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Mr. Big: ...The Stories We Could Tell

Logischer Nachfolger, der genau das liefert, was man erwartet
Wertung: 8/10
Genre: Rock/ Hard Rock
Spielzeit: 57:33
Release: 26.09.2014
Label: Frontiers Records

Über Mr. Big muss man nicht mehr viele Worte verlieren. 5 Jahre ist die Reunion der vier Ausnahmemusiker nun schon wieder her. Anfänglicher Skepsis wurde mit dem Album „What If...” schnell ein Riegel vorgeschoben und jetzt, circa drei Jahre später, machen die Amerikaner mit „...The Stories We Could Tell“ im Grunde genau da weiter, wo sie 2011 aufgehört haben. Das neueste Werk der Soupergroup klingt zwar nicht wirklich so, als wäre es aus diesem Jahrzehnt, das tut der musikalischen Qualität allerdings keinen Abbruch. „...The Stories We Could Tell“ bietet rotzigen Hardrock, die eine oder andere Herzschmerzballade und vieles, das sich irgendwo zwischen diesen beiden Extremen bewegt. Die individuellen Qualitäten der Instrumentalisten summieren sich dabei banddienlich zu hochwertigen, durchdacht komponierten Songs, deren Highlights definitiv die gefühlvollen Gitarrensoli von Paul Gilbert sind.

Das Repertoire der Band reicht von fetzigen Rocknummern a la „I Forget To Breathe“, das beweist, wie viel man mit einfachen Variationen eines treibenden Riffs aus einem Song herausholen kann, bis zu gefühlvollen, nachdenklichen Herzschmerzballaden wie „The Man Who Has Everything“. Während man soliden Rocknummern wie dem Opener „Gotta Love The Ride“ oder dem mit einem typischen Billy Sheehan Riff beginnenden „The Monster In Me“  kaum etwas vorwerfen kann, sind die Mr. Big-typischen Balladen schon immer kontrovers diskutiert worden. Neben der eben erwähnten, wären da beispielsweise das gekonnt mit Dynamik spielende „Eastwest“, oder das etwas zu schnulzig daherkommende „Just Let Your Heart Decide“.

Letztendlich kann man keinen der Songs als musikalisch platt abstempeln - und das nicht nur weil Paul Gilbert jeden der einzelnen Titel mit seinem variationsreichen Gitarrenspiel auf ein neues Level hebt - viele der eingängigen Refrains, die sich nicht nur in den lupenreinen Balladen finden, dürften Freunden härterer Klänge dennoch ein Dorn im Auge sein. Denn ob Absicht oder nicht, ein bisschen zu offensichtlich scheinen manche der Songs in Richtung Radio zu schielen. Ob das nun etwas Schlechtes ist, oder nicht, hängt schlussendlich vom persönlichen Geschmack ab. Wo der eine auf Radiotauglichkeit glatt gebügelte Balladen hört, vernimmt der andere gefühlvolle Kompositionen, auf denen unter dem überzeugenden Gesang von Frontmann Eric Martin zwei konträre Genres zu einer abwechslungsreichen Mischung verschmelzen, die fetzige Riffs und gefühlvolle Melodien gekonnt verknüpft. Außer Frage steht nur eines: Auch wenn es ruhig ein bisschen bissiger hätte ausfallen dürfen, bewegt sich das zweite Album der Post-Reunion Ära sowohl im Individuellen als auch im Ganzen auf musikalisch hohem Niveau. 

Man könnte Mr. Big den Vorwurf machen, musikalisch auf der Stelle zu treten und tatsächlich unterscheidet sich „...The Stories We Could Tell“ nicht allzu sehr von seinem Vorgänger. Genau hier liegt aber der Charme der Band. Mr. Big spielen klassischen Hardrock mit verstärktem aber Gott sei Dank nicht überstrapaziertem Fokus auf melodische Rockballaden. Das ist nichts neues, gibt den vier Musikern aber genügend Freiraum, sich kreativ auszuleben und mit, zumindest im Genrerahmen, abwechslungsreichen Songs zu unterhalten. Dementsprechend gibt es dann auch acht Punkte für ein gut produziertes Album extrem talentierter Musiker, das exakt das liefert, was zu erwarten war, viel mehr allerdings auch nicht.

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