs noch recht gravierend, aber je öfters man sich dieses ungeschliffene Juwel einverleibt, desto besser entfaltet es seine enorme Anziehungskraft auf seine Hörerschaft.

Mit “Utagoe“ wird allerdings unvermittelt der erste Stilwechsel vollzogen: Wo zuvor harte Metal-Gitarren und Tatsuro´s kräftiger Keifgesang regierten, erblickt nun eine träumerische Melange aus Punk- und Popelementen das Licht der Welt. “Utagoe“ ist flott, rockig und verbreitet ein ungemein positives Wohlbefinden. “Gekkou“ hält gar europäische Alternative Rock - Kompositionen bereit und mit “Panorama“ hat man sich nun doch einmal mehr zu quietsch-buntem „Manga-Pop“ hinreisen lassen (was sich an dieser Stelle des Albums allerdings noch recht gut verkraften lässt).

Richtig geil wird es dann allerdings sofort wieder beim donnernden “Risky Drive“. Hier beweisen die Jungs von MUCC abermals geschickt, dass auch eine homogene Zusammensetzung aus 90er Jahre Grunge und voluminösen Metal-Attributen möglich ist. “Kinsenka“ bleibt mit seinen unspektakulären Klängen leider ein wenig bleich, was aber beim nachfolgenden Hardcore-Punk Vehikel “D.O.G.“ sofort wieder ausgebügelt wird.

Dass MUCC sich aber auch in der Position befinden, richtig schöne Rock-Balladen zu erschaffen, beweist das unglaublich eingängige “Horizont“, bei dem eigentlich niemand mehr selbstgefällig auf seinem Sitzplatz verharren kann... Und wer sich letztendlich auch mal ein authentisches Bild von „schunkelnden Japanern“ machen möchte, dem sei unbedingt “Yasashii uta“ ans Herz gelegt: Western-like Mundharmonika - Soli gepaart mit fast schon Schlager-typischen Melodieführungen sowie vielen „La, La, La...“- und Mitklatschrhythmen, die selbst die obligatorischen Miesmacher und Stimmungskiller nicht unberührt lassen. Versprochen!

Als Bonustracks gibt es mit “G.M.C.“ eine fast schon Death Metal geartete Raunz- und Dreschorgie, die man MUCC so wohl gar nicht zugetraut hätte, die ihnen aber verdammt gut zu Gesicht steht und entsprechend positiv imponiert. “Gerbera (Surf Version)“ steht in der Tradition klassischer Visual Kei - Songs der frühen 90er Jahre und wirkt entsprechend unnahbar und grob geschliffen.

Fazit: Wer noch nie ein Album von MUCC sein Eigen nannte, sollte in jedem Falle zu “Gokusai“ greifen, denn dieses Werk wirkt nicht nur sonderlich ausgereift, sondern fährt auch ein überwiegend gelungenes und unterhaltsames Potpourri aus Rock, (New) Metal, Hardcore, Punk, Grunge, Pop und regionalem Liedgut auf. Kompliment!

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