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Motionless In White: When Love Met Destruction

Diese CD ist ein einziges Gesamtkunstwerk
Wertung: 10/10
Genre: Post-Hardcore
Spielzeit: 38:53
Release: 15.07.2008
Label: Masquerade Recordings

Nach der gigantischen Demo-EP „The Whorror“ erschien vor kurzem endlich das offizielle Debüt-Album von Motionless In White – ich habe selten einen Newcomer erlebt, der mit so viel Selbstbewusstsein seinen eigenen Stil spielt, und das in dieser Liga. Denn der Sound dieser Band ist eine echte Ausnahme. Generell könnte man es als (Post-)Hardcore beschreiben, aber der massive – aber dennoch nicht überladen wirkende – Einsatz von Keyboards verleiht Motionless In White einen ganz eigenen Klang, den man so, wenn überhaupt, nur sehr selten vorfindet.

Der Opener beginnt wie die Ruhe vor dem Sturm – sanfte, tragende Flächensounds münden in harte Doublebass-Attacken und hämmernde Riffs. Hier wird auch mutig experimentiert, denn ab und an hört man auch Kirchturm-Glocken-Läuten, was der Atmosphäre extrem gut zu Gesichte steht, wenn der Sänger sich bedingungslos die Seele aus dem Leibe schreit oder im Refrain verdammt emotional, aber überragend gut klare Hooklines an den Mann bringt.

„Destroying Everything“ ist einer der Höhepunkte des Albums – wenn man es überhaupt so formulieren kann, denn das ganze Album ist ein einziges Highlight – die Riffs sind ungeheuer aggressiv, aber trotz allem sehr angenehm zu hören, der Sänger sowohl bei Screamen als auch beim Singen überragend, das Keyboard immer voluminös und sehr harmonisch eingesetzt und das Drumming klingt ebenfalls gewaltig. Eine besonders tolle Stelle ist die Bridge in diesem Song, die von einer sanften Paino-Melodie begleitet wird, während der Sänger anfangs flüstert, bis dann die ganze Band im Chor mit einsteigt. Wer dann spätestens bei dem grandiosen Finale keine Gänsehaut bekommt, dem kann vermutlich auch niemand mehr helfen.

„Billy In 4c Never Saw It Coming“ ist mit der härteste Song des Albums, zu Anfang wird hier lediglich gescreamt und der Einsatz des klaren Gesangs lässt bis zum letzten Drittel des Songs auf sich warten – bis er dann dort von einem Blastbeat unterlegt wird und angenehm aus den Boxen schallt. „Bananamontana“ ist die Ballade auf diesem Album – man beginnt langsam mit einigen sanften Akkorden, klarem Gesang und atmosphärischen Keyboards, die auch noch erhalten bleiben, wenn dann die E-Gitarren zum Einsatz kommen und wieder die ganze Band am Mikro steht um dem genialen Song den letzten stimmungsvollen Feinschliff zu verleihen.

Der letzte Song dieser CD „Apocolips (WLMD)“ lässt das Album dann regelrecht episch enden – hammerharte Riffs, Double-Bass-Attacken, Screaming aus den tiefsten Abgründen der Seele des Sängers und klare Vocals direkt aus dem Herzen des Frontmannes wechseln sich gekonnt ab und verleihen dem Song – ohne in die Emo-Schiene abzurutschen – eine emotionale Seite, wie man sie selten erlebt hat.

Jahrelang habe ich kaum ein Album gefunden, auf dem mit ausnahmslos jeder Song gefallen hat – endlich ist es wieder soweit, denn diese CD ist ein einziges Gesamtkunstwerk, außer der leider etwas kurz geratenen Spielzeit gibt es keinerlei Kritik anzubringen. Ich empfehle jedem, der etwas für Keyboard-lastigen Metal, Screamo, Post-Hardcore oder Metal- / Emocore übrig hat, sich diese Scheibe zu kaufen – ach was, ich empfehle es nicht nur, ich erteile hiermit den Auftrag, dieses Album auf schnellstem Wege (legal!) zu erwerben!

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