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Motörhead: Aftershock

Solide, aber nicht so stark wie der Vorgänger
Wertung: 7.5/10
Genre: Rock 'n' Roll
Spielzeit: 46:55
Release: 18.10.2013
Label: UDR Music

Jaja, mir ist natürlich bewusst, dass Lemmy nichts von Albumvergleichen hält (von wegen „diese Platte ist besser/ schlechter als die vorher“, so wie bei diesem Review nun bereits im Teaser geschehen), aber auch wenn der Motörhead-Frontmann nicht ganz unrecht hat, braucht man ja doch eine gewisse Orientierung. Fakt ist: „The Wörld Is Yours“ war ein überraschend starkes Scheibchen. Zwar hat das englische Trio in seiner ganzen Karriere selten mal einen wirklichen Stinker veröffentlicht, doch wie oft bei Bands, die schon so lange am Start sind und dermaßen viele Platten herausgebracht haben, nimmt man einen neuen Release irgendwann mehr oder weniger schulterzuckend hin und sagt sich: „Ja, solider Output, aber auch nichts Besonderes oder etwas, das an alte Glanztaten heranreicht“. Das 2010er Werk jedoch hob sich schon deutlich von den Vorgängern „Motörizer“ (2008) und „Kiss Of Death“ (2006) ab (die auch keineswegs schlecht waren) und diesem Album einen draufzusetzen, dürfte ein schwieriges Unterfangen sein.

Aber wie erwähnt, derartige Ziele setzt sich die Band ja auch nicht; sie sind einfach da, machen immer weiter, hauen etwa alle zwei, drei Jahre eine neue Langrille heraus, die jeweils für sich steht und neben den typischen Motörhead-Tracks stets die eine oder andere kleine Überraschung in Form eines stilistischen Schlenkers bereithält.

Diese etwas experimentelleren Songs waren allerdings nicht selten auch die stärksten und originellsten und für „Aftershock“ (übrigens zeugt der Titel angesichts des derzeit nicht gerade stabilen Gesundheitszustandes von Lemmy von einer gehörigen Portion Selbstironie und Sarkasmus, so wie man es von Motörhead kennt und liebt) gilt dies insbesondere. Mit „Dust And Glass“ liegt eine lupenreine, stilvolle Ballade vor, bei der Phil Campbell geschmackssicher mit Chorus-Effekten arbeitet und Lemmy sein raues, verrauchtes Organ nicht zum ersten Mal von einer ganz anderen Seite präsentiert. Genauso ist „Lost Woman Blues“ alles andere als eine Standard-Motörhead-Nummer, wühlt – wie der Titel selbstverständlich suggeriert – in Blues-Gefilden, die gerade Herr Kilmister ja auch sehr schätzt; sehr cool, wie man dort am Ende das Tempo anzieht und dem Song noch ein wenig mehr Punch verleiht.

Derartige Stücke sorgen für die nötige Abwechslung und stopfen der „Die klingen doch eh immer gleich“-Fraktion gehörig das Maul, zumal sie wie bereits angedeutet qualitativ zu den besten der Platte gehören. Eher ungewöhnlich ist auch „Keep Your Powder Dry“, das mit seinem dreckigen Hard-Rock-Riff problemlos auch auf einer AC/DC-Scheibe stehen könnte, sich aber im Motörhead-Gewand ebenfalls sehr gut macht und Spaß bringt.

Bei den restlichen Songs handelt es sich dann jedoch um das Material, das man von den Briten mehr oder weniger in dieser Form erwartet, das aber eben nicht die Hitdichte von „The Wörld Is Yours“ besitzt – wobei insgesamt 14 Tracks auch ganz schön viel Holz sind. „Heartbreaker“ ist ein solider Opener, „End Of Time“ ein Uptempo-Speeder mit erstaunlich filigranem Mainriff, „Death Machine“ hat mit dem sehr funky Mainriff etwas Erfrischendes und gehört auf jeden Fall zu den stärksten Liedern der CD, und das finale „Paralyzed“ ist ein traditioneller Rausschmeißer, der gut rockt und mitreißt und somit ebenso auf die Habenseite gehört.

Hingegen sind vor allem „Do You Believe“, „Going To Mexico“ (nach Brasilien 1991 auf „1916“ nun also Mexiko) und „Crying Shame“ doch eher austausch- und somit verzichtbar, während „Silence When You Speak To Me“ mit seinem zu munterem Headbanging auffordernden Midtempo zwar zu gefallen weiß, das Riff allerdings doch stark an „In The Year Of The Wolf“ vom „Inferno“-Album erinnert. Andererseits: Bei dem Stil, den Motörhead pflegen und wenn man bedenkt, dass sie schon mehr als 20 Studioalben herausgebracht haben, sei ihnen dies verziehen.

Alles in allem ist „Aftershock“ bestimmt kein Highlight in der Diskographie der Engländer und hat es nach dem starken „The Wörld Is Yours“ auch nicht ganz einfach, aber gut anhören kann man sich die Platte allemal. Hoffen wir aber jetzt vor allem, dass das Trio infernale es überhaupt noch gebacken kriegt, den neuen Kram auch live vorzustellen, nachdem die geplante Tour wegen Lemmys Gesundheitsproblemen verschoben werden musste. Alles Gute, Mister Kilmister!

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