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Motorcity Brags: Ten Arrogant Tales

Ein durchaus ernst zu nehmendes Donnerwetter aus dem sonnigen Süden
Wertung: 4.5/10
Genre: Rock´n´Roll
Spielzeit: 28:40
Release: 15.02.2008
Label: Cumshot Records

Wenn man an italienische Rockmusiker denkt, fallen einem auf Anhieb nicht viele Namen ein. Eros Ramazzotti vielleicht, aber was genau hat der nochmal mit Rockmusik zu tun? Das Land mit dem Stiefel ist bisher im Wesentlichen mit Tenören und Schmusemusik, jedoch kaum mit ordentlichem Rock, in Erscheinung getreten. Die Motorcity Brags machen sich auf, das zu ändern. "Ten Arrogant Tales" ist dabei bereits ihr zweiter Versuch, Italien als internationale Rocklandschaft zu etablieren.

Mit "Dull & Tedious" wird einer von insgesamt elf Songs bereits nach 22 Sekunden verbraten. Im Grunde handelt es sich dabei um einen einzigen Gitarreneffekt, den man besser mit an das eigentlich erste Lied "Bouncin' Betty" hätte heften können, zumal man – bei direkter Anwahl – am Anfang dieses Songs durch ein schlechtes Abmischen genug davon hört, was den Genuss dieses doch recht klassischen Rocksongs etwas schmälert. Unaufhaltsam hämmern sich Bass und Schlagzeug durch das verspielte Gitarrenspiel, wobei vor allem die Snare recht dumpf klingt, was dem Sound jedoch insgesamt sehr gut steht.

Musikalisch ist "Ten Arrogant Tales" größtenteils recht ausgefeilt und relativ abwechslungsreich, lediglich der überschwängliche südliche Gesangsakzent, der schon manch anderen Bands aus Italien und Spanien hinderlich im Weg stand, scheint manchmal etwas fehl am Platze. Das klingt schmutzig, das klingt aggressiv, aber es klingt zum Teil eben auch sehr unverständlich. Viele Zeilen sind leider auch mit guten Englischkenntnissen absolut nicht zu entziffern.

Anspruchsvolle Texte sollte man jedoch angesichts solcher Titel wie "I Kick U Out of the Band", "Shoot You in the Face" und "Stone Cold Motherfucker" sowieso nicht erwarten. Die Motorcity Brags erfüllen textlich alle Klischees einer Rock'n'Roll-Band. Dies bestätigen sei selbst in "We are a Dirty Rock n Roll Band" dann nebenbei auch nochmal ganz eingängig.

Nicht ganz koscher ist mitunter auch der Titel "I Need an Ugly and Stupid Girlfriend so I can Feel so Cute and Clever", welcher ohne Frage schon allein beim Titel zum Schumzeln anregt und sich trotz des holprigen Titels als Glanzlicht des Albums erweist. Wieder einmal fällt die wummernde Bass/Schlagzeug-Walze auf.

Ein absoluter Fehltritt ist das Hazlewood/Sinatra-Cover "These Boots are Made for Walking", welches in einer nahezu unanhörbaren Trash-Punk-Version vorgetragen wird. Bis auf diesen Totalausfall ist "Ten Arrogant Tales" ein durchaus ernst zu nehmendes Donnerwetter aus dem sonnigen Süden, dass sich vor seinen nordischen Konkurrenten nicht verstecken braucht, jedoch auch nicht vollkommen zu überzeugen vermag.

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