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Mourning Caress: Inner Exile

Lange Pause, und streckenweise leider auch lange Gesichter
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Thrash Metal
Spielzeit: 43:15
Release: 25.02.2008
Label: Restrain Records

Mit „Imbalance“ stiegen die Münsteraner von Mourning Caress vor ziemlich genau sechs Jahren furios und euphorisch ins Metal-Business ein und wurden allerorts bereits als das neue Bindeglied zwischen skandinavischem Melo-Death und bewährtem Teutonen-Thrash gehandelt. Doch just zu dem Zeitpunkt, an dem die Begeisterung der Band alle Türen zu öffnen schien, verbarrikadierten sich die Musiker für eine viel zu lange Zeit im Nirgendwo und vertrösteten die Fans lediglich mit der Erinnerung an dieses geniale Meisterstück.

Nach all dieser Zeit folgt nun die mittlerweile schon ziemlich überraschende Rückkehr der Melodic-Thrash-Hopefuls, dies jedoch erneut mit klaren Reminiszenzen an das Debüt. Alles in allem knüpfen Mourning Caress nahtlos an die Songs des Vorgängers an, können heuer aber natürlich nicht mehr auf den Überraschungseffekt setzen. Und dies ist mitunter ein Punkt, der „Inner Exile“ nicht so ganz zum schlagkräftigen Paukenschlag avancieren lässt, den man damals noch in „Imbalance“ sehen durfte.

Wie gesagt, grundsätzlich sind die Änderungen marginal und beschränken sich lediglich auf die Dynamik mancher Songs, wie zum Beispiel das stillere „Frustrations“ oder das außergewöhnliche „Sorrows“. Allerdings bedeutet dies auch in gewisser Weise eine Art kompositorischen Stillstand, da man sich zumeist auf bekannte Standards verlässt und mehr als nur einmal die sichere Nummer bevorzugt. Nummern wie „Corroded By Fear“ oder das flotte „The Pessimist“ haben definitiv ihre Vorzüge, sind aber im Grunde genommen ‚nur’ ordentliche Melo-Thrash-Kost, denen es ein wenig an Individualität mangelt.

Insgesamt bleiben Mourning Caress musikalisch also auf der Basis, wagen nur selten Experimente, schaffen es deshalb aber auch nicht, sich aus der Schwemme der genreinternen Releases so richtig hervorzuheben. Zwar lässt man gottlob die Finger von Metalcore-Spirenzchen und hat auch mit den postmodernen Einflüssen der skandinavischen Melodic-Death-Szene nicht viel am Hut, jedoch könnte so mancher Song bisweilen etwas mehr, nun ja, anders sein, um die Besonderheit der Musik zu betonen. Nummern wie „Close To Collapse“ und der Titelsong vermögen diesbezüglich zwar klare Zeichen zu setzen, doch insgesamt ist die Ausbeute nicht ganz so befriedigend, wie man es nach so langer Zeit hätte vermuten können.

Fazit: Während die musikalische Kost trotz allem absolut solide ist, sind die klanglichen Standards der Produktion ein wenig mager. Den Songs fehlt es an echter Wucht, so dass man überspitzt sagen könnte, die Back-to-Basics-Orientierung ist einen Schritt zu weit gegangen. Wobei: insgesamt schließt sich hier der Kreis: „Inner Exile“ liefert in vielerlei Hinsicht gute Resultate, ist aber sicher nicht überragend!

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