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Mr. Bison: Asteroid

Da ist ganz klar mehr drin!
Wertung: 6/10
Genre: Stoner Rock
Spielzeit: 34:23
Release: 01.04.2016
Label: Subsound Records / Cargo

Wenn eine Band sich Mr. Bison nennt, impliziert das umgehend, dass die Mitglieder sich nicht zu ernst nehmen und das ist natürlich sofort ein Sympathie- und somit Pluspunkt. Zocker werden übrigens wissen, dass es bei mehreren „Street Fighter“-Games einen ähnlich bezeichneten Charakter namens M. Bison gibt, aber das nur am Rande. Jedenfalls stellt „Asteroid“ das zweite Album der italienischen Stoner Rocker dar, nachdem im Jahre 2012 bereits der Debüt-Langspieler „We’ll Be Brief“ erschienen war. Der Titel war dort ganz eindeutig Programm, denn die Scheibe dauert kaum länger als eine halbe Stunde – da weist sogar die eine oder andere EP mehr Spieldauer auf.

Auch „Asteroid“ ist mit nicht einmal 35 Minuten recht knapp ausgefallen, kurze und knackige Alben ohne großen Firlefanz zu veröffentlichen, scheint also weiterhin das Motto zu sein. Wenn dabei die songschreiberische Komponente stimmt, kann man darüber großzügig hinwegsehen, und tatsächlich startet „Asteroid“ recht solide. Der Opener „Black Crow“ ist so ein typischer Stoner-Song: Schnell reinfließendes Midtempo-Riffing und schön verzerrte Gitarren mit viel Fuzz, die angemessen dreckig und rotzig tönen; die Produktion ist dabei (verhältnismäßig) kraftvoll geraten und an der Performance gibt es nichts zu meckern. Auch der angeraute, latent geshoutete Gesang, den sich die beiden Gitarristen teilen, passt gut zur Mucke.

Apropos: Die Truppe besteht aus lediglich drei Leuten – neben den Axtschwingern gesellt sich noch ein Schlagzeuger hinzu, auf einen Bass hat man offensichtlich komplett verzichtet. Tatsächlich ist dies dank der bratenden Gitarren gar nicht so ein großes Manko wie man befürchten könnte. Im Zusammenspiel sind die Italiener tight und kaschieren den fehlenden Tieftöner erstaunlich clever.

Ansonsten hat man jedoch sicherlich schon originelleren und innovativeren Stoner Rock erlebt; während das Material anfangs noch zu gefallen weiß und mindestens zu anerkennendem Mitwippen und -nicken animiert, legt sich die Begeisterung mit zunehmender Dauer doch nicht unerheblich. Sicher, „Black Crow“ ist eingängig, ebenso wie das Hauptriff von „Wisker Jack“ oder „Burn The Road“, und wenn bei „Russian Roulette“ und „Cannibal“ das Gaspedal ein bisschen mehr durchgetreten wird, tut das der Abwechslung gut – die Langzeitwirkung bleibt allerdings aus. Und das sich ewig wiederholende, aber mäßig spannende Gitarrenlead in „Prison“ geht einem nach kurzer Zeit sogar ziemlich auf den Keks.

Am interessanten und besten ist zweifellos „Full Moon“ mit dem überraschenden Einsatz eines Saxophons geworden, das erstaunlich gut in den Sound eingebettet wurde. Auch in kompositorischer Hinsicht kann die Band hier punkten, der Refrain ist simpel, aber effektiv, und wie am Ende das Tempo angezogen wird, ist ebenso einfach wie unaufdringlich gemacht. Mehr davon wäre wünschenswert gewesen und so einigermaßen gut das Trio den fehlenden Basser auch kompensieren kann: für noch mehr Groove und einen noch satteren Klang wäre das Hinzunehmen eines Viersaiters außerdem vielleicht doch keine schlechte Idee. So aber sind Mr. Bison nur im Mittelfeld anzusiedeln. Ne 3 halt, wenn man in Schulnoten sprechen will. Da ist ganz klar mehr drin!

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann