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Mourning Beloveth: A Disease For The Ages

Absolut grandioser Meilenstein
Wertung: 10/10
Genre: Doom Metal , Death Metal
Spielzeit: 55:56
Release: 09.05.2008
Label: Grau

Die fünf irländischen Doom-Deather von Mourning Beloveth schlagen full length-technisch wieder zu, und das bereits zum vierten Mal. Die Jungs scheinen mit jedem Werk besser zu werden. Beim Hören dieses Meisterwerkes werde ich in Gedanken zurückgeführt in die Zeiten, als es noch Bands gab, die es ähnlich gut verstanden haben, Melancholie in Musik zu verpacken, als da wären My Dying Bride zu den glorreichen „The Angel And The Dark River“-Zeiten oder auch die leider sehr wenig beachteten Sad Whisperings und auch die Norweger Funeral mit ihrem letztjährigen Meisterstück „From These Wounds“.

Dieses Album bietet fünf Stücke, die von schwärzester Hoffnungslosigkeit, Momenten tiefster Traurigkeit und großen Schmerzes und Verzweifeltsein erzählen. Textlich geht es in dem knapp einstündigen Werk um den Verfall des menschlichen Körpers und der Seele. Stimmt nicht gerade fröhlich, zumal, wenn man aktuell davon betroffen ist, z.B. durch alte, kranke Familienangehörige. Kann sein, dass ich dadurch eine spezielle Bindung zu diesem Werk aufgebaut habe, aber sei´s drum. Auf jeden Fall eine interessante Thematik.

Brian und Frank liefern wuchtige und tonnenschwer wiegende Riffs, welche sich hineinfressen in Dein Hirn und tiefe, schwarz geränderte Furchen hinterlassen, in denen nichts anderes mehr Halt fassen wird, denn diese Töne haben sich beim Hören bis ins Mark eingebrannt. Die Emotionen kochen hoch auf diesem Album, oder nein, das ist vielleicht die falsche Ausdrucksweise, vielmehr führen Dich die Songs in zuvor nicht gekannt Abgründe Deiner Gefühlswelt.

Die von den Stücken ausstrahlende Traurigkeit, Trostlosigkeit und auch Hilflosigkeit gegenüber dem Unausweichlichen, dem Ende des Lebens trifft den Hörer ganz tief; lässt zum einen zwar regelrecht mit der Musik dahinschwimmen, doch hat das Ganze dann auch noch einen unerhörten Tiefgang, sodass man über den Verfall des irdischen Lebens ins Überlegen kommt.

Schon die Gitarren eingangs des wuchtigen „The Sickness“ zeugen vor Darren´s Eingangsgrowl von der drückenden Stimmung, die da auf einen wirken wird in der folgenden knappen Stunde. Frank unterstützt Darren mit seinen Cleanvocals. Doch Mourning Beloveth wären nicht sie selbst, wäre in diesem Stück nicht – wie übrigens auch in allen vier noch folgenden – zwischendurch Wert gelegt worden auf Variabilität. Hier in Form eines gitarrentechnischen Intermezzos… Weltklasse im Übrigen! Und für mich steht schon bei diesen ergreifenden und tieftraurigen Parts eindeutig fest, dass ich diese Scheibe fortan über alles lieben werde! Einzig schade ist, dass dieses Monumetalstück sein Ende bloß per Herausfaden findet.

Das Riffing von „Trace Decay“ scheint in Folge des gerade vollbrachten ersten Songs nun noch schwerer zu wiegen. DAS ist für mich richtig geiler Doom /Death! Hier gibt es Wechselgesang zwischen Frank und Darren. Welche Wohltat, neben Darren´s Organ hier nicht irgendeine weibliche Sirene zu hören! Das ist ein derart vollkommenes Stück, dass es für mich an dieser Stelle extrem schwierig ist, dies für Euch in Worte zu fassen. Die fünf Musiker haben mit diesem Song etwas erschaffen, das die Zeiten überdauern wird, denn im Gegensatz zu Körpern, die dem Verfall entgegenleben, wird diese genialen Kompositionen bis in alle Ewigkeit Bestand haben. Ich kann mich nur noch einmal wiederholen: Welch ein Meilenstein!

Mit ganz ruhigen, getragenen und unendlich traurigen Tönen startet „Primeval Rush“. Nach dem quasi ersten Teil des Songs, in welchem die tonnenschwere Trauer überwiegt, meint man fast, ab ca. der siebten Minute würde mit dem Riffing eine Wendung einsetzen. Es geht ein bisschen flotter zu in diesem quasi zweiten Songteil, doch auch hier hängt die Trauer, die Verzweiflung wie eine Last über den Köpfen.

„The Burning Man“ baut sich eingangs ganz allmählich auf und lässt so erstmal nur erahnen, welch grandioses Stück dies in seiner Gänze ist … wirklich unbeschreiblich! Überflüssig zu erwähnen, dass die Iren auch hier mit tonnenschweren Riffs und tieftraurigen Melodien wieder alles richtig gemacht haben. Zum Schluss gibt es mit „Poison Beyond All“ die letzte Salbung. Gegen Ende dieses Wahnsinnsteil kommt ein überirdischer Instrumentalpart auf einen zu, der vor Trauer nur so trieft … Mannomann, welch ein Album!

Ein sehr großes Danke gilt auch deswegen der Band, weil die Jungs gänzlich auf, wie an anderer Stelle vorkommend, sehr oft kitschig wirkende Synthieeinschübe sowie auf weiblichen Gesang verzichten. Das rechne ich ihnen verdammt hoch an, sind diese beiden Dinge doch in letzter Zeit leider Gottes mehr und mehr in Mode gekommen.

Wenn man dann in dieser knappen Stunde mittels dieser Monumente in Sachen Doom über das Leben und den Tod sinniert hat, dann … ja, dann wird man einerseits nachdenklicher, aber man geht auch mit dem Gefühl aus der Sache heraus, dass man die Zeit, die man noch auf Erden hat, bewusster leben sollte, denn irgendwann ist es nunmal da, das unvermeidliche Ende des Lebens …

Fazit: Eine der besten, wenn nicht gar die allerbeste Veröffentlichung, die 2008 für den geneigten Fan auf den Markt kommt. Wer die alten(!) My Dying Bride, Sad Whisperings oder auch Funeral mit ihrem letztjährigen Werk „From These Wounds“ mag, wird „A Disease For The Ages“ lieben. Be Doomed!

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